blog.arthistoricum.net https://blog.arthistoricum.net/feed/ Der Blog von arthistoricum.net de-DE TYPO3 News Wed, 06 Jul 2022 16:33:31 +0200 Wed, 06 Jul 2022 16:33:31 +0200 TYPO3 EXT:news news-16428 Tue, 05 Jul 2022 10:25:49 +0200 Neue Bildrecherche für die Onlinekollektion »Fotoliteratur digital«: historische Publikationen einfach nach Fotografien und Abbildungen durchsuchen /beitrag/2022/07/05/neue-bildrecherche-fuer-die-onlinekollektion-fotoliteratur-digital-historische-literatur-zu-fotografie-einfach-nach-fotografien-und-abbildungen-durchsuchen

Für die Onlinekollektion »Fotoliteratur digital« steht ab sofort eine neue bildzentrierte Recherchemöglichkeit zur Verfügung. Mit über 500 digitalisierten Veröffentlichungen zur Geschichte der Fotografie und Fotokunst, Fototechnik und -chemie, Bildbänden und Fotobüchern, Ausstellungskatalogen und Periodika wie Zeitschriften oder der Enzyklopädie der Photographie vereint die Kollektion eine besonders umfangreiche Überlieferung fotohistorisch relevanter Literatur aus der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die Nachkriegszeit. Nun kann die Sammlung erstmals auch als einzigartige Quelle für die Bildrecherche genutzt werden.

War es bisher nur möglich, die in der Onlinekollektion gesammelten digitalisierten Fotobücher und fotohistorisch relevanten Publikationen als Volltexte zu durchsuchen, kann mit der neuen Einzelbildsuche jetzt auch gezielt nach in den jeweiligen Werken veröffentlichten Abbildungen und Fotografien gefahndet werden. Zu diesem Zweck wurden alle Bilder aus den digitalisierten historischen Veröffentlichungen tiefenerschlossen und für die Bildsuche vereinzelt, um sie als eigenständige Ressourcen verfügbar zu machen. Die neuen Bilddaten enthalten Titelinformationen, Angaben zu Fotograf*innen und Illustrator*innen sowie zum Veröffentlichungskontext und sind mit standardisierten Schlagwörtern aufbauend auf fotografischen Genres versehen. Wie gewohnt, werden alle Bilder über den arthistoricum.net-Werkzeugkasten auch im Bildaustauschformat IIIF angeboten.

Sie möchten noch weitere Quellen zur Bildrecherche auf arthistoricum.net kennenlernen? Alle Bildkollektionen und weitere Bildquellen finden Sie auf unserem Themenportal »Bildquellen digital«.

Der entstandene Bildkorpus von mehr als 11.000 Objekten bietet einen neuen innovativen Forschungszugang zu den historischen Veröffentlichungen sowie zu den Verwendungskontexten und der publizistischen Rezeptionen einzelner Aufnahmen. Alle Bilddaten sind über die Bildsuche im arthistoricum.net-Katalog oder über die neue gleichnamige Bildkollektion abrufbar. Die Bildkollektion ermöglicht einen kuratierten Einstieg, der die Recherche nach in der Sammlung vertretenen Künstler*innen, nach bekannten fotografischen Genres oder nach häufig vergebenen Schlagwörtern ermöglicht. Suchen Sie zum Beispiel nach Werken von bedeutenden Fotograf*innen wie Albert Renger-Patzsch, Hugo Erfurth, Lala Aufsberg, Karl Blossfeldt oder Paul Wolff oder starten Sie ihre eigene Suche.

Die neue Bildkollektion ist eine von mehreren Recherchemöglichkeiten auf arthistoricum.net, die Bilder aus historischen Veröffentlichungen systematisch erschlossen zugänglich macht. Neben der Onlinekollektion »Fotoliteratur digital« können über die Bildkollektionen »Illustrierte Magazine« und »Gebrauchs- und Reklamegrafik« mehr als 75.000 einzeln tiefenerschlossene Abbildungen und Fotografien unterschiedlicher Illustrierter Magazine aus der Weimarer Zeit sowie der Zeitschriften »Das Plakat« und »Gebrauchsgraphik« durchsucht werden.

Zur Bildkollektion »Fotoliteratur digital« 
oder zur Bildsuche im arthistoricum.net-Katalog

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news-16236 Thu, 09 Jun 2022 12:55:12 +0200 Eine Tagung zum deutsch-deutschen Verhältnis von Kunst und Kunstkritik /beitrag/2022/06/09/eine-tagung-zum-deutsch-deutschen-verhaeltnis-von-kunst-und-kunstkritik Kunst/Kritik in Ost und West
eine deutsch-deutsche Geschichte

Historische und gegenwärtige Differenzen und Besonderheiten von ost- und westdeutscher Kunstgeschichte seit 1945 stehen im Mittelpunkt einer Tagung in Dresden. Die deutsche Sektion des Internationalen Kunstkritikerverbandes AICA lädt gemeinsam mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) zu einer vom Institut für Soziologie der Technischen Universität Dresden organisierten Debatte über diese Themen am 24. und 25. Juni 2022 in das Dresdner Albertinum ein.

 

Freitag, 24. Juni 2022 – 16.00 Uhr bis 19.00 Uhr

Samstag, 25. Juni 2022 – 11.00 Uhr bis 18.00 Uhr

 

Aktuell rückt vor dem Hintergrund des russischen Überfalls auf die Ukraine in Dresden auch die Problematik des kulturellen Dialogs zwischen Ost und West verstärkt in den Blickpunkt. Werden die neu erforschten grenzüberschreitenden „kulturellen Territorien“ nun durch die kriegerischen Entwicklungen und die damit einhergehenden geopolitischen Veränderungen wieder verstärkt zu Nationalismen führen? Vor diesem Hintergrund erscheint die programmatische Fragestellung der diesjährigen AICA Tagung von besonderer Relevanz. Denn auch in der Kunst wie in der Kunstkritik spiegeln sich solche national-politischen Parameter. Dies betrifft ebenso die AICA und ihre Historie.


Die Kunstexperten und Kunstexpertinnen beschäftigen sich auf der Dresdener Tagung gut 30 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung daher mit der unterschiedlichen Rolle von Kunst und Kunstkritik in den ehemals beiden deutschen Staaten. Eingeschlossen ist dabei die Frage der nicht erfolgten pauschalen Aufnahme der AICA-Mitglieder aus der DDR in einen gesamtdeutschen Kunstkritikerverband. Unterstützt wird das öffentliche Treffen von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb). Die Übertragung der Vorträge und Diskussionen per Live-Stream ist ebenso vorgesehen wie die Dokumentation auf YouTube.

Zur kostenlosen Tagung ist eine Anmeldung bis spätestens zum 20. Juni 2022 unter https://dud-poll.inf.tu-dresden.de/AICA-Dresden2022/

Das Tagungsprogramm zum Herunterladen.


Bewusst gewählt wurde das Albertinum als Veranstaltungsort für die öffentlichen Vorträge und Diskussionen, weil hier in den Jahren 2017/18 der „Dresdner Bilderstreit“ als späte und politisch aufgeladene Fortsetzung des bereits 1990 einsetzenden deutsch-deutschen Bilderstreits ausgetragen wurde. Der Kultursoziologe Prof. Karl-Siegbert Rehberg (TU Dresden) wird zum Auftakt des Treffens zeigen, dass die deutsch-deutschen Kunstkontroversen weit über das Fachpublikum hinaus in den neuen Bundesländern auf starke Resonanz stießen. Daher ist dieser Streit als stellvertretender Diskurs über die schwierigen Aspekte der Wiedervereinigung einzuschätzen.


Hierzu wollen auch die SKD-Generaldirektorin Marion Ackermann sowie die Albertinum-Direktorin Hilke Wagner sprechen. „Es geht uns um ein Verständnis der Andersartigkeit unserer jeweiligen Erfahrungen“, betont die Präsidentin der deutschen AICA, Danièle Perrier: „Und es geht um eine Anerkennung, dass gerade diese Diversität einen Reichtum darstellen kann.“
Die damaligen Entscheidungen, AICA-Mitglieder aus der DDR nicht pauschal in die neue gesamtdeutsche AICA aufzunehmen, sollen im Lichte heutiger Bewertungen der Wiedervereinigung diskutiert werden. Ergebnisse ihrer Archivarbeit mit AICA-Dokumenten der „Wende-Zeit“ zu diesem Thema präsentiert die Kunsthistorikerin und Autorin Isa Bickmann in Dresden.
Neben dem Kunstwissenschaftler Wolfgang Ullrich referiert auch der Berliner Kunsthistoriker Eckhard Gillen, Experte für die Kunst Ostdeutschlands in der Nachkriegszeit, über den Umgang mit westlicher und östlicher Moderne nach 1990; er plädiert „für eine ungeteilte Annahme des künstlerischen Erbes“.


Bei der Bewertung und Einordnung der zwischen 1949 und 1991 in Ostdeutschland entstandenen Kunst können „die Betrachtung transnationaler Peripherien, genderbasierte Analysen und intersektionale Kritik“ geeignet sein, einen isolierten "Sonderforschungsbereich DDR" zu vermeiden, erklärt die Kunsthistorikerin Susanne Altmann (Dresden), die das Thema im Gespräch mit weiteren Expertinnen bei der AICA-Tagung diskutiert. Bislang werde die Kunst Ostdeutschlands meist im Abgleich mit westlichen, speziell westdeutschen Phänomen oder nach bereits etablierten Kategorien beurteilt.
Ein kurzfristig organisiertes Tagungsthema widmet sich den gravierenden Konsequenzen des russischen Einmarsches in die Ukraine für den kulturellen Diskurs zwischen Ost und West. Gefragt wird danach, ob die Bemühungen gescheitert sind, die mittel- und osteuropäischen Kulturen nicht mehr nach den geopolitischen Maßstäben des Kalten Krieges zu beurteilen, sondern sie vielmehr als transnationale, kulturelle Territorien zu verstehen. Der Kunsttheoretiker und Kritiker Carsten Probst diskutiert mit Experten Versäumnisse und Perspektiven des Kulturaustausches in schwierigster Zeit.


Zur deutschen AICA-Sektion zählen mehr als 200 Autoren, Kritiker, Journalisten und Publizisten. In der internationalen AICA, einer von der UNESCO anerkannten Nicht-Regierungsorganisation (NGO), sind weltweit in 95 Ländern über 5000 Mitglieder organisiert. Der Zweck des in Deutschland 1951 gegründeten Vereins ist die Förderung von Kultur und Bildung sowie der Kunstkritik und der Schutz von Presse- und Meinungsfreiheit.

AICA Deutschland: www.aica.de

 

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news-16179 Thu, 02 Jun 2022 10:31:40 +0200 Belvedere startet ein neues Open Access E-Journal für zentraleuropäische Kunstgeschichte /beitrag/2022/06/02/belvedere-startet-open-access-e-journal

In Anlehnung an seine bedeutende Kunstsammlung gründete das Belvedere in Kooperation mit arthistoricum.net das „Belvedere Research Journal“, eine neue Diamond Open Access E-Zeitschrift zur zentraleuropäischen Kunstgeschichte. Es setzt sich dabei das anspruchsvolle Ziel, Wissen und Innovationen unter Wissenschaftler*innen aller Nationalitäten und Institutionen zu teilen und zur Auflösung sprachlicher Barrieren in der Region beizutragen.

Die Zeitschrift orientiert sich thematisch am Sammlungsbestand des Belvedere und veröffentlicht Beiträge, welche die visuelle Kultur des ehemaligen Habsburgerreichs und Zentraleuropas im weitesten Sinne vom Mittelalter bis zur Gegenwart neu beleuchten. Es bietet insbesondere aktuellen Forschungstrends wie der Untersuchung transnationaler Kulturtransfers, der Dezentrierung von etablierten Narrativen sowie den interdisziplinären Ansätzen Platz. Die längeren „Research Articles“ zu solchen Thematiken werden einem strengen double-anonymized peer-review unterzogen, um den höchsten wissenschaftlichen Standards gerecht zu werden. Darüber hinaus lädt das Belvedere externe Expert*innen ein, auch die eigene Sammlung in der Rubrik „Discoveries“ wissenschaftlich tiefer zu erschließen und zu erfassen.

Das Journal bietet den Autor*innen größtmöglichen Komfort im Publikationsprozess. Die vom Belvedere organisierte professionelle Übersetzung der angenommenen Manuskripte aus den gängigen zentraleuropäischen Sprachen ins Englische soll dazu beitragen, den wissenschaftlichen Austausch über die Sprach- und Kulturgrenzen hinaus zu intensivieren und zu fördern sowie die internationale Rezeption und Sichtbarkeit der jeweiligen Artikel und Autor*innen zu erhöhen. Das Belvedere übernimmt ebenfalls ohne weitere Bearbeitungsgebühren das professionelle Lektorat sowie den Erwerb der Bildrechte.

Das Belvedere verpflichtet sich den Prinzipien von Open Access und setzt für die freie Zugänglichkeit von Forschung sowie für den internationalen Wissensaustausch zur zentraleuropäischen Kunstgeschichte. Das Belvedere bekennt sich weiters zu den Forderungen des Plan S, der Berliner Erklärung sowie der Budapest Open Access Initiative und unterstützt die Bemühungen von FWF, DFG und weiteren Fördereinrichtungen, öffentlich geförderte Forschungsprojekte durch die CC BY-Lizenz der Allgemeinheit frei zugänglich zu machen. Die Einbettung der Artikel in die transnationale Forschungsdateninfrastruktur erfolgt selbstverständlich über anerkannte Identifikatoren wie DOI oder ORCiD. Die Zeitschrift wird mit Open Journal Systems (OJS), einer Open-Source-Software, verwaltet.

Die Frist zur Einreichung der fertigen Manuskripte für die erste Ausgabe der Zeitschrift läuft bis 30. September 2022. Die Editor*innen begrüßen informelle Anfragen zu möglichen Themenvorschlägen. Der aktuelle Call for papers ist hier nachzulesen, weitere Informationen sind der Webseite zu entnehmen.

Anna-Marie Kroupova

 

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news-16090 Mon, 23 May 2022 11:29:59 +0200 Deutsche auf Reisen im Frankreich Ludwigs XIV.: Das binationale Editionsprojekt ARCHITRAVE ist online /beitrag/2022/05/23/editionsprojekt-architrave-ist-online

Die Webseite ARCHITRAVE „Kunst und Architektur in Paris und Versailles im Spiegel deutscher Reiseberichte des Barock“ bietet erstmals Zugang zu Reiseberichten und Aufzeichnungen deutscher Architekten und Diplomaten, die Frankreich – und insbesondere Paris und Versailles – zwischen 1685 und 1723 besucht haben. Diese Zeitspanne war kriegerisch, so dass die Reisetätigkeit temporär stark eingeschränkt war. Nur wenige ausführliche Berichte haben sich erhalten. Sechs der für die Kunst- und Kulturgeschichte aussagekräftigsten Texte aus deutschen und österreichischen Bibliotheken wurden ausgesucht, an denen sich der Wandel der Wahrnehmung der Kunst und Kultur Frankreichs am Übergang zwischen Späthumanismus und Frühaufklärung untersuchen lassen. Das Quellenkorpus, das in einem mehrjährigen binationalen Editionsprojekt kritisch herausgegeben und online gestellt wurde, umfasst Texte von:

  • Christoph Pitzler (1657-1707)
  • Ferdinand Bonaventura Graf von Harrach (1637-1706)
  • Lambert Friedrich Corfey (1668-1733)
  • Christian Friedrich Gottlieb von dem Knesebeck (um 1685?-1720)
  • Leonhard Christoph Sturm (1669-1719)
  • Balthasar Neumann (1687-1753)


Das deutsch-französische Forschungs- und Editionsvorhaben wurde zwischen 2017 und 2021 von der Agence nationale de la recherche (ANR) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert. Es wurde von Prof. Dr. Hendrik Ziegler von der Philipps-Universität Marburg geleitet.

Drei Einstiegsmöglichkeiten gewähren einen niedrigschwelligen Zugang zu den Editionen: Entweder kann man die Texte Seite für Seite durchblättern oder über die Register nach Personen, Orten oder Werken suchen, oder aber auf drei interaktiven Karten von Europa und Paris Informationen zu bestimmten Orten und Monumenten erhalten. Zudem unterstützt eine Suchmaschine die Recherche.

Neben den Editionen bietet die Webseite ARCHITRAVE Zugang zu den wissenschaftlichen Aktivitäten, die im Rahmen des Projekts stattfanden:


Noch ein Wort zu den Vorteilen des webbasierten Edierens:

  • Die dynamische Webseite lässt sich an die individuellen Bedürfnisse der jeweiligen Nutzer*innen anpassen. Verschiedene Ansichten sind wählbar und können beliebig nebeneinandergestellt werden: die digitalen Faksimiles, die Transkriptionen, die Übersetzungen und die kodierten Versionen in XML-TEI.
  • Alle Texteditionen werden im TextGrid Repository langzeitarchiviert, das von der Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen unterhalten wird. Über das Repository können auch sog. Voyant Tools zur quantitativen und qualitativen Textanalyse (Textometrie) genutzt werden: Das Textkorpus kann damit nach den Prinzipien des „distant reading“ auf gattungsspezifische Trends untersucht werden.
  • Entsprechend den Vorgaben von Open Access und Open Source sind alle Forschungsdaten nachnutzbar. Insbesondere sind die angereicherten Registereinträge zu den von den Reisenden gesehenen und besuchten Orten und Kunstwerken dabei für andere Projekte interessant. Sie sind auf heiDATA abrufbar. Von einem der Projektträger – dem Deutschen Forum für Kunstgeschichte Paris – wird eine Kooperation mit dem Konsortium „Time Machine“ angestrebt.

Hendrik Ziegler

 

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news-15927 Tue, 10 May 2022 10:35:15 +0200 Ausverkauf deutschen Kulturgutes /beitrag/2022/05/10/ausverkauf-deutschen-kulturgutes
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news-15889 Fri, 06 May 2022 08:00:00 +0200 Willkommen im Museum Luh! /beitrag/2022/05/06/willkommen-im-museum-luh

Museum - Wohnraum - Galerie - Künstleratelier - Werkstatt 

Besuchen Sie den in Kassel ansässigen Künstler Wolfgang Luh an dem Ort, an dem er lebt und arbeitet, dessen Existenz - weil angemietet - temporär ist! Im Rahmen einer Kooperation mit dem ebenso in Kassel lebenden Filmemacher Stephan Haberzettl ist  ein virtuelles begehbares 3D-Modell des real existierenden Museum Luh entstanden.

Der Rundgang durch das Museum beginnt an der Eingangstür der Mietwohnung. Einzigartige Höhepunkte der sechs Räume des Museum Luh sind der Küchenraum des Museums, der die Installation „VOLLVERSAMMLUNG“ beherbergt. Mit ca. 2630 Kasperletheater-Puppenköpfen aus Gummi, Zelluloid und Kunststoff, und 17 Kasperletheatern gehört diese zur größten Sammlung ihrer Art. Der Bad/WC-Raum, der sogenannte „INTIMBEREICH“, ist eine ständig weiter nach innen wachsende Installation verschiedenster gesammelter Objekte. 

Zusätzliche Informationspunkte in jedem Raum sorgen für eine Kontextualisierung dieses außergewöhnlichen Museums und seiner Sammlungen. Weiterführende Interviews mit dem Künstler, Presseberichte und Projektbeschreibungen können an den jeweiligen Punkten abgerufen werden. Diese im Laufe der Zeit von 1978 bis heute entstandenen Dokumentationen bieten viele interessante Hintergrundinformationen zur Entwicklungsgeschichte des Museum Luh. Hier geht es zum virtuellen Museumsbesuch!

Biographisches:

Wolfgang Luh wurde 1955 in Büdingen (Hessen) geboren. Er studierte Kunst und Germanistik sowie Freie Kunst zwischen 1976 und 1982. 1982 machte er seinen Abschluß als Diplom-Designer und 1984 im Bereich Freie Kunst. Seit 1985 ist er freischaffender Künstler. Seit  April 1984 lädt er jeden Montag zum Kasseler Herrenabend in sein Atelier - später in das Museum Luh - ein. Zu den Aktivitäten von Wolfgang Luh gehört die Herausgabe der Künstler-Zeitschrift ZEITSCHRIFT FÜR TIEGEL UND TUMULT, das Sammeln von Kasperletheater-Puppenköpfen aus Europa und ganz Amerika, die die Dauerinstallation VOLLVERSAMMLUNG bilden. Er vertritt Deutschland als kultureller Botschafter im Auftrag der deutschen Bundesregierung sowie des Hessischen Ministerpräsidenten, ist kuratorisch tätig und Initiator der SLOW-ART-Bewegung. Ausführliche Informationen findet man auf der Webseite des Museum LUH

Quelle: Pressemitteilung des Museum LUH - Das Projekt wurde unterstützt von:  der Stadt Kassel, der Messe Kassel, Kletterkogel Kassel, Clipmedia Kassel, Koch KG Kassel, Kulturnetz Kassel, Erster Kasseler Herrenabend, RTL Hessen GmbH.
 

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news-15868 Wed, 04 May 2022 12:41:19 +0200 Briefe über Briefe. Joseph Hellers Korrespondenz ist digitalisiert /beitrag/2022/05/04/briefe-ueber-briefe-joseph-heller Die Staatsbibliothek Bamberg bewahrt den Nachlass des Bamberger Kunstgelehrten Joseph Heller (1798–1849). Insgesamt 4513 Briefentwürfe und Briefe konnten nun im Zuge eines Projektes digitalisiert, erschlossen und online gestellt werden. Der Heller’sche Briefwechsel bietet einen Blick auf den Kunstmarkt der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und gibt Aufschluss über Objektgeschichten, Provenienzen und Preise.

Das nach 10 Monaten Laufzeit abgeschlossene Digitalisierungsprojekt wurde ermöglicht durch die Deutsche Digitale Bibliothek im Rahmen des von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien geförderten Programms NEUSTART KULTUR. Die Staatsbibliothek hatte sich als Kultureinrichtung aus dem Netzwerk der Deutschen Digitalen Bibliothek im Frühjahr 2021 erfolgreich um die Projektfinanzierung beworben. Mit den Fördergeldern konnten eine Projektstelle finanziert und ein hochwertiger Aufsichtscanner angeschafft werden.

 

Die Bamberger Schätze präsentieren die Ergebnisse des Digitalisierungsprojekts.

 

Die Bilddateien werden in hoher Auflösung unter einer Creative-Commons-Lizenz (CC-BY-SA 4.0) angeboten und stehen kostenlos für Bildung, Studium und Forschung zur Verfügung. Die Benutzungsoberfläche erleichtert die gezielte Recherche in der Menge der Briefe. Neben der Schnellsuche unterstützt dabei die Möglichkeit, mithilfe einer Auswahl vorgegebener Merkmale zu filtern, beispielsweise nach Adressat bzw. Absender oder Entstehungsjahr. Individuelle Suchergebnisse lassen sich als Permalink dauerhaft speichern und in sozialen Netzwerken teilen. Ab Juni 2022 ist die digitalisierte Korrespondenz zusätzlich auch über die Deutsche Digitale Bibliothek abrufbar.

Online einsehbar sind einerseits Hellers Briefkonzepte. Zwischen 1818 und 1821, als Heller seine frühen Sammelambitionen intensivierte, führte er ein Buch, in das er Entwürfe für Anfragen, Aufträge und Abwicklungsgesuche notierte. Anschließend von seinem Sekretär ins Reine geschrieben, wurden Hellers Briefe an Verleger, Kunstsammler und -händler in Deutschland, Österreich und der Schweiz versandt. Ab 1822 verfasste Heller diese Entwürfe nur noch auf losen Blättern. Diese gingen, ebenso wie die zum Buch gebundenen, in den Bestand der damals Königlichen Bibliothek (heute Staatsbibliothek) Bamberg über, wo sie heute – chronologisch sortiert – unter der Signatur JH.Comm.lit.4 eine Fundgrube für Forschende darstellen.

Ebenfalls digitalisiert sind die zwischen 1816 und 1849 von Künstlern, Verlegern, Kunstsammlern und -händlern an Heller gerichteten Briefe. Zu Hellers Korrespondenzpartnern gehörten Sammlerpersönlichkeiten, deren Namen noch heute mit international bedeutenden Institutionen verbunden sind. Zu nennen sind beispielsweise Hieronymus Klugkist (Kunsthalle Bremen), Georg Ernst Harzen (Kunsthalle Hamburg) oder August Anton Pfaundler (Tiroler Landesmuseum). Die eingegangenen Briefe werden alphabetisch nach Absender sortiert unter der Signatur JH.Comm.lit.5 aufbewahrt.

Seit Projektbeginn im Mai 2021 wurden mehr als 40 000 Zugriffe auf die neu erstellten Digitalisate registriert. Zahlreiche, auch internationale Forschungsanfragen zeugen von der hohen Relevanz der Bestände sowie der gelungenen Wiederentdeckung durch die Digitalisierungsmaßnahme. Sie flankiert das Projekt Die Graphiksammlung Joseph Hellers in der Staatsbibliothek Bamberg – Visualisierung und Vernetzung einer Sammlungsstruktur und ermöglicht eine weitere Vernetzung, eine aktive Benutzung sowie das Entdecken neuer Zusammenhänge.
 

 

Link zum Themenportal
Aus der Sammlung des Kunstgelehrten Joseph Heller

 

Kontakt
Staatsbibliothek Bamberg
Neue Residenz
Domplatz 8
96049 Bamberg

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news-15590 Mon, 02 May 2022 10:25:00 +0200 Ein vertrauter Blick – Hans Hoffmanns „Apostel Paulus“ /beitrag/2022/05/02/hans-hoffmann-apostel-paulus In der umfangreichen Kunstsammlung des Bambergers Joseph Heller (1798–1849), die nach seinem Tod vollständig der Königlichen Bibliothek (heute Staatsbibliothek) seiner Heimatstadt übergeben wurde, befinden sich einige Werke des in Nürnberg geborenen Künstlers Hans Hoffmann (1530–1591).
Neben einem Skizzenblatt (SBB, Sign. I A 80) oder dem Flügel einer Blauracke (SBB, Sign. I A 13h) wird auch ein kleinformatiges Schulterstück aufbewahrt, das den bärtigen Apostel Paulus (SBB, Inv.-Nr. Gem.43) zeigt.

 

Der zum christlichen Glauben Bekehrte ist im Halbprofil vor dunklem Grund dargestellt. Das dünn gewordene Haar fällt ihm in die Stirn, die Augenbrauen sind kritisch zusammengezogen und der Blick ruht ernst auf den Betrachter*innen.

 

Dass dieser Ausdruck recht vertraut erscheint, mag daran liegen, dass der nicht zuletzt für seine Dürer-Nachahmungen berühmte Hoffmann einen Bildnistypus aufgriff, den Albrecht Dürer (1471–1528) bereits Jahrzehnte zuvor geprägt hatte und in dem 1526 entstandenen Porträt des Nürnberger Ratsherren Hieronymus Holzschuher perfektionierte (Gemäldegalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Ident.Nr. 557E). Das Patrizierbildnis, das bereits in frühen kunsthistorischen Publikationen als lebendige, einfache und kunstreiche Darstellung nach der Natur (Heller Dürer 1827 II, S. 228) gerühmt wurde, war bis 1884 in Besitz der Familie Holzschuher, befand sich also über Jahrhunderte in Nürnberg. Im selben Jahr, in dem Dürer den befreundeten Ratsherren porträtiert hatte, schuf er sein berühmtes Diptychon „Die vier Apostel“, das noch bis 1627 im Nürnberger Rathaus hing. In der ausdruckstarken Gestaltung von Paulus‘ Gesicht (München, Alte Pinakothek, Inv.-Nr. 540) entdeckten Betrachter*innen eine Ähnlichkeit zu Holzschuher (Heller Dürer 1827 II, S. 202).
Wie andere Künstler hatte Hoffmann in Nürnberg Kontakt zu Vertreter*innen der reichstädtischen Oberschicht. Er kopierte Dürers charakteristische Darstellung des prominenten Holzschuher-Ahnen (Germanisches Nationalmuseum, Inv.-Nr. Gm1417). Für den Kopf des Apostel Paulus' übernahm er den Darstellungstypus und überlagerte damit in gewisser Weise ebenso wie Dürer die etwa ein halbes Jahrhundert zuvor porträtierte Person und die biblische Gestalt. 

 

Gemeinsam mit zahlreichen weiteren Werken von Hoffmann befanden sich sowohl die 1578 entstandene Kopie des Holzschuher-Bildnisses als auch der Apostel Paulus im sogenannten „Praunschen Kabinett”, einer über Jahrhunderte gewachsenen Kunstsammlung, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts geschlossen von der besitzenden Familie veräußert wurde. Diese beauftragte bereits vor 1797 Christoph Gottlieb von Murr (1733–1811) ein Verzeichnis anzufertigen. 1801 erwarb u.a. die Nürnberger Kunsthandlung Frauenholz die Sammlung, deren Verkauf sich über Jahrzehnte hinzog. 1824 sandte der Nürnberger Kunsthändler Johann Andreas Boerner (1785–1862) einen Brief an Heller, unterzeichnet mit „p[e]r proc[ura] J.F. Frauenholz“ (SBB, JH.Comm.lit.5). In diesem kündigte er die baldige Lieferung von Kunstwerken an, die der Bamberger sich zuvor in Nürnberg ausgesucht hatte. Ausgezeichnet mit einem Preis von 88 Gulden ist „1 S. Paulus, v. H. Hofmann, No 28. des P. v. Praun. Catal: wo jedoch d. Apostel falsch benannt” sei. In Murrs Katalog ist das Gemälde als „St. Jean Baptiste“ bezeichnet (Murr 1797, S. 5, Nr. 28).

 

 

Ausstellungshinweis
Hans Hoffmann – Ein europäischer Künstler der Renaissance
Vom 12. Mai bis 21. August 2022 veranstaltet das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg erstmals eine monographische Ausstellung zum Künstler. Auch sein Apostel Paulus wird dort zu sehen sein.

 

 

Link zu duerer.online,
dem Virtuellen Forschungsnetzwerk Albrecht Dürer, einem Projekt der Universitätsbibliothek Heidelberg, der Kunstsammlungen der Stadt Nürnberg und der Albrecht-Dürer-Haus-Stiftung e.V.


Kontakt Projektbeteiligte


 

Link zum Themenportal Joseph Heller

 

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news-15732 Wed, 20 Apr 2022 16:47:43 +0200 Einladung zum NFDI4Culture-Forum "3D-Objekte: Digitalisierung, Präsentation und Langzeitarchivierung" /beitrag/2022/04/20/einladung-nfdi4culture-forum-3d-objekte

Das Konsortium NFDI4Culture befasst sich innerhalb der Nationalen Forschungsdaten-infrastruktur (NFDI) mit den Forschungsdaten zu materiellen und immateriellen Kulturgütern. Das Ziel ist es, eine bedarfsorientierte Infrastruktur für Forschungsdaten aus den Bereichen Kunst und Medien, Architektur, Musik und den darstellenden Künsten aufzubauen. Um eine nachhaltige Forschungsdateninfrastruktur auszubilden, orientiert NFDI4Culture seine inhaltlichen Aufgabenbereiche entlang dem Kreislauf des Forschungsdatenlebenszyklus. Dieser umfasst die Prozesse von der Planung der Datenerhebung, über die Erzeugung, Aufbereitung und Nutzung der Daten bis hin zu ihrer Archivierung und Nachnutzung.

Im alltäglichen Forschungsdatenmanagement werden verschiedene Expertisen an unterschiedlichen Stellen im Projektverlauf benötigt, um einen nachhaltigen Umgang mit Daten zu realisieren. In der Folge sind etwaige Beteiligte bei der Datenerhebung und -anreicherung nicht zwangsläufig auch für die Archivierung und Publikation der Forschungsdaten verantwortlich. Doch gerade an diesen Stellen ist eine enge Zusammenarbeit für optimale Forschungsergebnisse nötig.
Aus diesem Grund richten am 12.05.2022 von 10.00-13.30 Uhr die NFDI4Culture Aufgabenbereiche "Digitalisierung und Anreicherung digitaler Kulturgüter" (TA 1) und "Datenpublikation und Langzeitarchivierung" (TA 4) gemeinsam eine Forumsveranstaltung aus, in der sich speziell auf das Thema der Langzeitarchivierung von 3D-Daten konzentriert wird. Ziel der Veranstaltung ist es, den Austausch zwischen 3D-Datengebern und Repositorienbetreibern zu unterstützen, um Bedarfe und Probleme aufzuzeigen und in Zukunft gemeinsam an deren Lösung zu arbeiten.

Während des NFDI4Culture-Forums wird zum einen über die Themen 3D-Digitalisierung, 3D-Modellierung, 3D-Annotation, 3D-Rekonstruktion und die Darstellung von 3D-Modellen mittels kompakkt und dem DFG-3D-Viewer gesprochen werden. Zum anderen wird es eine kurze Übersicht über die Grundlagen der Langzeitarchivierung mit Schwerpunkt auf die Herausforderungen bei der Sicherung von 3D-Daten geben sowie Präsentationen ausgewählter Dienste zum aktuellen Stand der 3D-Daten-Archivierung. Im Anschluss wird es ausreichend Zeit und Raum geben, um sich miteinander auszutauschen.

Vorläufiges Programm:

10:00 - 10:05 Uhr: Begrüßung

Impulsvorträge zu 3D und Langzeitarchivierung

10:05 - 10:20 Uhr: 3D-Digitalisierung, 3D-Modellierung, 3D-Annotation, 3D-Metadaten, inklusive Anwendungsbeispielen (Zoe Schubert und Katja Sternitzke | SBB, Guido Heinz | RGZM)

10:20 - 10:30 Uhr: Grundlagen und Methoden der digitalen Langzeitarchivierung (Jörg Heseler, Gerald Hübsch)

3D Präsentation

10:30 - 10:45 Uhr: Präsentation v. 3D-Modellen mittels kompakkt (Zoe Schubert)

10:45 - 11:00 Uhr: Präsentation v. 3D-Modellen mittels DFG-3D-Viewer (Sebastian Meyer)

3D Speicherung

11:05 - 11:25 Uhr: Der Weg ins digitale Archiv (Jörg Heseler, Gerald Hübsch)

11:30 - 12:00 Uhr: Pause

LZA-Angebote

12:05 - 12:30 Uhr: SLUBArchiv.digital (Jörg Heseler, Gerald Hübsch), heiARCHIVE (Leonhard Maylein), RADAR4Culture (Kerstin Soltau), Workbench FID BAUdigital (Andreas Noback)

12:35 - 13:30 Uhr: Abschlussdiskussion und Verabschiedung

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news-15612 Thu, 07 Apr 2022 21:59:01 +0200 Rudolf Walter - Soziale Architektur in Charlottenburg /beitrag/2022/04/07/rudolf-walter-soziale-architektur-in-charlottenburg Rudolf Walter (1864-1941) war Magistratsoberbaurat in Charlottenburg. Durch den stetigen Anstieg der Einwohnerzahlen am Anfang des 20. Jahrhunderts musste Charlottenburg städtebaulich für eine entsprechende Infrastruktur sorgen. Als Baubeamter baute Rudolf Walter zahlreiche Sozial- und Zweckbauten sowie Schulen und Wohnhäuser. Seine Gebäude mussten auch mit knappen Ressourcen immer einen gewissen repräsentativen Charakter haben. Dabei berücksichtigte er die Bedürfnisse der Menschen, die in seinen Gebäuden wohnen und arbeiten sollten. Fast alle seine Gebäude sind erhalten geblieben und beherbergen teilweise heute noch soziale Einrichtungen.

Eine Ausstellung in der Rathausgalerie Charlottenburg, bei freiem Eintritt. Führungen, jeweils donnerstags um  16:00 Uhr. 

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news-15597 Wed, 06 Apr 2022 08:46:58 +0200 Bericht 2. #ArthistoCamp /beitrag/2022/04/06/bericht-2-arthistocamp-1
von Yasmin Frommont

Als Vorkonferenz zum 36. Kunsthistorikertag (ab sofort Deutscher Kongress für Kunstgeschichte!) fand am 22. März 2022 das zweite #ArthistoCamp im digitalen Raum statt. An dem Barcamp, ausgerichtet vom Arbeitskreis Digitale Kunstgeschichte, beteiligten sich über 60 Interessierte. Einige Themenvorschläge und mögliche Referent*innen hatten sich schon im Vorfeld gemeldet, sodass die Teilnehmenden direkt in die Abstimmung der Sektionen starten konnten. Als besonders spannend am Format des Barcamps empfand ich die Hierarchiefreiheit, da sich von Studierenden bis Professor*innen alle gleichberechtigt einbringen können und miteinander ins Gespräch kommen. Drei Themen der gut besuchten Sessions wurden bspw. von Studierenden vorgeschlagen.

Bevor es in die erste Runde mit fünf parallelen Sektionen ging, startete das ArthistoCamp mit einem Input zum Kulturerbe in der Ukraine. Der Krieg und die Zerstörung von Kunst und Kultur sowie der beispielslose Einsatz der Kolleg*innen vor Ort sollte auch in den kommenden Tagen auf dem Kunsthistorikertag konstantes Thema bleiben. So fand an allen Tagen ein Ukraine Forum statt, dass sich u.a. denselben Fragen widmete, wie auch die nachfolgenden Sessions auf dem Arthistocamp: was können wir Kunsthistoriker*innen tun und wie ist es möglich, Bilder und Informationen über die Situation zu filtern und zu verifizieren. Wie sollte mit den Objekten in den Museen, Magazinen oder im Stadtraum umgegangen werden? Hier soll nur kurz darauf hingewiesen werden, dass der Deutsche Verband für Kunstgeschichte (vorher Verband Deutscher Kunsthistoriker) im Anschluss an die Konferenz in Stuttgart eine Resolution veröffentlicht hat, die hier zu finden ist.

Session: Ukraine (hands on) - kulturelles Erbe

An den Input anknüpfend, startete die Session mit einer Vorstellung von Wikidata und Wiki Loves Monuments und der Möglichkeit, durch Objekterfassung und Sichtbarmachung von Kulturgut die Ukraine zu unterstützen. Die Referentinnen stellten fest, dass ein großes Problem bei der Erfassung von ukrainischen Kulturgut darin läge, dass die Deutsche Kunstgeschichte zu lange die Osteuropäische Kunstgeschichte aus dem Blick gelassen hatte und nun großer Nachholbedarf in der Einordnung und Erkennung von Objekten bestünde. Auch wenn die ukrainischen Kolleg*innen im Bereich der Digitalisierung von Objekten, Museen oder Monumenten schon vor dem Krieg viel geleistet haben, ist weitere Unterstützung unabdingbar. Die Erstellung von Datenbankeinträgen stehe aber vor vielen Hindernissen: Ein Problem liegt darin, dass richtige Informationen von Falschinformationen unterschieden werden müssen, da von russischer Seite gezielt Einträge gelöscht oder geändert wurden. Außerdem sind viele ukrainische Seiten in den letzten Wochen Hackerangriffen zum Opfer gefallen, weshalb die Denkmallisten teilweise verändert worden sind oder die Daten mit Viren belastet sein können. Bei der Arbeit ist zu Vorsicht und Sorgfalt geraten. Zum Schluss der Session wurden noch praktische Hinweise zum Editieren von Wikidata sowie die bekannten Infoportale benannt, die bei der Arbeit helfen: SUCHO, das Herder Institut, Europeana oder auch ukrainische Museen selbst: Diese stellen schon viele Informationen und Bilder zur Verfügung, die mit Wikidata verbunden werden können. Die Erstellung von Einträgen erhöhe die Sichtbarkeit von ukrainischer Kunst und Kulturgut, sodass die Menschen in der Ukraine nach einem Ende des Krieges an ihre identitätsstiftende kulturelle Überlieferung anknüpfen können. Zugleich schafft eine Sichtbarmachung und Dokumentation des Kulturguts auch eine Sichtbarmachung des Landes.

 

Session: Forschungsfelder der Zukunft in der digitalen Kunstgeschichte

Die Teilnehmer*innen tauschten sich über die Möglichkeiten der digitalen Kunstgeschichte abseits der Nutzung von Datenbanken aus. Es wurde schnell klar, dass es schwierig ist, klare Forschungsfelder zu benennen, da die Anwendungsbeispiele so unterschiedlich sind. Aus der Diskussion ergab sich die Frage, wie Forschende oder Studierende in Erstkontakt mit digitalen Methoden kommen. Wie kann man als „klassische“ Kunsthistoriker*in sich dem Thema widmen? Wie sieht die Zusammenarbeit von Kunsthistoriker*innen und Informatiker*innen und die Finanzierung von gemeinsamen Projekten aus? Wie kommt man in Kontakt mit digitaler Kunstgeschichte?
Aus der Kunstgeschichte kommend ist der Zugang zu den Digital Humanities und digitaler Kunstgeschichte häufig ein Sprung ins kalte Wasser oder Try + Error – eine gute Grundlage sei Offenheit und Interesse an digitalen Medien. Es fehlen häufig Berührungspunkte im Studium, ein früherer Kontakt mit verschiedenen digitalen Methoden würde die Hemmschwelle in der Beschäftigung senken und frühzeitig aufzeigen, welche Möglichkeiten die Digitale Kunstgeschichte böte.

Session: Neu in Form gebracht? Von der Rekontextualisierung und Neuausrichtung einer 20 Jahren alten Datenbank (Datenkuration)

Das Projekt Deutsch-Franz. Kunstvermittlung 1871-1940 und 1945-60 des Deutschen Forums für Kunstgeschichte in Paris (DFK) stellt sich vor. Entstanden ist das Projekt im Rahmen einer Buchpublikation: Es beinhaltet rund 6700 Einträge, die zwischen 1870 und 1940 in deutschen und französischen Zeitschriften veröffentlicht wurden. Darunter befinden sich Ausstellungsbesprechungen, Bücher, Reiseberichte und monographische Artikel, die sich mit der Kunst des Nachbarlandes beschäftigen. Innerhalb des Projektes stellte sich schnell die Frage, wie eine Datenbank genutzt werden könne, die ursprünglich als Arbeitsmittel eines Buchprojekts konzipiert worden ist. Werden die Daten durch die Einbettung in den historischen Kontext besser oder handelt es sich hier um eine Analoge Kunstgeschichte mit digitalen Hilfsmitteln? Klar wurde, dass die Aufbereitung der Einträge und die Überführung dieser in eine Datenbank zukünftige Forschungen möglich mache. Deshalb sollen in Zukunft die Daten über heiDATA publiziert werden und so zitierbar gemacht werden. Die Datenbank ist seit 2019 online und kann hier aufgerufen werden: https://t1p.de/dsu34.

Session: Digitale Architektur, Digitale Erschließung komplexer Objekte

Es gehört zum Barcamp, dass manche Sessions komplett spontan entstehen, auch wenn vielleicht gar keine Expert*innen für das Thema zur Verfügung stehen oder erst während der Diskussion festgestellt wird, dass doch mehr Personen zu einem Thema beitragen können, als sie selbst gedacht hätten. So auch in dieser Session.
Ausgehend von der Fragestellung, wie mit großen Objekten wie Bauwerken oder Raumgefügen umgegangen werden kann, stellte Rudi Risatti das rekonstruierte Modell des Freilichttheaters auf der Prager Burg vor. Das Modell basiert auf dem Stich von Giuseppe Galli Bibiena [Costanza e fortezza, 1723, Theatermuseum Wien]. Das digitale Modell war eigentlich nur zur Vorbereitung eines realen Modells für eine Ausstellung entstanden, bietet aber nun die Möglichkeit, die Rekonstruktion für weitere Vorhaben zu nutzen, wie VR oder AR. Die Nutzung von Modellen oder Rekonstruktionen kann in der Forschung helfen, Gedankenspiele zu testen oder neue Perspektiven auf den Untersuchungsgegenstand zu ermöglichen, wobei darauf geachtet werden muss, dass sich dadurch nicht der Blick verstellt. Wo müssen Bereiche „grau“ bleiben wegen unsicherer Quellenlage, wo sind Bilderquellen vielleicht auch manipuliert?

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news-15591 Mon, 04 Apr 2022 19:07:29 +0200 Das “Netzwerk WissKI” 2022 /beitrag/2022/04/04/netzwerk-wisski-2022 Bereits im November des vergangenen Jahres wurde hier von Robert Nasarek über “Neues von WIssKI” berichtet. Nach dem nun erfolgten Abschluss des DFG-geförderten Projekts Semantics4Art&Architecture, welches die UB Heidelberg zusammen mit dem Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung - Institut der Leibniz-Gemeinschaft in Marburg von 2018 bis 2021 durchführte, soll nun noch einmal zusammenfassend das aktuelle Angebot des Netzwerk WissKI vorgestellt werden. Alle Aktivitäten erfolgten in enger Abstimmung und in Zusammenarbeit mit dem Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg (GNM).

Das Netzwerk WissKI richtet sich an alle, die die WissKI Software für ihre Projekte und Forschungen verwenden, vom Wissens- und Erfahrungsaustausch der Community profitieren möchten und an der nachhaltigen Weiterentwicklung des Systems interessiert sind. Um eine zukunftsfähige Weiterentwicklung der Software zu gewährleisten sowie die Akzeptanz und Etablierung virtueller Forschungsumgebungen mit ontologiebasierter, semantischer Dokumentation nachhaltig zu fördern, soll es eine Anlaufstelle für Anwender*innen und Entwickler*innen sein, die die an verschiedenen Standorten bestehenden Informationen, Aktivitäten sowie Kontakt- und Dokumentationspunkte im deutschsprachigen Raum bündelt. Die Zusammenarbeit zwischen den Entwickler*innen und Anwender*innen soll dadurch intensiviert und der Erfahrungsaustausch gefördert werden. So können der Wissensgewinn dokumentiert und geteilt sowie die Nachhaltigkeit und Optimierung der Anwendung und dessen Weiterentwicklung gesichert werden.

Die Kommunikation im Netzwerk erfolgt über einen WissKI-Slack-Channel.

Auf den seit 2019 jährlich stattfindenden Netzwerktreffen werden neueste Entwicklungen und Einzelprojekte vorgestellt und Anforderungen und Wünsche der Anwender*innen und Entwickler*innen diskutiert.

Die Netzwerkseite bietet darüber hinaus den Zugang zu weiteren Angeboten, die stetig ergänzt werden:

  • WissKICommunity: Das mit WissKI realisierte kleine Portal bietet einen Überblick der mit WissKI arbeitenden Projekte, Institutionen und Personen und zeigt zugleich das breite Spektrum an Einsatzmöglichkeiten des Systems - sei es als virtuelle Forschungsumgebung, Datenbank, Ausstellungsplanungssystem oder Publikationsplattform - und seiner Fähigkeit, die Komplexität der kulturhistorischen Dokumentation abzubilden. Aktuell präsentieren sich dort 76 Projekte, weitere sind in Vorbereitung
  • WissKI-Store: Hier werden Ontologien und Templates verschiedener Projekte zur zur Nachnutzung oder zur Orientierung für eigene Forschungsvorhaben im Bereich der kulturhistorischen Dokumentation und semantischen Datenhaltung bereitgestellt. u.a. finden sich hier auch die Ergebnisse unseres Projektes “Semantics4Art&Architecture”. Zum einen ist das die “Heidelberger Anwendungsontologie für Werkverzeichnisse” und das dazugehörige WissKI-Pathbuilder-Template (siehe dazu auch den Blogeintrag “Nachhaltige semantische Datenmodellierung für Werkverzeichnisse” von Nicole Sobriel). Zum anderen dient die Marburger “Building and Furnishing Ontology - BAFO” der Erfassung von Bauobjekten und damit verbundenen Ausstattungsstücken im Sinne eines Objektverzeichnisses. Neben der Anwendungsontologie und dem WissKi-Pathbuilder-Template ist hier auch das Demosystem BAFO verlinkt.
  • WissKI-Dokumentation: Zugang zu den in den letzten Monaten überarbeiteten  Dokumentation auf der https://wiss-ki.eu - Seite.
  • FAQ- Fragen & Antworten zu WissKI: Gemeinsam mit Mitgliedern des Netzwerkes wird aktuell ein FAQ-Bereich mit häufigen Fragen und Antworten rund um WissKI aufgebaut.
  • IGSD: Zugang zur “Interessengemeinschaft für Semantische Datenverarbeitung e.V.” die den Ausbau und die Förderung von semantischer Datenvernetzung, primär im Bereich der Digital Humanities, zum Ziel hat, in den letzten Jahren einen entsprechenden Service aufgebaut hat.

Als wir 2018 mit unserem Projekt “Semantics4Art&Architecture” begannen, war noch nicht absehbar, welche Synergieeffekte sich durch die enge Anbindung des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg (GNM) als “Participant” an das seit dem 1. Oktober 2020 aktive Konsortium NFDI4Culture ergeben würden. So konnte in Zusammenarbeit mit der TaskArea 4 (Datenpublikation und Langzeitarchivierung) und auf Basis von Ergebnissen der  “Semantics4Art&Architecture” durchgeführten Usability-Studie verschiedene Desiderate hinsichtlich der FAIR-Prinzipien bearbeiten werden. Für Herbst 2022 ist dann auch das nächste WissKI-Anwender*innentreffen in Kooperation mit NFDI4Culture geplant.

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news-15589 Mon, 04 Apr 2022 16:17:49 +0200 Nachnutzbare semantische Datenmodellierung für Werkverzeichnisse /beitrag/2022/04/04/datenmodellierung-werkverzeichnisse

von Nicole Sobriel

Ein Werkverzeichnis oder Catalogue raisonné hat den Anspruch, alle Werke eines*einer bildenden Künstler*in aufzulisten und zu beschreiben, auch wenn die Werke nicht mehr erhalten sind oder ihre Existenz zum Beispiel durch Schriftquellen nur indirekt nachweisbar ist. Œuvrekataloge sind genuin auf stetige Fortschreibung hin angelegt. Damit kontinuierlich notwendige Ergänzungen oder Überarbeitungen zum jeweiligen Forschungsstand flexibel möglich sind, ist von einer wachsenden Bedeutung digitaler Werkverzeichnisse auszugehen.
In Zusammenarbeit mit Kunsthistoriker*innen und Forschungsgruppen erstellt, hostet und betreut die UB Heidelberg im Kontext von arthistoricum.net nachhaltige, datenbankgestützte Werkverzeichnisse.
In dem DFG geförderdeten Projekt "Semantics4Art&Architecture - Aufbau einer nachhaltigen Forschungsinfrastruktur für die ontologiebasierte Dokumentation und Erschließung von Kunst und Architektur", welches die UB zusammen mit dem Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung - Institut der Leibniz-Gemeinschaft in Marburg von 2018 bis 2021 durchführte, lag der Heidelberger Fokus u.a. auf der semantischen Datenmodellierung für Werkverzeichnisse. Ziel war es dabei eine nachnutzbare Anwendungsontologie und ein Datenmodell für die Community bereitstellen zu können.

Für den Einstieg in die Thematik der Datenmodellierung mit WissKI stand das digitale Werkverzeichnis Anton Raphael Mengs zur Verfügung, welches an der UB Heidelberg in Kooperation mit Prof. Dr. Steffi Roettgen (München) entsteht und als Fortführung ihres monographischen Werkverzeichnisses Anton Raphael Mengs 1728-1779 gilt. Weitere wichtige Grundlagen für das zu entwickelnde Datenmodell und die dafür notwendige Anwendungsontologie bildeten Workshops mit der Fachcommunity und ein sich daraus ergebender Anforderungskatalog.

Die "Heidelberger Anwendungsontologie für Werkverzeichnisse" ist eine Erweiterung des CIDOC Conceptual Reference Model (ISO 21127), umgesetzt im Erlangen CRM / OWL (Version 200717). Sie bietet Klassen und Eigenschaften, die zur Beschreibung von Kunstwerken für ein Werkverzeichnis konkretisiert sind, sie kann jedoch auch zur Modellierung eines Datenmodells benutzt werden, dessen Fokus unabhängig vom Kontext „Werkverzeichnis“ ganz allgemein auf der Dokumentation und Tiefenerschließung von Kunstwerken liegt. Im Fokus steht das unikale Werk, bei reproduzierbarer Kunst zusätzlich das Werk-Konzept, welches mit identifizierenden und klassifizierenden Kategorien beschrieben und dessen Objektgeschichte durch Beschreibung einzelner Ereignisse wie Schöpfung, Herstellung, Auftrag, Auktion/Verkauf, Ausstellung, Restaurierung oder Provenienz respektive Besitztum ausführlich dokumentiert werden kann. Weitere Klassen und Eigenschaften, mit denen die mit dem Werk oder Werk-Konzept in Beziehung stehenden Entitäten detailliert beschrieben und dokumentiert werden können, erlauben es darüber hinaus, komplexere Fragestellungen als allein die Objektgenese und -geschichte zu behandeln. Damit auch die Integration von Normdaten und Thesauri wie z.B. der Gemeinsamen Normdatei Deutschland (GND), des Art and Architecture Thesaurus (AAT) oder Iconclass möglich ist, wurden die dafür relevanten Klassen in die Anwendungsontologie aufgenommen.

Zum Einsatz kommt diese neue Werkverzeichnis-Ontologie erstmals in dem WissKI-Projekt "duerer.online – Virtuelles Forschungsnetzwerk Albrecht Dürer", dessen Kern ein digitales Werkverzeichnis zum Œuvre Dürers ist.

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news-15451 Tue, 22 Mar 2022 09:30:00 +0100 First View! Erste Werke auf duerer.online /beitrag/2022/03/22/first-view-erste-werke-auf-duereronline

Seit Juni 2020 entwickelt die Universitätsbibliothek Heidelberg gemeinsam mit den Museen der Stadt Nürnberg und der Albrecht-Dürer-Haus-Stiftung e.V. eine virtuelle Forschungsplattform zum Nürnberger Ausnahmekünstler.
Nachdem die Homepage des DFG geförderten Projekts bereits seit letztem Jahr auf aktuelle Ausstellungen und Neuerscheinungen aufmerksam macht sowie verschiedene Einstiege in die Literatur- und Quellenrecherche bietet, sind jetzt auch erste Werke von und nach Dürer samt informativen Rahmen online.
 

Erschließung

Grundidee des Vorgehens ist es, sukzessive diejenigen Werke zu erschießen, die im schriftlichen Nachlass des Künstlers genannt sind, um sie digital mit den Quellenschriften, der Sekundärliteratur, aber auch weiteren Kunstwerken, wie Vorstudien von Dürers Hand oder Kopien nach seinen Bilderfindungen, in Bezug zu setzen. Perspektivisch wird eine zukunftsfähige und interoperable Forschungsplattform mit vollständigem Werkverzeichnis seiner Druckgraphik, Gemälde, Zeichnungen sowie seines Nachlebens entwickelt.
 

Was erwartet Sie – Stand Frühjahr 2022

Aktuell auf duerer.online 240 Werke, 922 Exemplare, 271 Literatur- und 280 Personendatensätze

Obwohl der Schwerpunkt in der ersten Projektphase (2020–2023) auf der Druckgraphik Dürers liegt, finden Sie bereits einige Unikate. Die gattungsübergreifende Auswahl diente als Basis, um die Anwendungsontologie für die wissenschaftliche Kommunikationsinfrastruktur (WissKI) zu erarbeiten. Zur Verdichtung wurden Abzüge verschiedener Institutionen samt exemplarspezifischer Details integriert – zunächst aus den Beständen der Projektpartner Museen der Stadt Nürnberg/ Albrecht Dürer Haus-Stiftung e.V. sowie den digitalen Angeboten ausgewählter Sammlungen international. So finden Sie beispielsweise im Datensatz zu Dürers zwischen 1507 und 1512 entstandener Kupferstichpassion eine Fülle an Informationen auf Werkebene, daran gebunden die 16 Einzelblätter der Werkfolge. Unter Ausführung (Exemplar) sind die jeweiligen Besonderheiten der einzelnen Abzüge, wie Wasserzeichen, Sammlermarken, etc. angegeben.

 

Wie geht es weiter bis 2023

Sowohl die inhaltliche Erschließung von Text und Bild als auch die technische und visuelle Umsetzung wird während der Projektlaufzeit konzentriert und weiterentwickelt. Hierzu gehört unter anderem:

  • das Erstellen wissenschaftlicher Aufnahmen von Kunstwerken, Textquellen, Personen, Institutionen/ Sammlungen, Verkaufsereignissen o.ä.
  • die digitale Transkription von Quellenschriften
  • die semantische Verknüpfung von Text und Bild über eine Registerfunktion
  • die Versionierung der Einträge und die Gewährleistung ihrer Zitierfähigkeit
  • die Optimierung der Suchfunktionen und der visuellen Benutzer*innenführung
  • die Integration eines IIIF-Viewers

 

Alle Inhalte und Funktionen der virtuellen Forschungsumgebung sind Work in Progress.
Bleiben Sie auch über Ihre ‚First View‘ hinaus gespannt,
Ihr Team von duerer.online

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news-15343 Fri, 04 Mar 2022 10:14:51 +0100 arthistoricum.net und NFDI4Culture auf dem Kunsthistorikertag 2022 in Stuttgart /beitrag/2022/03/04/arthistoricumnet-und-nfdi4culture-auf-dem-kunsthistorikertag-2022-in-stuttgart Von Mittwoch, 23. März 2022, bis Freitag, 25. März 2022, ist arthistoricum.net mit einem Infostand auf dem 36. Deutschen Kunsthistorikertag in Stuttgart zu finden. Die Teams aus Heidelberg und Dresden sind vor Ort und beantworten Ihre Fragen zum Fachinformationsdienst Kunst, Fotografie, Design. Wir informieren außerdem über unsere vielfältigen Angebote und Services:

 

  • Open Access Publikationen in der Kunstgeschichte
  • Fachkatalog und Bild- und Literatursuche
  • Themenportale und Plattformen
  • Digitalisierung und Erschließung kunstwissenschaftlich

    relevanter Bild- und Textquellen
  • IIIF und Bildannotationstools
  • Netzwerk und Wissenschaftsaustausch

 

Am Mittwoch, 23. März 2022, 10:00–13:00 Uhr und 15:30–17:00 Uhr findet an unserem Stand außerdem eine offene Beratungsrunde zu NFDI4Culture statt. NFDI4Culture ist das Konsortium in der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI), das sich mit Forschungsdaten zu materiellen und immateriellen Kulturgütern befasst. Ziel ist, eine bedarfsgerechte Infrastruktur für Forschungsdaten in den Bereichen Architektur-, Kunst- und Musik-, Theater-, Tanz-, Film- und Medienwissenschaften zu schaffen. Als Partner von arhistoricum.net ist NFDI4Culture Ihr Ansprechpartner zum Thema Publikation und Archivierung von Forschungsdaten in der Kunstgeschichte.

 

 

Kommen Sie mit Ihren Fragen vorbei. Das arhistoricum.net Team freut sich auf Sie!

 

Mittwoch, 23. März 2022 – Freitag, 25. März 2022
Ort: Keplerstr. 17, Kollegiengebäude 2, Universität Stuttgart
Stand: arhistoricum.net

Für Fragen zu NFDI4Culture: Mittwoch, 23. März 2022, 10:00–13:00 Uhr und 15:30–17:00 Uhr

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news-15317 Mon, 28 Feb 2022 09:53:17 +0100 Neuerscheinung: FONTES 93: Ulrich Pfisterer: „Wie man Skulpturen aufnehmen soll“ /beitrag/2022/02/28/neuerscheinung-fontes-93-ulrich-pfisterer-wie-man-skulpturen-aufnehmen-soll Frisch erschienen bei arthistoricum.net-ART-Books:

 

Ulrich Pfisterer: „Wie man Skulpturen aufnehmen soll“. Der Beitrag der Antiquare im 16. und 17. Jahrhundert

Seit den Jahren um 1500 gibt es druckgraphische Reproduktionen von antiken Statuen und anderen Monumenten des Altertums. Nachdem lange Zeit vor allem untersucht wurde, welche Werke diese Graphiken darstellen, richtet sich das Interesse nun zunehmend darauf, wie sie dies tun. Dieser Beitrag untersucht, wann und in welchen Zusammenhängen im 16. und 17. Jahrhundert begonnen wurde, antiken Werke systematisch aus mehreren Ansichten wiedergegeben. Dabei lieferte die antiquarische, nicht allein die künstlerische Beschäftigung mit antiken Skulpturen einen entscheidenden Beitrag zu ‚Vielansichtigkeit‘ und 'dokumentierendem Darstellungsmodus'. Gerade auch ungewöhnliche antike Werke etwa aus Ägypten oder aber nicht-europäische Götterfiguren und ‚Idole‘ erforderten innovative Abbildungen aus mehreren Blickwinkeln. Erst im 19. Jahrhundert sollte dann mit neuen Reproduktionsformen von Skulptur experimentiert und deren Einsatz diskutiert werden - bis hin zu den auf die Fotografie ausgerichteten Überlegungen Heinrich Wölfflins, "wie man Skulpturen aufnehmen soll".

 

Zum E-Book:  https://doi.org/10.11588/arthistoricum.1016

Direkt zur HTML-Version

 

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FONTES stellt seit 2007 kommentierte Volltext-Versionen und Bilddokumente zur frühneuzeitlichen Diskussion über Kunst und Artefakte im weitesten Sinne zur Verfügung. Darunter sind nicht nur alle Textgattungen zu verstehen, die Julius von Schlosser in sein Standardwerk "Die Kunstliteratur" (1924) aufgenommen hat, sondern etwa auch antiquarisches Schrifttum, Archivquellen, Gedichte, Kommentare, Passagen aus lexikalischen und enzyklopädischen Werken.

 

Die nun neu erschienene Nr. 93 wurde zum Anlass nicht nur für die Änderung des Untertitels und damit auch die Ausweitung auf frühneuzeitliche Bildquellen genommen, sondern auch für einen Relaunch der FONTES-Webseite bei arthistoricum.net genommen.

 

Ab sofort sind zwei Publikationsformen in FONTES möglich: Entweder erscheinen sie nach den Richtlinien von den Autor*innen selbst formatiert weiterhin bei ART-DOK oder alternativ als eBOOK (ggf. auch als Printausgabe im Buchhandel) bei ART-Books erscheinen.

 

Nutzen Sie zur Recherche (inklusive Volltextsuche) in allen Ausgaben von FONTES unsere neuen FONTES-Online-Katalog.

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news-15269 Wed, 23 Feb 2022 09:00:00 +0100 Bühnen - Technik - Bilder : Perspektiven auf den digitalisierten Nachlass der Bühnentechniker-Familie Brandt /beitrag/2022/02/23/buehnen-technik-bilder-perspektiven-auf-den-digitalisierten-nachlass-der-buehnengtechniker-familie-brandt

von Margret Schild (Theatermuseum + Filmmuseum Düsseldorf / Bibliothek)

Im Institut für Theaterwissenschaft an der Freien Universtiät Berlin konnte mit Unterstützung von digiS - Forschungs- und Kompetenzzentrum Digitalisierung in einem halben Jahr der Nachlass der Theatertechnikerfamile Brandt digitalisiert und erschlossen werden. Die Senatskanzlei für Wissenschaft und Forschung finanzierte diese Maßnahme. Eingesetzt wurde die Open Source-Software Omeka S als neue Objektdatenbank der Theaterhistorischen Sammlungen. Am 21. Februar wurde das Projekt im Rahmen eines Online-Workshops vorgestellt. Ergänzt wurde die Präsentation durch zwei Vorträge aus der Forschungsperspektive zu Aspekten der Theatertechnik, die auch Bezug zum Nachlass nahmen, sowie eine Gesprächsrunde über die Nutzungspotenziale von digitalen Sammlungen (Programm).  

Der Nachlass

Anhand von knapp 1.000 Objekten ermöglicht der Nachlass der Familie Brandt einen Blick hinter die Kulissen im Theater während des 19. und frühen 20. Jahrhunderts: auf Hinter- und Seitenbühnen, in die Untermaschinerie, den Schnürboden, die Magazine und die Werkstätten. Eine systematische Ausbildung gab es noch nicht und das Wissen wurde von Generation zu Generation innerhalb der Familie weiter gegeben. Geboten werden verschiedene Sucheinstiege, die sich an Forschende und Interessierte richten (Link zur Einstiegseite):  

  • Theatergebäude in den Sammlungen
  • Objekte im Nachlass Brandt
  • Bauprojekte und Inszenierungen
  • Personen und Körperschaften
  • Kuratierte Sammlungen und Themen

Innerhalb der kuratierten Sammlung und Themen findet man auch 3-D-Rekonstruktionen anhand der vorhandenen Pläne, so beispielsweise die Rekonstruktion des fahrbaren Bühnenhimmels für das Königliche Operntheater (Krolloper) in Berlin. 

Forschungsperspektive

Gundula Kreuzer (Yale University) und Ulf Otto (Ludwig-Maximilian-Universität München) gingen in ihren Vorträgen u.a. auf den Nachlass aus der Forschungsperspektive ein. So findet man im Nachlass den einzigen Beleg, wie der Orchestergraben des Festspielhauses in Bayreuth erweitert wurde. In allen anderen Publikationen wird immer die gleiche  (einen veralteten Stand enthaltende) Zeichnung publiziert. Andere Archivalien der Gestaltung des Orchestergrabens und der Theatertechnik, auf die in der Literatur verwiesen wurde, existieren leider nicht mehr - sie wurden - so wurde es der Referentin mitgeteilt - kassiert, weil sie nicht mehr als für die Forschung bzw. die Überlieferung relevant betrachtet wurden. Die Geschichte der Elektrizität ist ebenfalls eng mit dem Theater verbunden. Es wurden immer wieder zeitlich parallel vergleichbare technische Lösungen entwickelt, wobei es vorkommen konnte, dass sich einzelne eher durchsetzten als andere, die dann in Vergessenheit gerieten. Wie ist das Verhältnis zwischen der Technik (dem Ideenreichtum der in diesem Metier tätigen) und dem künstlerischen Konzept (des Regisseurs) bzw. wie beinflussen sie sich gegenseitig? Die (dargestellten) Objekte sind nicht unbedingt selbsterklärend: Wie haben sie funktioniert? Wofür und wie häufig wurden sie eingesetzt?

Nutzungspotentiale digitaler Sammlungen

Den Abschluß bildete eine offene Gesprächsrunde mit Frank Fischer (Digital Humanities, FU Berlin), Gerd Müller (Stipendiat des Kulturhackathons Coding da Vinci), Bri Newesly (Szenografie & Theaterbau, BHT Berllin), Nora Probst (Theaterwissenschaftliche Sammlung Köln + Kultur der Digitalität an der Universität Paderborn) und Franziska Ritter (digital.DHTG, DFG-Projekt Theaterbauwissen an der TU Berlin). Welche Daten wünschen sie sich? Wie kann man die Daten nutzen? Als wichtige Punkte genannt wurden: die Offenheit der Daten und der Schnittstellen für eine Weiterbearbeitung oder -nutzung, Möglichkeiten der (automatischen) Vernetzung über standardisierte Referenzpunkte, die Notwendigkeit der kontinuierlichen Datenpflege und -anreicherung, die nachhaltige Sicherung des Wissens und der Daten aus den (zeitlich befristeten) Projekten, neue Kooperationen - so beispielsweise in Form von Hackathons wie Coding da Vinci, wo GLAM-Institutionen mit IT-Affinen zusammen kommen, neue kreative Anwendungen (auch und vor allem niedrig schwellig) entwickeln. Aber auch: die Vernetzung untereinander, der Austausch von Erfahrungen (Best Practice) und der Blick über den Tellerand auf verwandte Bereiche - thematisch (z.B. Kunstgeschichte, Architektur, Technikgeschichte) oder auch in Hinblick auf Werkzeuge zur inhaltlichen und formalen Beschreibung. 

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news-15104 Wed, 02 Feb 2022 09:08:00 +0100 #arthistoCamp auf dem Stuttgarter Kunsthistorikertag 2022 /beitrag/2022/02/02/arthistocamp-auf-dem-stuttgarter-kunsthistorikertag-2022

Am Vortag des 36. Deutschen Kunsthistorikertages veranstaltet der Arbeitskreis Digitale Kunstgeschichte als Vorkonferenz-Programm das zweite #arthistoCamp als Online-Veranstaltung.

Dienstag, 22. März 2022, 10:00–16:00 Uhr, online und kostenlos
Anmeldung zum arthistoCamp.
#arthistoCamp auf der Homepage des Kunsthistorikertag

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news-15029 Fri, 21 Jan 2022 12:25:38 +0100 24 Nachwuchs-Reisestipendien für den Besuch des 36. Deutschen Kunsthistorikertags /beitrag/2022/01/21/24-nachwuchs-reisestipendien-fuer-den-besuch-des-36-deutschen-kunsthistorikertags Dank der großzügigen Förderung der Gerda Henkel Stiftung können 24 Reisestipendien an Nachwuchswissen­schaftler:innen für den Besuch des Deutschen Kunst­historikertags und des in diesem Rahmen veranstalteten Nachwuchsforums vergeben werden.


Bewerben können sich Studierende, Promovierende und Personen im Volontariat bis zum 15. Februar 2022. Einzureichen sind ein kurzes Motivations­schreiben, aus dem hervorgeht, inwiefern die eigene Forschung vom Besuch des Kunsthistorikertags profitiert, ein Lebenslauf inkl. Kontakt­daten (max. 1 Seite), sowie eine Immatrikulations- bzw. Promotions­bescheinigung oder Nachweis des Volontariats (Kopie), alles zusammengefasst in einem PDF-Dokument an:
formen.des.uebergangs@gmail.com


Es sollen für 24 Kandidat:innen die Reise- und Übernachtungs­kosten sowie die Kosten des Kongresstickets übernommen werden. Diese verteilen sich auf 19 Stipendien für Anreisende aus Deutschland und 5 Anreisende aus dem Gastland Polen und dem deutschsprachigen Ausland.


Der 36. Deutsche Kunsthistorikertag findet vom 23. bis 27. März 2022 in Stuttgart unter dem Motto „FORM FRAGEN“ statt. Diesmal soll das Nachwuchsforum angelehnt an das Thema des Kunsthistorikertags den Titel „Formen des Übergangs. Perspektiven des Kunstgeschichts­studiums“ tragen und Problemstellungen in den Fokus rücken, die sich beim Übergang vom Studium in das Arbeitsleben ergeben. Diese Themen werden in zwei separaten Veranstaltungen, einer Paneldiskussion am Eröffnungstag und einer offenen Diskussionsrunde aufgegriffen. Die zweiteilige Struktur bietet die Möglichkeit, gleich zu Beginn des Kunsthistorikertags Kontakte zu knüpfen und Impulse zu setzen und die im Verlauf der Tagung entstandenen Fragen, Erkennt­nisse und Anliegen zum Ende hin noch einmal zusammen­zuführen und auszuwerten.


Ein Interesse an den Aktivitäten des Nach­wuchsf­orums wird vorausgesetzt. Bewerber:innen sollten außerdem die Bereitschaft haben, einen Bericht / Blogbeitrag über eine von ihnen besuchte Veranstaltung des Kunsthistorikertags auf L.I.S.A. – dem Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung zu veröffentlichen.


Die Benachrichtigung der ausgewählten Bewerber:innen erfolgt bis spätestens Ende Februar 2022.

 

#kht2022
#FORMFRAGEN

➡️ https://kunsthistorikertag.de

➡️ https://kunsthistorikertag.de/Reisestipendien_2022/

➡️ https://www.instagram.com/formen_des_uebergangs

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news-15012 Wed, 19 Jan 2022 12:50:35 +0100 Datathon am DHIP und DFK Paris /beitrag/2022/01/19/datathon-am-dhip-und-dfk-paris Forschungsdaten anreichern, interpretieren, präsentieren - der erste Datathon des Deutschen Forum für Kunstgeschichte (DFK Paris) und Deutschen Historischen Instituts Paris (DHIP) erbrachte erstaunliche Ergebnisse. 29 junge Wissenschaftler:innen der Geschichte, Archäologie sowie Kunstgeschichte aus Frankreich und Deutschland experimentierten mit Daten beider Institute. Vom 24. bis 26.11. erweiterten sie ihre Kenntnisse der Methoden der Digital Humanities (DH) und tauschten sich mit Expert:innen in Paris vor Ort aus.

Die Daten der Korrespondenz der Constance de Salm, des Adressbuchs der Deutschen in Paris von 1854 und das Adressbuch der Deutschen von 1854 vom DHIP sowie die Korrespondenz Fantin-Latour - Otto Scholderer und des Forschungsprojekts Deutsch-französische Kunstvermittlung 1871 - 1940 und 1945 - 1960 des DFK Paris, wurden am ersten Tag in Kurzvorträgen vorgestellt. Alle Teilnehmer:innen und Expert:innen entwickelten zusammen erste Fragestellungen und bildeten selbstorganisierte Gruppen, die in den folgenden Tagen an einem kleinen Forschungsprojekt arbeiteten. Die Vielfältigkeit der Datensets, die alle einen Schwerpunkt im 19. Jahrhundert haben, bot einen idealen Nährboden für unterschiedliche Ansätze. Die Teilnehmer:innen haben die Daten mit Normdaten angereichert und analysiert, um eigene Hypothesen zu entwickeln und zu testen. Chancen aber auch Limitierungen der Daten haben die Teilnehmer:innen im regen Austausch mit den Expert:innen diskutiert. Zwischen den Gruppenarbeitsphasen konnten die Beteiligten in mehreren Breakout Sessions, die von Expert:innen wie Anne Baillot (Université du Mans), Johanna Daniel (Institute national Histoire d’Art (INHA)) und Martin Grandjean (Université de Lausanne) angeboten wurden, ihre Kenntnisse zu Methoden der DH vertiefen.

Nach 2,5 Tagen intensiver Arbeit stellten die vier Gruppen ihre Ergebnisse vor:
Die erste Gruppe verfolgte eine Fragestellung der Spatial Humanities. Sie ließ auf Grundlage des Adressbuchs mit interaktiven kartographischen Visualisierungen u. a. die sozialen Strukturen und die Berufsgruppen von Paris um 1854 sichtbar werden. In eine andere Richtung ging das Projekt der zweiten Gruppe, die ebenfalls eine Anreicherung der Adressdaten vorgenommen hat, um sie anschließend maschinenlesbar als RDFa Triple zur Verfügung zu stellen. Auf diese Weise könnten die Daten zukünftig über Persée angeboten werden.
Der Briefaustausch von Henri Fantin-Latour und Otto Scholderer wurde von der dritten Gruppe unter verschiedenen Aspekten betrachtet: Netzwerkanalysen mit Gephi ebenso wie kartographische Visualisierungen auf der Basis von Open Street Maps zeigten die historische Kontextualisierung der Briefe. Interaktive Graphen mit dem Tool tableau präsentierten außerdem die Verteilung der in den Briefen genannten Künstler nach Nationalitäten.
Eine anspruchsvolle Aufgabe stellte sich eine vierte Gruppe, die nach einer Transkription und Anreicherung der Korrespondenzen von Constance de Salm eigene Hypothesen mittels der Sentiment Analysis untersuchen wollten. Hierbei stießen sie auf methodische Probleme, konnten aber andere Erkenntnisse gewinnen, u.a. welche Schreiber für die verschiedenen Inhalte von Constanze von Salms Korrespondenz beauftragt wurden. Eine Dokumentation der Arbeitsgruppe wurde im Blog Hypotheses veröffentlicht. Zusätzlich entstand noch ein Twitter Bot auf Grundlage dieser Briefsammlung, der täglich einen Tweet mit den Anfängen eines der 2900 Briefe über @ConstanceSalm postet.

Die Veranstalter:innen, Gérald Kembellec, Anne Klammt und Mareike König, waren positiv überrascht von der Vielfältigkeit der Ansätze ebenso wie der hohen Qualität der Projekte. Die Verantwortlichen der Datenprojekte, z.B. Mathilde Arnoux für die Korrespondenz Fantin-Latour - Otto Scholderer, waren ebenfalls sehr begeistert von den Ergebnissen und die Teilnehmer:innen berichteten, sie hätten aus den Projekten viele Erkenntnisse ziehen können.

Abendvorträge in Präsens oder über Zoom rundeten den Datathon ab: Charlotte Duvette und Loïc Jeanson (beide INHA) stellten am 24.11. am DFK Paris das Projekt “Quartier Richelieu” vor. Das Quartier, das den Louvre, l’Opéra, den Place des Victoires bis zu den großen Boulevards umfasst, wurde in einer Rechercheplattform für zukünftige Forschungen rekonstruiert. Silke Schwandt (Universität Bielefeld) hielt am 25.11. am DHIP den Vortrag Méthodes numériques en histoire: la notion de ‘Communities of practice’ et la réflexion de la pratique scientifique, der von Émilien Ruiz (Science Po) kommentiert wurde. Die Reflexion der Methoden innerhalb der Disziplinen der DH und der Geschichtswissenschaften wie ihre Anbindung in den größeren Kontext historischer Forschung wurden an diesem Abend thematisiert.

Der Datathon war die erstmalige Zusammenarbeit der beiden Einrichtungen der Max Weber Stiftung in Paris im Bereich der Digital Humanities. Bei der konzeptionellen und organisatorischen Vorbereitung waren die Hilfskräfte (Deborah Schlauch, Evan Virevialle) sowie die Praktikant:innen (Anna-Lena Brunecker, Eike Löhden) beteiligt.
Weitere Informationen zu den Projekten werden voraussichtlich in Artikeln auf dem Blog des DHIP erscheinen.

 

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news-14959 Wed, 12 Jan 2022 19:09:38 +0100 Berichte Inbetriebnahme Heidelberger Fälschungs-Studien-Sammlung HeFäStuS /beitrag/2022/01/12/berichte-inbetriebnahme-heidelberger-faelschungs-studien-sammlung-hefaestus
  • Bericht vom 12.1.2022 auf SWR aktuell BW 19.30-20.00 Uhr über die dieses Semester in Betrieb genommene Heidelberger lschungs-Studien-Sammlung HeFäStuS:

  • https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/mannheim/kunstfaelschungen-als-unterrichtsmaterial-in-der-universitaet-heidelberg-100.html

    • Und als Hörfunkbeitrag vom 11.1.2022 (SWR2 Journal am Mittag 12.30-13.00 Uhr, UKW 88.8 MHz):

    https://www.swr.de/swr2/kunst-und-ausstellung/kunstfaelschungs-sammlung-an-der-universitaet-heidelberg-100.html

     

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    news-14950 Tue, 11 Jan 2022 20:30:00 +0100 Die goldene Spur oder Vorteile eines zentralen Fälschungsarchivs /beitrag/2022/01/11/die-goldene-spur-oder-vorteile-eines-zentralen-faelschungsarchivs Bereits seit einigen Jahrzehnten werden in Fachkreisen Forderungen nach einem zentralen Fälschungsarchiv laut. „Es fehlt eine Institution, die sich systematisch mit Fälschungen und Nachbildungen beschäftigt […]“[1], wie die Kunsthistorikerin Inge Zacher 1976 anlässlich der Ausstellung „Fälschung und Forschung“ im Museum Folkwang betont. Auch in aktuellen Publikationen etwa von Anita Gach, Leiterin des Referats Kulturgutdelikte im BKA in Wien, findet ein derartiges Vorhaben den entsprechenden Zuspruch.[2] Die Vorteile eines solchen Fälschungsarchivs liegen auf der Hand: Nicht nur werden einmal entlarvte Fälschungen dem Kunstkreislauf entzogen; auch können sie interdisziplinär in die universitäre Forschung und Lehre eingebunden werden. Hierdurch werden künftige Expert:innen bereits während ihrer Ausbildung mit Fälschungen konfrontiert, was zu einer weiteren Prävention beitragen kann. Eine interdisziplinäre Zusammenarbeit etwa mit der Kriminologie, Jurisprudenz, Kunsttechnologie und Sozialwissenschaft ermöglicht sodann, Fälschungen multiperspektivisch zu erforschen und hieraus weiterführende Erkenntnisse nicht nur für die Kunstgeschichte abzuleiten. Da sich aus einer derart systematischen Erforschung von Fälschungen auch Ergebnisse entwickeln, die als eine Art Frühwarnsystem fungieren können, ist eine transparente Kommunikation grundlegend. Denn die Fälschungsfälle der letzten Jahre haben gezeigt, dass die zeitnahe Entlarvung von Fälschungen (und nicht erst nach ihrer Verjährung) auch an der mangelnden Kommunikation der Beteiligten scheiterte. Entsprechend formuliert auch Gach: „Wünschenswert wären mehr polizeiliche Anzeigen, um dem Problem strafrechtlich begegnen zu können.“[3]

     

    Dass derartige Vorhaben trotz ihrer Vorteile bisher nicht umgesetzt werden konnten, liegt mitunter an der gesellschaftlichen und kunsthistorischen Wahrnehmung von Fälschungen. So werden Kunstfälschungen in der breiten Öffentlichkeit oftmals aufgrund ihres vermeintlich unterhaltsamen kriminellen Hintergrunds und ihres Glamours entweder mit einer gewissen Faszination verherrlicht oder gänzlich verteufelt, während sie in der Kunstgeschichte als ästhetisch minderwertig gegenüber den Originalen angesehen werden.

     

    Im Januar 2021 ist es Prof. Dr. Henry Keazor allerdings gelungen, eine derartige Fälschungsstudiensammlung an der Universität Heidelberg zu etablieren. Unter dem Namen HeFäStuS (einem Akronym für „Heidelberger Fälschungs-Studien-Sammlung) wurde am Institut für Europäische Kunstgeschichte (IEK) in Kooperation mit dem Landeskriminalamt Berlin sowie privaten Kunstsammlern eine dynamisch wachsende Sammlung gegründet, die aktiv in die aktuelle Forschung und Lehre eingebunden ist.

     

    Dabei zeigte sich gleich im Rahmen der Sichtung und Digitalisierung der ersten Sammlungsobjekte ein weiterer Vorteil eines Fälschungsarchivs. Denn üblicherweise treten Kunstfälschungen auf dem Kunstmarkt als Einzelwerke in Erscheinung, die – wenn auch aus einem Konglomerat diverser Fälschungen des gleichen Fälschers stammend – zudem international und somit räumlich und zeitlich getrennt voneinander verkauft werden. Zuweilen werden diese vermeintlich marktfrischen Neuentdeckungen – auch aus logistischen Gründen – kaum mit Werken des gefälschten Künstlers im Original verglichen. Etwaige Unstimmigkeiten materieller und inhaltlicher Natur fallen so kaum auf, was die Wirksamkeit von Kunstfälschungen um ein Vielfaches erhöht. Bringt man jedoch diverse Fälschungen unterschiedlicher Epochen, Sujets und Künstler in einen physischen Vergleich, werden Merkmale der jeweiligen Objekte deutlich, die in der Einzelansicht kaum aufgefallen wären. So konnte bei der Untersuchung einer Fälschung im Stil des französischen Historienmalers Jean-Léon Gérôme die Imitation von Rahmenabdrücken auf der Leinwand festgestellt werden. In einem Vergleich mit der Beltracchi-Fälschung „Collioure“ im Stil André Derains zeigte sich sodann eine ähnliche Imitation eines ehedem vorhandenen Rahmens. Beltracchi simuliert allerdings keinen mechanischen, sondern einen farbigen Abdruck, indem er am inneren Rand des Gemäldes in einem Abstand von etwa einem Zentimeter eine goldene Farbspur verlaufen lässt. Diese Spur ist derart fein angelegt, dass nur bei intensiver Beobachtung und bestenfalls mit einer Vergrößerung deutlich wird, dass jener vermeintliche Abdruck malerisch ins Bild gesetzt wurde und nicht etwa durch einen tatsächlichen goldenen Bildrahmen entstanden ist. Dies korrigiert die in einigen kunsttechnologischen Gutachten anzutreffende Lesart, dass es sich bei dieser Goldspur um Hinweise auf die Behandlung eines früheren Schmuckrahmens mit Goldfarbe handeln könnte: Diesem Verständnis zufolge wäre Goldfarbe zwischen den Schmuckrahmen und die Malschichtoberfläche geraten. Gerade jedoch bei einem derart wertvollen Gemälde wie einem Derain, scheint eine solch nachlässige Rahmen- und auch Gemäldebehandlung eher unwahrscheinlich. Zudem belegt die analoge Vortäuschung eines Rahmenabdrucks im Falle des gefälschten Gérôme-Gemäldes, dass eine solche Praxis im Bereich der Kunstfälschung keineswegs singulär ist.

     

    Somit konnte ein weiteres Fälschungsmerkmal systematisiert werden, dessen Beachtung bei künftigen Expertisen hilfreich sein kann. Der zusätzliche Vorteil eines zentralen Fälschungsarchivs besteht also darin, Fälschungen diverser Urheber, Epochen, Gattungen und Sujets in einen Vergleich bringen zu können, der bis dato nicht möglich war und in der Kunstgeschichte zu umfangreicheren Erkenntnissen führen kann, als dies bisher der Fall war. 

     


    [1] Zacher, Inge: Aufgaben eines zentralen Fälschungsarchivs, in: Ausst.-Kat. Fälschung und Forschung, hrsg. v. Heinz Althöfer, Essen 1976, S. 199- 203, hier: S. 201f.

    [2] Gach, Anita: Kunstfälschungen aus polizeilicher Sicht, in: Kunst & Recht, 2020/2 und 2021/1, S. 129-137, hier: S. 136.

    [3] Ibid.  S. 137.

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    news-14824 Mon, 13 Dec 2021 15:41:00 +0100 Online Kolloquium Provenienz- und Sammlungsforschung XIII /beitrag/2021/12/13/online-kolloquium-provenienz-und-sammlungsforschung-xiii-1

    Online-Workshop des German Sales Projekts und des ZI München.

    TEILNAHME: Der Workshop findet via Zoom statt. Dem Zoom-Meeting können Sie unter folgendem Link beitreten: https://us02web.zoom.us/j/85659345839?pwd=UmFZYU0xN1NxMGJ1MjlQM054NXgvZz09. Meeting-ID: 856 5934 5839 | Passwort: 148258.

    WANN: 26. Januar 2022 von 12:30 bis 20:00 Uhr

    Hugo Helbing: Galerie, Kunsthandlung, Auktionshaus “von Weltgeltung” 1885-1938. Kunstmarktforschung mit digitalen Quellen

    Der Forschung sind etwa 1.100 Handexemplare der Auktionskataloge der Galerie Hugo Helbing bekannt. In handschriftlichen Annotationen sind darin Informationen zu Einlieferern, Bieter*innen, Käufer*innen sowie zu Preisen und Werten der von Helbing gehandelten Kulturgüter enthalten; zudem sind darin Objekte dokumentiert, die außerhalb des gedruckten Katalogs angeboten wurden. Die Annotationen gewähren damit seltene Einblicke in Kund*innenkreis, Handelsstrategien und Geschäftspraxis eines der bedeutendsten deutschen Auktionshäuser des 20. Jahrhunderts. Diese für unterschiedliche Forschungsfragen hoch relevanten Quellen werden aktuell im Rahmen des DFG-Projekts Unikales Quellenmaterial zum deutschen Kunsthandel: Digitalisierung und Erschließung der Handexemplare der Kataloge des Münchner Auktionshauses Hugo Helbing (1887 bis 1937) von der UB Heidelberg digitalisiert, auf der Plattform „German Sales“ publiziert und am ZI München wissenschaftlich erschlossen.

    Das Kolloquium präsentiert aktuelle Forschungen zum Auktionshaus Hugo Helbing, zu den von ihm gehandelten Objekten und dem Kunstmarkt. Dafür versammelt es eine Vielfalt an Forschungsperspektiven, die durch die Bereitstellung und Erschließung des neu zugänglichen Quellenmaterials geöffnet wurden und werden. Darüber hinaus sollen künftige (digitale) Strategien für den Umgang mit Kunstmarktquellen mit Akteur*innen aus Forschung, Handel und Restitutionspraxis diskutiert werden.

    Programm

    12:30 Uhr

    Christian Fuhrmeister, München: Begrüßung
    Johannes Gramlich, Forschungsverbund Provenienzforschung Bayern: Grußwort

     

    12:40 Uhr

    ZUR EINFÜHRUNG

    Johannes Nathan, Potsdam // Gedanken beim Gang über den Marktplatz
    Maria Effinger, Heidelberg und Theresa Sepp, München // Zum aktuellen Stand des DFG-Projekts „Unikales Quellenmaterial zum deutschen Kunsthandel”

     

    Galerie, Kunsthandlung und Auktionshaus “von Weltgeltung”: Zur Geschichte der Galerie Hugo Helbing (1885-1938)

    Cosima Dollansky, München // Zur frühen Firmengeschichte der Galerie Helbing
    Anna-Lena Lang, München // Die Kunsthandlung Julius Böhler und Hugo Helbing – Kooperation und Konkurrenz zweier jahrzehntelanger Geschäftspartner
    Melida Steinke, München // Die „Arisierung“ des Münchner Kunsthandels am Beispiel der Galerie Helbing
    anschließend Diskussion

     

    14:00 Uhr Pause

     

    14:30 Uhr

    DIE HANDEXEMPLARE IN DER FORSCHUNGSPRAXIS I

    Volker Schümmer und Karin Hellwig, München // "Ein Beweis, dass die Stunde Kanoldts noch nicht gekommen war" – Die Versteigerung des künstlerischen Nachlasses von Edmund Kanoldt durch die Galerie Helbing im November 1907
    Georg Gerleigner, Halle // Der Sammler und Archäologe Georg Dehn – Die annotierten Helbing-Kataloge als Quelle für Biographie, Wissenschaftsgeschichte und Provenienzforschung
    Bernhard Purin, München // Der Judaica-Forscher Theodor Harburger und die Galerie Helbing
    Anne Uhrlandt, München // Hugo Helbing und Max Stern
    Rebecca Friedman, New York // The relationship between Galerie Hugo Helbing and the Bankhaus Herzog & Meyer – Preliminary Considerations

    anschließend Diskussion

     

    15:30 Pause

     

    15:45

    DIE HANDEXEMPLARE IN DER FORSCHUNGSPRAXIS II

    Franziska Eschenbach, München // Der Antiquar Jacques Rosenthal: Geschäftspartner und Privatkunde von Hugo Helbing
    Ron Hellfritzsch, Jena // Schwierigkeiten der Provenienzforschung zu technischen Instrumenten. Auktionskataloge als Orientierungs- und Identifizierungshilfe
    Lisa Kern, München // Recherche einer Helbing-Provenienz in der Sammlung des Lenbachhauses – der Mehrwert kooperativer Forschung
    Anja Zechel, München // Ankäufe bei der „Galerie an der Wagmüllerstr. (vorm. Hugo Helbing)“ – Provenienzforschung an den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen

    anschließend Diskussion

     

    16:40 Uhr Pause

     

    17:00 Uhr

    ZUM POTENZIAL DIGITALER ZUGÄNGLICHKEIT

    Theresa Sepp, München // Neue Perspektiven auf Geschäftsabläufe und -praxis der Galerie Helbing
    Gabriele Zöllner, Berlin // Rembrandt-Fieber 1901-1918
    Madeleine Schneider, Berlin // Potenzial und Grenzen einer quantitativen Untersuchung: Die Auktionen von Helbing & Cassirer in Berlin (1916-1932)
    Hanna Strzoda, Berlin // Informationssystem zu Auktions-Einlieferungen: Stand und Perspektiven
    Maria Effinger, Heidelberg // German Sales Institutions

    anschließend Diskussion

     

    18:00 Uhr Pause

     

    18:30 Uhr

    PODIUMSDISKUSSION

    Welche Strategien für die Erschließung historischer Materialien leiten wir aus dem Gehörten ab? Welche strukturellen Kompetenzen werden jenseits von Einzelfällen benötigt? Wie können Forschungsdateninfrastrukturen etabliert und vernetzt werden?

    Christoph Andreas, Frankfurt am Main
    Meike Hopp, Berlin
    Sabine Rudolph, Dresden
    Wolfgang Schöddert, Berlin
    Agnes Thum, München
    Julia Voss, Berlin

     

    20:00 Uhr Ende

     

    Moderationen: Maria Effinger, Christian Fuhrmeister, Meike Hopp, Stephan Klingen, Theresa Sepp

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    news-14691 Wed, 24 Nov 2021 14:41:09 +0100 Neues von WissKI /beitrag/2021/11/24/neues-von-wisski

    Wiss-ki.eu Relaunch

    Die Website der Wissenschaftliche Kommunkationsinfrastruktur (WissKI) wurde generalüberholt und erscheint in neuem Design und mit frischen Inhalten! Mit Unterstützung durch DFG-Mitteln aus dem neu gegründeten Konsortium NFDI4Culture, in Zusammenarbeit mit der TaskArea 4 (Datenpublikation und Langzeitarchivierung) und auf Basis von Ergebnissen der Usability-Studie aus dem ebenfalls DFG-geförderten Projekt Semantics4Art&Architecture wurden neben einer optischen Erneuerung auch die Inhalte der WissKI-Webpräsenz klarer strukturiert und aktualisiert und Kommunikationsmöglichkeiten zum Teil auf Partnerportale und spezialisierte Kanäle verteilt.

    Installation leicht gemacht

    Wiss-ki.eu besitzt nun einen Schnelleinstieg in die Installation auf allen gängigen Betriebssystemen. Um den Erstkontakt mit WissKI zu erleichtern besteht die Möglichkeit eine virtuelle Maschine mit vorinstallierten WissKI herunterzuladen und auszuprobieren. Eine Installation mittels XAMPP wurde hinzugefügt, damit vor allem Windows- und MacOS-Nutzer*innen vereinfacht eine individualisierte WissKI-Umgebung aufsetzen können. Hinzukommt eine Anleitung für die Implementierung in eine Docker-Umgebung und selbstverständlich können Linux-Administratoren den Weg einer Standard LAMP-Stack Installation einschlagen (Linux Apache MariaDB PHP). Für die beiden letzteren Varianten stehen jetzt außerdem Skripte zur Verfügung, die durch den Installationsprozess leiten und alle wichtigen Schritte automatisch abarbeiten.

    Brandneue Dokumentation

    Die überarbeitete WissKI-Dokumentation tritt in Form von Guides auf, die die wichtigsten Funktionen und Einstellungen der virtuellen Forschungsumgebung schrittweise erklären. Inhaltsabhängige Formatierungen und ein dynamisches Glossar erleichtern das Verständnis der Erklärungstexte und Videoscreencasts demonstrieren die Lerninhalte an einem praktischen Beispiel. Für eingeloggte Nutzer*innen besteht außerdem die Möglichkeit Kommentare und Votings abzugeben, damit Inhalte ergänzt und Verbesserungen angeregt werden.

    Klarere Aufgabenverteilung zwischen Partnern und Diensten

    WissKIs Bestandteile und Informationen zu diesen verteilen sich aufgrund der Einbettung in Drupal, seiner gewachsenen Community und seiner Nutzer*innenbedürfnisse auf verschiedene Orte. Um inhaltliche Dopplungen und unklare Kommunikationswege zu vermeiden, sind die Aufgaben jetzt klar verortet:

    Wiss-ki.eu gilt weiterhin als erster Anlaufpunkt für aktive oder zukünftige Anwender*innen und beinhaltet die Projektbeschreibung, Installation und Dokumentation der virtuellen Forschungsumgebung WissKI. Hier finden sich auch News, aktuelle Entwicklungen und Ankündigungen von Releases und Events.

    Das von der Universitätsbibliothek Heidelberg technisch entwickelte und redaktionell betreute Webportal WissKICommunity bietet eine stetig aktualisierte Übersicht der mit WissKI arbeitenden Projekte, Institutionen und Personen und nimmt mit einer im Aufbau befindlichen Sektion für häufig gestellte Fragen (FAQ) über WissKI eine Meta-Perspektive, z. B. für Projektbetreuer*innen ein. Eingebettet ist das Projektinformationssystem in das bei arthistoricum.net angesiedelte Netzwerk WissKI, das alle WissKI-betreffenden Informationen bündelt und den Besucher*innen als Orientierungshilfe dienen soll.

    Das Forum auf wiss-ki.eu wurde geschlossen, um einerseits die aktive Kommunikation zwischen Anwender*innen und Entwickler*innen auf den eigens eingerichteten Slack-Channel zu konzentrieren und andererseits das native Handling von Issues, Bugs und Feature-Requests auf der Drupal-Projektseite wieder stärker in den Fokus zu rücken.

    Als Teil des Drupal-Frameworks besitzt WissKI auch weiterhin eine Drupal-Projektseite mit Download-Instruktionen auf drupal.org und auch der WissKI-Code ist für Entwickler*innen weiterhin in der Versionierung auf git.drupalcode.org erreichbar.

    Vorstellung auf den WissKI-Anwender*innentreffen

    Auf dem WissKI-Anwender*innentreffen am 03.12.2021 gibt Robert Nasarek vom GNM eine kleine Einführung in das Relaunch von wiss-ki.eu, den Möglichkeiten der Website und die Einordnung in die bestehenden Infrastrukturelemente. Daneben finden sich noch weitere spannende Vorträge und Möglichkeiten zum Diskutieren, weitere Informationen finden sich im Announcement, schauen Sie doch vorbei!

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    news-14632 Tue, 16 Nov 2021 16:57:36 +0100 3. Netzwerk-Treffen der WissKI-Community /beitrag/2021/11/16/3-netzwerk-treffen-der-wisski-community

    Das diesjährige Netzwerktreffen für WissKI-Anwender*innen findet am 3. Dezember 2021 (10-15 Uhr) im virtuellen Raum statt: Hier der Zoom-Link.

    Es werden Entwicklungen und Neuigkeiten aus der WissKI-Community und aktuelle Projekte vorgestellt.

    Programm

    10:00-12:00 Entwicklungen und Neuigkeiten aus der Community

    10:00-10:05 Begrüßung (Maria Effinger, Dietmar Popp)

    10:05-10:20 Neue Entwicklungen WissKI-Software (Mark Fichtner)

    10:20-10:35 Neue Entwicklungen Module (Projekt semantics4art&architecture: Daniela Wolf, Gustavo Fernando Riva, Martin Schwarten)

    10:35-10:45 WissKI im Usability-Check (Susanne Karsten, Sander Münster)

    10:45-11:00 Neues zur WissKI-Community (Nicole Sobriel, Maria Effinger)

    11:00-11:15 Neues zu wiss-ki.eu (Robert Nasarek)

    11:15-11:30 IGSD (Interessengemeinschaft für semantische Datenverarbeitung) e.V. (Georg Hohmann)

    11:30-12:00 Diskussion


    12:00-13:00 Pause
     

    13:00-15:00 Projektpräsentationen aus der Community

    13:00-13:15 Online Präsentationen (Kathrin Fischeidl)

    13:15-13:30 berlinerkunstkammer.de – Forschungsumgebung zur Brandenburgisch-Preußischen Kunstkammer (Sarah Wagner)

    13:30-13:45 Roundtripping WissKIs: Erfahrungen mit WissKI Migration (Tom Wiesing/Laura Albers)

    13:45-14:00 Werkverzeichnis-Template & duerer.online - Virtuelles Forschungsnetzwerk Albrecht Dürer (Nicole Sobriel/Peggy Große)

    14:00-14:15 Building and Furnishing Ontology (bafo) - Mustertemplate für Architektur (Slawek Brzezicki)

    14:15-14:30 WissKI System des Africa Multiple Clusters der Uni Bayreuth - Herausforderungen und passende Module (Myriel Fichtner)

    Abschlussdiskussion

    Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme,
    das Organisationsteam der UB Heidelberg, GNM Nürnberg und des Herder-Instituts Marburg

    Besuchen Sie auch unsere Netzwerkseite!

    Noch ein Hinweis: Wenn Sie WissKI für Ihr Projekt bereits einsetzen oder ein Projekt in Planung ist, in dem die Software zum Einsatz kommen soll, stellen Sie Ihr Projekt gerne zusätzlich der WissKICommunity auf sempub.ub.uni-heidelberg.de/wisski_projekte/de vor. Bitte senden Sie eine entsprechende Anfrage an: Matthias Arnold arnold@ub.uni-heidelberg.de.

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    news-14601 Thu, 11 Nov 2021 12:36:30 +0100 Universitäre Blockaden /beitrag/2021/11/11/universitaere-blockaden Seit Beginn des Wintersemesters lässt die Frankfurter Goethe-Universität Externe nur noch in die Hauptgebäude der Universitätsbibliothek, nicht mehr in die Zweigbibliotheken. Das heißt für nicht der Universität angehörende Kunsthistorikerinnen und Kunsthistoriker: kein Zugang zur Fachliteratur, denn diese befindet sich leider zum größten Teil fast vollständig in der Kunstbibliothek. Fernleihen werden mit Hinweis auf die Zweigbibliotheken mit einem Schulterzucken verweigert. Auch die Bestände der Deutschen Nationalbibliothek können in vielen Fällen keine Abhilfe schaffen.

    Die Goethe-Universität sei zuallererst „ein Ort der Lehre und Forschung“, sagt Universitätspräsident Prof. Dr. Enrico Schleiff in einer Videobotschaft, und begründet damit die Ausgrenzung Nicht-Universitätsangehöriger. Mit anderen Worten: Externe sind keine Forscherinnen und Forscher? Man traut seinen Ohren kaum!

    Ein System, das davon lebt, mit unzureichend bezahlten Lehraufträgen den Lehrbetrieb aufrecht zu erhalten und das besonders im Fall der Gegenwartskunst von freien Kritiker*innen und Kunstwissenschaftler*innen profitiert, beißt sich gerade selbst in den Schwanz.

    Nun, man merkt, die vielen Proteste Externer haben Spuren hinterlassen, sonst wäre der Präsident in seiner Bilanz nicht darauf eingegangen. Doch die Antwortschreiben seitens des universitären Krisenstabs lassen keinerlei Kompromissbereitschaft erkennen. Vielmehr ist von der hohen Zahl der 45.000 Studierenden die Rede. Wie viele Externe es betrifft, weiß man anscheinend nicht. Sind es 100 oder 200? Viele können es nicht sein – in der Kunstbibliothek fallen Externe gar nicht auf, der Raum – so vermelden es alle Betroffenen – ist nie voll besetzt und dazu von gewaltiger Höhe. Man kann sich weiträumig aus dem Weg gehen. Eine Kontaktverfolgung wird seit Monaten praktiziert, Externe hatten in den letzten Monaten ohnehin nur ein Zeitfenster von 30 Minuten (!), was gerade ausreichte, das Regal zu finden und kurz in ein Buch zu schauen. Aber dieses Reglement ist immerhin besser als eine vollständige Blockade.

    Ginge man juristisch gegen die Entscheidung vor, man bekäme wohl recht. Es gibt keinen Grund, Personen mit ernstem wissenschaftlichem Anliegen auszugrenzen, die vollständig geimpft sind.

    Das Ganze zeugt von einer gewaltigen Überforderung – die sehr typisch ist für unser Bildungssystem. Auch wenn angeblich die Situation im Laufe des Semesters regelmäßig überprüft wird: Die steigenden Fallzahlen lassen vermuten, dass sich die Blockade das ganze Wintersemester halten wird. Das kommt in vielen Fällen einem Berufsverbot gleich.

    Wer von den Leserinnen und Lesern des arthistoricum-Blog ist noch betroffen? Wie sieht die Situation an anderen Universitäten aus?

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    news-14594 Wed, 10 Nov 2021 18:36:31 +0100 Preisverleihung Coding da Vinci Nieder.Rhein.Land 2021 /beitrag/2021/11/10/preisverleihung-coding-da-vinci-niederrheinland-2021

    Acht Wochen nach dem virtuellen Kick off ging am vergangenen Samstag, dem 6. November 2021, der Hackathon mit der Preisverleihung im Forum NRW in Düsseldorf zu Ende. Insgesamt 12 Teams präsentierten die Ergebnisse ihrer Arbeit - sowohl vor Ort wie im Live-Stream auf YouTube. Gearbeitet wurde mit offenen Daten aus Kultureinrichtungen aus dem Rheinland und vom Niederrhein. Unter dem Motto "Kultur ist das, was du daraus machst" wurden u.a. Prototypen für Apps, Webseiten und Spiele entwickelt.

    Die Veranstaltung, moderiert von Prasanna Oommen, wurde mit einer Keynote von Barbara Fischer, Mitbegründerin von Coding da Vinci, eingeleitet. Seit 2014 bringt Coding da Vinci Entwickler*innen, Designer*innen, Künstler*innen und Gamer*innen mit Vertreter*innen aus Kulturinstitutionen zusammen. In diesem Jahr haben 27 Einrichtungen, darunter Museen, Archive und Bibliotheken, insgesamt 45 Datenpakete digital aufbereitet und den Hackathon-Teilnehmer*innen zur Verfügung gestellt.

    Unterstützt durch regelmässige Meet ups (virtuelle Treffen), die Kommunikation über Slack und weitere Treffen innerhalb der einzelnen Teams wurden am Ende 12 Projekte präsentiert, die auf den Projektseiten von Coding da Vinci weiterhin auffindbar sind.

    Die Jury bestand aus aus Charlotte Triebus (Performance-Künstlerin und multidisziplinäre Kunstdirektorin), Katharina Drasdo (Designerin, Künstlerin und Professorin an der IU Internationale Hochschule), Lukas Höh (Interaction Designer und VJ) und Oliver Hanraths (Information Professional, Web Developer, Free Software Prosumer).

    Die Preise

    Insgesamt vier Preise wurden vergeben - drei durch die Jury und einer vom Publikum (vor Ort und digital).

    Die Auszeichung Most Useful erhielt das Projekt Following Quedenfeldt von Michael Cieslik. Es handelt sich um eine Kombination aus Website und Storytelling. Historische Fotografien von Erwin Quedenfeldt aus der Sammlung der ULB Düsseldorf, in einer Webanwendung mit Geo-Daten angereichert, laden auf eine Entdeckungsreise und Spurensuche mit dem Smartphone durch das Rheinland ein.

    Den Preis Best Design erhielt die Idee Research Generative Design von Laura Maréchal. Eine künstliche Intelligenz generiert neue Formen aus Elementen der Schmuckobjekte aus dem Datenset des MAKK - Museum für Angewandte Kunst Köln. Daraus lassen sich auch wieder neue Objekte via 3D-Druck erstellen.

    Most Technical waren die Karten für Zeitreisende von Constantin Litvak. Hier wurde eine Webanwendung und eine mobile App kombiniert, die es ermöglicht, die Stadt Köln anhand historischer Stadtkarten zu erkunden und Bezüge zwischen Vergangenheit und Gegenwart herzustellen. Verwendet wurde das Datenset der Archäologischen Zone in Zusammenarbeit mit dem Katasteramt der Stadt Köln, Fotografien von Fritz Zapp aus dem Rheinischen Bildarchiv Köln und von Erwin Quedenfeldt aus der Sammlung der ULB Düsseldorf.

    Den vom Publikum vergebenen Everbody’s Darling-Preis erhielt Laura Maréchal für ihr Projekt Research Generative Design.

     

    Wie geht es weiter?

    Alle Teams haben darüber hinaus die Möglichkeit, sich um eins von vier durch die Kulturstiftung des Bundes geförderten Stipendien zu bewerben, das die Weiterentwicklung des Projekts für weitere drei Monate mitfinanziert.

    Alle bereit gestellten Daten bleiben auch nach Ende des Hackathons auf den Seiten von Coding da Vinci verfügbar. In der Keynote war von der Ansteckungsgefahr des Bazillus bzw. des Virus Coding da Vinci die Rede. Wer also ein weiteres Mal kreativ sein und die Idee weiter tragen möchte - es gibt weitere Termine und die Teilnahme ist unabhängig vom eigenen geografischen Standort möglich. 

    • Ost3 2022 bringt Teilnehmende aus Sachsen, Polen und Tschechien zusammen (vom 12. Februar - 2. April 2022).
    • Baden-Württemberg mit dem Kick off im ZKM Karlsruhe folgt einen Monat später (vom 7. Mai bis 24. Juni 2022).

     

    Quelle: Pressemitteilung von Coding da Vinci vom 10.11.2021

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    news-14515 Thu, 04 Nov 2021 10:36:41 +0100 Construction KIT – ein neues OJS-Journal bei arthistoricum.net /beitrag/2021/11/04/construction-kit-ein-neues-ojs-journal-bei-arthistoricumnet

    Construction KIT: a review journal for research tools and data services in the humanities (CKIT) ist eine neue Open-Access-Zeitschrift mit Peer-Review-Verfahren.


    CKIT versteht die computergestützte Arbeit als einen wesentlichen, infrastrukturell und intellektuell relevanten Teil geisteswissenschaftlicher Forschung innerhalb und außerhalb des Bereichs der Digital Humanities. Es ist bestrebt, die Tradition der geisteswissenschaftlichen Rezension auf den Bereich Software auszudehnen und damit die kritische Auseinandersetzung mit Tools und Datendiensten als Teil der wissenschaftlichen Arbeit in den Geisteswissenschaften zu etablieren.
     

    Die Herausgeberinnen und Herausgeber von CKIT bringen ihre Expertise aus den Bereichen Digital Humanities, Informatik, Kunstgeschichte, Musikwissenschaft und Archäologie ein. Sie engagieren sich in verschiedenen nationalen und internationalen Allianzen im Bereich der Digital Humanities und sind in der akademischen Lehre tätig. CKIT arbeitet eng mit Task Area 3 Research Tools and Data Services der NFDI4Culture zusammen. Zur fünfköpfigen Redaktion gehören: Dr. Lisa Dieckmann (Universität zu Köln), Dr. Maria Effinger (Universitätsbibliothek Heidelberg), Dr. Anne Klammt (Deutsches Forum für Kunstgeschichte), Ass.-Prof. Fabian Offert (University of California, Santa Barbara) und Dipl. Wirt.-Inf. Daniel Röwenstrunk (Universität Paderborn).

    Die Redaktion von CKIT lädt Autorinnen und Autoren ein, eine Rezension über Tools oder Datendienste in den Geisteswissenschaften einzureichen. Die Rezensionen sollten zwischen 1.500 und 3.000 Wörter umfassen und können auf Englisch oder Deutsch verfasst werden. Jede Rezension sollte die Aspekte der konzeptionellen Idee der Software (Tool oder Datendienst), der Anwendung im Bereich der Forschung und der Softwaretechnik behandeln. Das Hauptziel ist, Tools und Datendienste als wissenschaftliche Arbeit zu bewerten. Jede eingereichte Rezension wird einem Peer-Review unterzogen. Um die Aktualität des Beitrags zu gewährleisten, wird er veröffentlicht, sobald der Begutachtungsprozess erfolgreich abgeschlossen ist.

    Weitere Informationen zur Beitragseinreichung finden Sie hier.

     

    Jede Neuveröffentlichung wird über Twitter mit dem Hashtag #CKIT bekanntgegeben.

     

     Bei Fragen und zur Einreichung von Beiträgen können Sie die Redaktion per Mail kontaktieren: aklammt@dfk-paris.org.
    Homepage der Zeitschrift: https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ckit/index

     

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    news-14435 Wed, 27 Oct 2021 12:51:45 +0200 Das Programm des zweiten NFDI4Culture Community Plenarys ist online /beitrag/2021/10/27/programm-nfdi4culture-community-plenary Über ein halbes Jahr ist seit dem ersten Culture Community Plenary vergangen und viel ist seitdem im Konsortium passiert. Das Culture Coordination Office lädt daher ganz herzlich zum zweiten Culture Community Plenary vom 17.-19. November 2021 ein. Das offizielle Programm findet sich unter: https://nfdi4culture.de/de/aktuelles/veranstaltungen/zweites-culture-community-plenary.html


    Für die Anmeldung für das öffentliche Programm am 18. und 19. November klicken Sie bitte hier. (Die Veranstaltung ist für bis zu 300 Teilnehmenden offen.)


    Die Anmeldung für die Workshops am 17. November ist ab dem 26. Oktober 2021 geöffnet. Zu den beiden bereits angekündigten Workshops ist ein weiterer hinzugekommen, sodass die Auswahl zwischen drei interessanten Veranstaltungen besteht:

     

    Lozana Rossenova and Lucia Sohmen, Technische Informationsbibliothek (Hannover): BYOD workshop (Bring your own dataset) – How to use Wikibase, OpenRefine and Linked Data / english

    This workshop aims to help researchers and data managers with making their datasets compatible with linked data. Participants will work with their own datasets and learn how to use OpenRefine to transform their data and Wikibase to store their data. This workshop is organized by NFDI4Culture and is part of our efforts to establish a Linked Open Data Working Group within the consortium and the community.

    Registration: https://t1p.de/registration-byod-workshop

     

    Jonathan Geiger und Jonathan Gammert, Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz: NFDI4Culture Kickstarter Demo / deutsch

    Das NFDI4Culture-Konsortium versteht sich als Ermöglichungsinfrastruktur – der Kickstarter ist ein zentraler Bestandteil dessen mit dem Fokus auf Vernetzung, Wissen- und Erfahrungsaustausch, Innovationsmanagement und Beratungsleistungen bzgl. Forschungsförderprogrammen. Auf dem CCP bietet der Kickstarter eine kurze Demonstration seines Angebots kleinskalig in Form eines Workshops an. Exemplarisch wird der Ideationsprozess für ein neues Forschungsprojekt mit den Teilnehmenden durchlaufen, samt der Entwicklung, Bewertung und Überarbeitung von Ideen. Der Workshop findet in Kooperation mit dem Center for Digital Music Documenation (CDMD) und Team Helpdesk statt.

    Registration: https://t1p.de/anmeldung-kickstarter

     

    Lambert Heller and Simon Worthington, Technische Informationsbibliothek (Hannover): Next Generation Books: Mapping workflows and tool sets / english

    A workshop to examine the new types of books being made and their workflows — single source, computational, and collabortive: the technologies, levels of digitization, collaborative working practice, the motivations, current challenges, and learning from book history. The workshop would bring together different perspective: collection management and curation, technology platforms, and book series publishers. A series of presentations will be made by 'work-in-progress' productions. The output of the workshop would be a mapping of workflow and tools issues for archives, collections, and scholars. This mapping would then feed into later 'book dashes' for a guide of 'workflows and tools' to be published by the GenR the open science communities platform.

    Registration: https://t1p.de/registration-next-generation-books

     

    Für weitere Informationen zu den Workshops besuchen Sie unser NFDI4Culture-Portal: https://nfdi4culture.de/de/aktuelles/veranstaltungen/zweites-culture-community-plenary.html

    Da die Teilnahmeplätze begrenzt sind, raten wir zu einer schnellen Anmeldung. Wir freuen uns sehr auf einen regen Austausch und ein produktives und diskussionsförderndes Zusammensein.

     

    Mit herzlichen Grüßen aus dem Culture Coordination Office in Hannover, Berlin, Dresden, Heidelberg, Mainz, Marburg, Köln und Paderborn

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    news-14791 Mon, 25 Oct 2021 19:48:00 +0200 Online-Ringvorlesung: "Why Have There Been No Great Women Artists?” Ein Perspektivwechsel nach 50 Jahren /beitrag/2021/10/25/ringvorlesung-great-women-artists

    Mittwochs, 12-14 Uhr c.t.
    Die Ringvorlesung findet online via Zoom statt.
    Den Zoom-Link erhalten Sie nach einer E-Mail-Anmeldung über Institut.Kunstgeschichte@psk.uni-regensburg.de

    Veranstaltet von Prof. Dr. Birgit Ulrike Münch (Universität Bonn) und Prof. Dr. Christoph Wagner (Universität Regensburg)

    1971 veröffentliche Linda Nochlin ihren programmatischen Aufsatz, der als Beginn einer feministischen Kunstgeschichtsforschung gilt. Zur Beantwortung ihrer Frage „Why Have There Been No Great Women Artists?“ analysiert Nochlin die institutionellen und systemischen Konstrukte, die von Männern gebildet und geprägt worden sind.
    Noch immer haben Künstlerinnen ihren Platz nicht in gleicher Weise in einer Kunstgeschichtsschreibung gefunden wie ihre männlichen Kollegen. Von diesen wurden sie bestenfalls als Muse, Ehegattin oder Modell verehrt oder abschätzig als „Malweiber” tituliert. Die spezifischen Produktionsformen, künstlerischen Konzepte und Strategien von Künstlerinnen fanden nur zögerlich Beachtung und Anerkennung.
    50 Jahre nach Nochlins Aufsatz werden in der Ringvorlesung die Narrative und systemischen Strukturen in der Kunstgeschichtsschreibung untersucht sowie exemplarische Künstlerinnen und ihre Position in der Kunstgeschichtsschreibung kritisch analysiert.

    Programm:

    20.10.2021
    Prof. Dr. Birgit Ulrike Münch | Prof. Dr. Christoph Wagner
    Why Are There No Great Women Artists? — Perspektivwechsel nach 50 Jahren

    27.10.2021
    Prof. Dr. Peter Schneemann | Bern
    Feministische Techniken des Selbst.
    Autobiografie und Körper

    03.11.2021
    Prof. Dr. Melanie Ulz | Osnabrück
    The Morning of Liberty. Die Bildhauerin Edmonia Lewis zwischen Antisklaverei-Bewegung und dem Kampf um künstlerische Anerkennung

    10.11.2021
    Chris Werner & Yiyi Liang | Bonn & Berlin
    Half of the Sky — Chinese Women Artists in Bonn 1998

    17.11.2021
    Dr. Yvonne Schweizer | Bern
    Texting Out Loud.
    Feministische Manifeste 2.0

    24.11.2021
    Prof. Dr. Anne-Marie Bonnet | Bonn
    Cindy Sherman and Marina Abramovic.
    Two Female Carriers or Two Female Generations

    01.12.2021
    Prof. Dr. Tanja Jones | Tuscaloosa, University of Alabama
    Global Makers Project: Digital Humanities and Women Artists and the Early Modern Courts

    08.12.2021
    Prof. Dr. Christoph Wagner | Regensburg
    „I’m Not The Girl Who Misses Much“:
    Feministische Perspektiven in den Videos und Videoinstallationen von Pipilotti Rist

    15.12.2021
    Dr. Alexandra von dem Knesebeck | Bonn
    „Namen sind Symbole, ich freue mich auch, wenn mein Name zum Symbol wird.“
    Käthe Kollwitz’ Entwicklung zur Pazifistin

    22.12.2021
    Dr. Annemarie Jordan Gschwend | Lissabon
    Was Andy Warhol the First?
    Sofonisba Anguissola, Prince Carlos of Spain and the Question of Multiples

    12.01.2022
    Prof. Dr. Birgit Ulrike Münch | Bonn
    Späte Metamorphosen? Künstlerinnen als Naturforscherinnen im 17. Jahrhundert

    19.01.2022
    Prof. Dr. Henry Keazor | Heidelberg
    „Vasari emancipato?“ Die „Vita di Madonna Properzia de’ Rossi scultrice bolognese“

    26.01.2022
    Louisa Clement | Bonn
    im Gespräch mit Prof. Dr. Anne-Marie Bonnet

    02.02.2022
    Prof. Dr. Birgit Ulrike Münch | Prof. Dr. Christoph Wagner
    Why Are There No Great Women Artists? — Ausblicke

     

    Weitere Informationen hier

     

     

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