blog.arthistoricum.net https://blog.arthistoricum.net/feed/ Der Blog von arthistoricum.net de-DE TYPO3 News Thu, 23 Sep 2021 21:43:53 +0200 Thu, 23 Sep 2021 21:43:53 +0200 TYPO3 EXT:news news-13882 Mon, 13 Sep 2021 09:00:00 +0200 Virtuelles Kick-Off Coding da Vinci Nieder.Rhein.Land 2021 /beitrag/2021/09/13/virtuelles-kick-off-coding-da-vinci-niederrheinland-2021

von Margret Schild, Theatermuseum und Filmmuseum Düsseldorf

 

Was ist Coding da Vinci?

Kultur ist das, was man daraus macht! Der Hackathon Coding da Vinci vernetzt die Kultur- und die Technikwelt miteinander. Museen, Archive, Bibliotheken und Verlage stellen ihre digital erfassten Kultur-Daten für kreative Köpfe zur Verfügung. Aus den vielfältigen kulturellen Schätzen der Einrichtungen können spannende Projekte geschaffen, so neue Kontexte und Zugänge zu Kulturdaten entwickelt werden.

Coding da Vinci kommt ins Rheinland - bei Informationsveranstaltungen im April und Mai nahmen 60 kulturelle Einrichtungen die Möglchkeit wahr, sich über den Ablauf und die Voraussetzungen informieren. Hier geht es zum Trailer zu Coding da Vinci Nieder.Rhein.,.Land 2021!

Kick-Off in Köln

Zum ersten Mal wurde das gesamte Kick-Off virtuell durchgeführt. Nach der Informationsveranstaltung stellten die datengebenden Einrichtungen Datensets zusammen, erstellten einmütige Präsentationen in Form von Videoclips und trafen sich am 11. und 12. September virtuell. Gastgeber war das MAKK-Museum für angewandte Kunst in Köln. 27 Datengeber präsentierten insgesamt 45 Datensets. Moderiert wurde die Veranstaltung von Prasanna Oommen. Hier geht es zu den Videos der Datengebenden!

Das Spektrum der Datensets reichte von einem Mosaik in einer römischen Villa in Köln über Objekte aus dem Kunsthandwerk bzw.der angewandten Kunst bis zu Grafiken, Fotografien, (Reise-)Literatur, Adressbüchern und anderen historischen Quellen, Zeugnissen der Theatergeschichte und -gegenwart. Alle Datengebenden hatten die Aufgabe im Rahmen einer One Minute Madness ihr(e) Datenset(s) vorzustellen,Interesse bei den Zuschauenden zu wecken und  die übrigenden Teilnehmenden zu inspirieren. Faszinierend war, wie unterschiedlich und vielfältig die Präsentationen waren und alle hielten sich an das vorgegebene Zeitlimit!

Neben dem Austausch über Zoom als Konferenzplattform, wurde Gather.Town eingesetzt - ein Video-Chat-Tool, wo die Datengeber für Rückfragen zu ihren Datensets bereit standen und man ins Gespräch kommen konnte - mit anderen Datengebenden, mit Mentor*innen, Zuschauer*innen und Teilnehmer*innen.

Ergänzt wurde das Programm mit Vorträgen über zwei Stipendienprojekte, die von Coding da Vinci finanziell gefördert werden, sowie eine Einführung in Github und eine Führung durch die Ausstellung im virtuellen Event-Space des MAKK (ebenfalls in Gather.Town).

 

Wie geht weiter?

Am Samstagnachmittag und am Sonntag wurden erste Projektideen entwickelt und es fanden sich Teams zusammen, die an den jeweiligen Projekten arbeiten möchten. Zur Kommunikation wird vor allem Slack eingesetzt, wo für die verschiedenen Ideen jeweils Kanäle eingerichtet wurden, über die sich die Teilnehmden austauschen können.

In der anschließenden achtwöchigen Sprint-Phase vom 13. September bis 06. November 2021 erarbeiten die Teams aus den Ideen einen Prototypen. Zur Inspiration und Unterstützung finden drei Meetups statt, organisiert in Köln, Moers und Düsseldorf.

Auf der Preisverleihung am 6. November 2021 im virtuellen Eventspace des NRW-Forum Düsseldorf werden die Projekte einer Expert*innen-Jury vorgestellt und mit Sachpreisen in verschiedenen Kategorien ausgezeichnet.

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news-13813 Wed, 08 Sep 2021 13:45:01 +0200 Verlängerung CfP: NFDI4Culture Community Plenary findet digital statt! /beitrag/2021/09/08/verlaengerung-cfp-nfdi4culture-community-plenary Vom 17.-19.11.2021 findet das NFDI4Culture Community Plenary statt. Das Konsortium hat sich dazu entschlossen, das Community-Treffen erneut digital auszurichten. Das ist ein herber Verlust für die Mainzer Weinwirtschaft, wo wir uns in unseren Träumen hätten treffen mögen. Doch anders als das Oktoberfest wird diese Großveranstaltung nicht abgesagt.

 

Die gute Nachricht ist: Die Frist für den Call for Papers wird verlängert. Damit Konzepte, die physisch geplant wurden umgeschrieben werden können und diejenigen noch einen Motivationsschub zur Einreichung eines Beitrags erhalten, die nicht genug Mut oder Zeit hatten, eine echte Begegnung zu planen.

 

Die Einreichungsfrist für die unten beschriebenen Formate ist der 22. September 2021. Laden Sie bitte dafür auf https://nfdi4culture.de/de/aktuelles/nachrichten/culture-community-plenary-takes-place-digitally-extension-cfp.html unter dem Call for Papers das entsprechende Word-Template herunter und schicken es ausgefüllt an: coordination-office@nfdi4culture.de

 

Vorträge

Für die Vorträge stehen Slots von 30 Minuten zur Verfügung (20 Minuten Vortrag und 10 Minuten Diskussion). Sie können Beiträge zu folgenden Themen einreichen:

  • Laufende Forschungsdatenprojekte in den Culturefächern in allen Stadien
  • Neue Entwicklungen, Tools und Forschungsergebnisse
  • Politische, rechtliche und technische Rahmenbedingungen für Forschungsdaten

Bitte reichen Sie ein Abstract von 1-2 Seiten ein.

 

Lightning Talks

Die Lightning Talks bieten die Gelegenheit, die Community in kurzen Impulsvorträgen (10 Minuten) niederschwellig über Ihre aktuellen Themen zu informieren. Dazu sind Einreichungen aus den folgenden Bereichen möglich:

  • Forschungsdatenprojekte in den Culturefächern in allen Stadien
  • Tools und Services
  • Konzepte und Ideen

Bitte reichen Sie ein Abstract von nicht mehr als 1 Seite ein.

 

Workshops

Workshops bieten die Möglichkeit, neues Wissen und Fähigkeiten zu vermitteln und zum kollaborativen Arbeiten. Sie haben einen Zeitrahmen von 3 Stunden, wobei mindestens eine Kaffeepause mit eingeplant werden sollte. Workshops mit den folgenden Schwerpunkten können eingereicht werden:

  • Neue Tools und Services
  • Hands-on-Tutorials
  • Kollaborative Formate wie Datathons, Hackathons oder Writeathons

Bitte reichen Sie ein Abstract von 2-5 Seiten ein, in dem unter anderem Folgendes dargelegt wird: Format, Zielgruppe, maximale Teilnehmendenzahl.

 

Wir freuen uns sehr darauf, aus den zahlreichen Beiträgen ein erhellendes und diskussionsförderndes Programm zu stricken und senden sehr herzlichen Grüßen aus dem Culture Coordination Office in Hannover, Dresden, Heidelberg, Mainz, Marburg, Köln und Paderborn

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news-13787 Mon, 06 Sep 2021 21:58:14 +0200 Kinderemigration aus Frankfurt - eine Ausstellung des Deutschen Exilarchivs 1933-1945 /beitrag/2021/09/06/kinderemigration-aus-frankfurt-ausstellung-des-deutschen-exilarchivs-1933-1945
weitergeleitet von der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main

 

Die Deutsche Nationalbibliothek erinnert gemeinsam mit der Stadt Frankfurt am Main an die Kindertransporte aus Deutschland zwischen November 1938 und dem Beginn des 2. Weltkrieges. Etwa 20.000 Kinder und Jugendliche entkamen dem Nationalsozialismus, darunter mindestens 600 aus Fankfurt am Main. Die Ausstellung ist vom 2. September 2021 bis zum 15. Mai 2022 im Deutschen Exilarchiv zu sehen.

 

Die Eltern wollten ihre Kinder in Sicherheit wissen und schickten sie fort - sie hinterlassen Lücken in ihren Familien, in der Schule, im öffentlichen Leben. Doch auch wenn die Rede davon war, dass es sich um eine eher kurze Trennung handeln würde, sahen die meisten dieser Kinder ihre Eltern, Geschwister und Verwandten nie wieder. Angekommen in einem fremden Land, mussten sie nicht nur diese Trennung verarbeiten, sondern sich häufig möglichst schnell den Gepflogenheiten in ihrer neuen Heimat anpassen und eine neue Sprache lernen. Diese traumatischen Erfahrungen waren lebensprägend - für die eigene Biografie und hatten Auswirkungen auf die eigene spätere Familie.

 

 Im Zentrum der Ausstellung stehen die Biografien von sechs damaligen Frankfurter Kindern, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Renate Adler (später Renata Harris), Elisabeth Calvelli-Adorno (später Elisabeth Reinhuber-Adorno), Lina Liese Carlebach (später Lee Edwards), Josef Einhorn (später Josef Karniel), Lili Fürst (später Lili Schneider) und Karola Ruth Siegel (später Dr. Ruth K. Westheimer).

 

Die Ausstellung richtet zugleich den Blick auf die lokalen Gegebenheiten in Frankfurt am Main, auf die Situation in den Aufnahmeländern sowie auf die bürokratischen Aspekte und die Helfer*innen bei der Auswanderung. Den Rahmen bildet die Frage, wie wir uns heute an die Kinderemigration erinnern können.

Die Ausstellung Kinderemigration aus Frankfurt  kann auch als virtuelle Ausstellung über das Ausstellungsportal der Deutschen Digitalen Bibliothek angesehen werden.

 

Begleitend zur Ausstellung erscheint im Herbst im Wallstein-Verlag der Katalog Kinderemigration aus Frankfurt – Geschichten der Rettung, des Verlusts und der Erinnerung, den das Deutsche Exilarchiv gemeinsam mit der Stadt Frankfurt herausgibt. Er widmet sich der Ausstellung und dem Frankfurter Denkmal an die Kindertransporte.

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news-13770 Wed, 25 Aug 2021 18:25:00 +0200 Tagung: The King’s two Portraits. Bildmedien des 12.-13. Jahrhunderts im Dienst der Staufer /beitrag/2021/08/25/tagung-kings-tow-portraits Die internationale wissenschaftliche Tagung widmet sich Stauferbildern: materiellen und ideellen, historischen und kunsthistoriographischen. Dabei liegt der Fokus auf der Kunstproduktion der Anfänge und Ausläufer staufischer Herrschaft sowie deren sozialer, politischer und kultureller Umfelder.
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news-13758 Tue, 24 Aug 2021 13:35:37 +0200 NFDI4Culture Forum Data Publication and Archiving #3 - Anmeldung & Programm /beitrag/2021/08/24/nfdi4culture-forum-data-publication-and-archiving-3-anmeldung-programm NFDI4Culture Forum Data Publication and Archiving #3
Use Cases - Wie archivieren und publizieren Sie Ihre Forschungsdaten?
15. September 2021, 10-15 Uhr

 

Im NFDI4Culture-Forum des Aufgabenbereichs „Datenpublikation und Langzeitverfügbarkeit“ (Task Area 4) möchten wir mit Ihnen die Bedarfe der Fachcommunities konkretisieren, um in den nächsten vier Jahren genau diese Themen anzugehen. Anhand konkreter Anwendungsfälle werden Überlegungen und Vorgehen bei der Publikation und Archivierung von Forschungsdaten präsentiert.

 

Bitte melden Sie sich bis zum 10. September 2021 mit folgendem Formular an: https://cloud.nfdi4culture.de/apps/forms/L4KQD2kttcnXHRBH

 

Programm

 

10:00 – 10:15 Begrüßung & Einführung (Maria Effinger, UB Heidelberg)

10:15 - 10:30 Günther Görz (Department Informatik, FAU, Erlangen-Nürnberg; Speicherung von Forschungsprimärdaten)

10:30 - 10:45 Anne Klammt (Deutsches Forum Kunstgeschichte, Paris; Forschungsprojekt OwnReality)

10:45 – 11:00 Friederike Kramer (Universität der Künste, Berlin; Publikationsprojekt „Lasst uns über unsere Ängste sprechen“)

11:00 – 11:15 Sara Tiefenbacher (Goethe Universität Frankfurt a.M; Inszenierungsdatenbank Theadok, Repositorium PHAIDRA, Universität Wien)

11:15 – 11:30 Leipold Frieder (Katholieke Universiteit Leuven; De Jonge Wiki, Palamusto-Projekt)

11:30 – 11:45 Diskussion

11:45 – 12:45 Pause

12:45 – 13:00 Ferdinand Maiwald (Friedrich-Schiller-Universität, Jena; Use case Photogrammetrie)

13:00 – 13:15 Birgit Jooss (Zentralinstitut für Kunstgeschichte, München; Kunsthandelsdaten – Kunsthandlung Julius Böhler)

13:15 – 13:30 Robert Nasarek, Mark Fichtner (Germanisches Nationalmuseum Nürnberg; Projekte des GNM, der Leopoldine Halle und des ZI München)

13:30 – 13:45 Milagros Pacco (Universität zu Köln; Verbundprojekt Maria Sibylla Merian Centre Conviviality-Inequalty in Latin America)

13:45 – 14:00 Pause

14:00 – 15:00 Diskussion und Zusammenfassung

 

NFDI4Culture: Konsortium für Forschungsdaten materieller und immaterieller Kulturgüter

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news-13717 Tue, 10 Aug 2021 15:07:40 +0200 NDFI4Culture mit neuer Website online /beitrag/2021/08/10/ndfi4culture-neue-website

Zunehmend sind Kultureinrichtungen und kulturwissenschaftlichen Disziplinen damit konfrontiert ihre digitalen Daten nachhaltig zu sichern und verfügbar zu halten. Das Konsortium NFDI4Culture – Konsortium für Forschungsdaten materieller und immaterieller Kulturgüter erarbeitet in den nächsten fünf Jahren zusammen mit der Community Lösungen für eine nationale und internationale Forschungsdateninfrastruktur.

Das neue Portal der NFDI4Culture dient als zentrale Kommunikationsplattform mit den Communities. Den wichtigsten Service bietet ein zentrales Kontaktformular mit der Möglichkeit, die Helpdesks zu verschiedensten Aspekten im Umgang mit Forschungsdaten direkt anzusprechen. Hier können Fragen zu rechtlichen Aspekten, zur Daten Publikation und Archivierung, Digitalisierung, Standards und auch zur Unterstützung bei der Antragsplanung gestellt werden.

Alle weiteren Serviceangebote, wie die Cultural Research Data Academy, die Registry für Forschungswerkzeuge und Datendienste oder der Culture Knowledge Graph, sind bereits jetzt oder werden in Zukunft über das Portal zugänglich sein.

Die SLUB und Universitätsbibliothek Heidelberg mit den Fachinformationsdiensten arthistoricum.net und musiconn sind seit Oktober 2020 Teil des Konsortiums NFDI4Culture.

 

Kontakt zu NFDI4Culture

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news-13694 Mon, 02 Aug 2021 17:43:08 +0200 Online-Workshop // Handexemplare aus dem Auktionshaus Hugo Helbing – Einführung und Dialog /beitrag/2021/08/02/handexemplare-auktionshaus-helbing-1 Workshop zum DFG-Projekt "Unikales Quellenmaterial zum deutschen Kunsthandel: Digitalisierung und Erschließung der Handexemplare der Kataloge des Münchner Auktionshauses Hugo Helbing (1887 bis 1937)"

Workshop zum DFG-Projekt Unikales Quellenmaterial zum deutschen Kunsthandel: Digitalisierung und Erschließung der Handexemplare der Kataloge des Münchner Auktionshauses Hugo Helbing (1887 bis 1937)

 

Online-Workshop am 05.10.2021 von 14:00 bis 17:00 Uhr
Der Workshop findet via Zoom statt. Dem Zoom-Meeting können Sie unter folgendem Link beitreten:
https://us02web.zoom.us/j/85659345839?pwd=UmFZYU0xN1NxMGJ1MjlQM054NXgvZz09.
Meeting-ID: 856 5934 5839
Passwort: 148258

Programm

14.00 Uhr // Einführung
Stephan Klingen, München // Begrüßung
Meike Hopp, Berlin // Zum Forschungsstand zur Galerie Helbing
Maria Effinger, Heidelberg // Digitalisierung der Handexemplare und Online-Präsentation in "German Sales"
Theresa Sepp, München // Wissenschaftliche Erschließung der Handexemplare: Typisierung, Systematisierung und erste Ergebnisse

- 30 Minuten Pause -

15.30 Uhr // Dialog
Maria Effinger und Theresa Sepp // Perspektiven: Möglichkeiten der systematischen Erfassung der Annotationen
Diskussion mit der Fachcommunity, Moderation: Christian Fuhrmeister, München

 

Programm auf den Seiten des Zentralinstituts für Kunstgeschichte, München

Link zum Themenportal German Sales

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news-13668 Tue, 27 Jul 2021 13:19:05 +0200 Ausschreibung Henry Arnhold Dresden Summer School 2021 /beitrag/2021/07/27/cfp-henry-arnhold-dresden-summer-school-2021 Anmeldeschluss verlängert bis 28. August || Die Henry Arnhold Dresden Summer School findet bereits zum neunten Mal statt – in diesem Jahr vom 13. September bis zum 26. September. Das Programm aus Vorträgen, Workshops und Führungen steht unter dem Thema „Kultur. Macht. Demokratie. Kulturinstitutionen als Orte der Demokratiebildung“. Deadline/Anmeldeschluss: 06.08.2021

Anmeldeschluss verlängert bis 25. August 2021

Die Henry Arnhold Dresden Summer School findet bereits zum neunten Mal statt – in diesem Jahr vom 13. September bis zum 26. September. Das Programm aus Vorträgen, Workshops und Führungen steht unter dem Thema „Kultur. Macht. Demokratie. Kulturinstitutionen als Orte der Demokratiebildung“.

Innerhalb einer demokratischen Gesellschaft sind Kulturinstitutionen Orte der Selbstverständigung. Was aber leisten sie für die Demokratie? Wie können sie zur Teilhabe anregen, Handlungsspielräume entwerfen, Gräben in der Gesellschaft überbrücken, Spaltung überwinden, Selbstwirksamkeitserfahrungen ermöglichen und zivilgesellschaftliches Engagement stärken?  Diesen und weiteren Fragen soll im Rahmen der Summer School nachgegangen werden. 

Bei der Henry Arnhold Dresden Summer School 2021 handelt es sich um ein internationales, interdisziplinäres Programm für NachwuchswissenschaftlerInnen und Museumsfachleute unter der Leitung von Prof. Dr. Hans Vorländer. Als gemeinsames Projekt der TU Dresden, des Deutschen Hygiene-Museums Dresden, des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr, der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden und der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden kann sie dabei auf ein Netzwerk hochrangiger Partner zurückgreifen. Ziel ist es, gemeinsam mit den ExpertInnen der beteiligten Häuser sowie mit hochrangigen ReferentInnen aktuelle Fragen des Selbstverständnisses und der zukünftigen Ausrichtung von Sammlungs- und Ausstellungsinstitutionen zu diskutieren. Dabei spielen theoretische Konzeptionen ebenso eine Rolle wie konkrete praktische Handlungsansätze.

Die Henry Arnhold Dresden Summer School besteht überwiegend aus virtuellen Formaten. Sollten es die Umstände zulassen, wird vom 24. bis 26.09.2021 ein Abschlusswochenende in Dresden stattfinden. In Workshops und Gesprächsrunden werden konkrete Fragestellungen interdisziplinär diskutiert und Handlungsvorschläge erarbeitet. Das Programm bietet darüber hinaus die Möglichkeit zur vertieften Auseinandersetzung mit den beteiligten Institutionen sowie zu intensiven Diskussionen mit renommierten Expertinnen und Experten.

Bewerbungen senden Sie bitte bis spätestens 06.08.2021 per E-Mail an: hasummerschool@mailbox.tu-dresden.de. Eingeladen zur Bewerbung sind Nachwuchsforschende (v.a. Promovierende, Post-Docs) der einschlägigen Fachrichtungen sowie junge Museums-, Archiv- und Bibliotheksfachleute. Die komplette Ausschreibung sowie weitere Informationen finden Sie unter www.dresdensummerschool.de.

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news-13650 Thu, 22 Jul 2021 18:48:47 +0200 Das "Buch der Narren" wird 140 Jahre alt /beitrag/2021/07/22/das-buch-der-narren-wird-140-jahre-alt Digitalisierungsprojekt der Bibliothek des Museums für Kommunikation in Berlin von Claudia Loest

Was haben Narren mit dem Telefon(ieren) zu tun? Am 14. Juli 1881 erschien das erste „Verzeichniss der bei der Fernsprecheinrichtung Betheiligten“ der „Fernsprech-Vermittelungs-Anlage“ in Berlin, in den Anfängen umgangssprachlich auch „Buch der Narren“ genannt. Dieses enthielt 185 Einträge auf 37 Seiten – darunter Firmen, Bankhäuser sowie drei Zeitungen: das „Berliner Tageblatt“, die „National-Zeitung“ und den „Börsen-Courier“. Die Berliner Börse war mit neun Anschlüssen verzeichnet.

Die anfängliche Skepsis dem Telefon gegenüber war bald verflogen, erkannte man doch schnell die Vorteile des Fernsprechens. Entsprechend wuchs die Zahl der Interessenten und damit der Anschlüsse rasch, so dass nach der ersten Ausgabe noch im gleichen Jahr in kurzer Folge fünf weitere Lieferungen des Telefonbuchs erschienen: Am 1. August, 8. August, 1. September, 1. Oktober und 7. Dezember 1881. Ende 1881 beinhaltete das Verzeichnis bereits 458 Teilnehmende, vier Jahre später gab es schon über 4.000 Anschlüsse in Berlin.

Unter https://historische-telefonbuecher.de  kann man die Nummer 1 und weitere 47 durchblättern.

Die Bibliotheksleiterin Claudia Loest hat dem SWR 2 die historischen Ausgaben gezeigt und die Geschichte dazu erzählt. Hier geht es zum Audiofile!

Und wer gern wissen möchte, wie sich das Telefonklingeln vor 140 Jahren angehört hat, findet das Klingeln im Thread des Museums auf Twitter!

Ein ausführlicher Beitrag über das gesamte Digitalisierungsprojekt wurde im Heft 1 des aktuellen Jahrgangs der AKMB-news veröffentlicht.

Und die Deutsche Digitale Bibliothek, wo man die Telefonbücher ebenfalls findet,  widmet dem Projekt ebenfalls einen umfangreichen Beitrag!

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news-13586 Wed, 14 Jul 2021 12:18:03 +0200 Fotoliteratur digital /beitrag/2021/07/14/fotoliteratur-digital Das Themenportal Fotografie auf arthistoricum.net hat Zuwachs bekommen: Mit der neuen digitalen Sammlung Fotoliteratur digital sind derzeit über dreihundert historische Publikationen zur Fotografiegeschichte aus dem Bestand der SLUB Dresden online verfügbar.

Neue Volltextkollektion auf arthistoricum.net

Das Themenportal Fotografie auf arthistoricum.net hat Zuwachs bekommen: Mit der neuen digitalen Sammlung Fotoliteratur digital sind derzeit über dreihundert historische Publikationen zur Fotografiegeschichte aus dem Bestand der SLUB Dresden online verfügbar. Mehrheitlich versehen mit Volltexterkennung und Tiefenerschließung stehen die Digitalisate als eigene Volltextkollektion zur Recherche über den Katalog von arthistoricum.net bereit.

 

Parallel dazu ist ein themenspezifischer Einstieg über das Themenportal Fotografie möglich, wo die neue Sammlung nach inhaltlichen Kriterien geordnet und angereichert mit Kurzbeschreibungen und Vorschaubild präsentiert wird. Weltweit zugänglich und kostenfrei nutzbar dient die digitale Kollektion der wissenschaftlichen Forschung, bietet aber auch interessierten Fotografen und Fotoliebhabern einen attraktiven Einstiegspunkt zum Stöbern.

Themenfelder, Fotografen und Autoren

Durch die neue Kollektion wird das Themenportal Fotografie, das Informationen zur Geschichte und Theorie, aber auch zu den zeitgenössischen Tendenzen und zur Praxis der Fotografie bündelt, um wichtige Quellengattungen erweitert. Mit Literatur zur Geschichte der Fotografie und Fotokunst, Fototechnik und -chemie, Bildbänden und Fotobüchern, Ausstellungskatalogen und Periodika wie Zeitschriften oder der Enzyklopädie der Photographie vereint die Sammlung eine besonders breite und umfangreiche Überlieferung fotohistorisch relevanter Literatur, die von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die Nachkriegszeit reicht: darunter u.a. Publikationen von Fotografen wie Albert Renger-Patzsch, Richard Peter sen., Hugo Erfurth und Erna Lendvai-Dircksen oder von frühen Fotografiespezialisten und –publizisten wie Josef Maria Eder, Hermann Wilhelm Vogel, Fritz Matthies-Masuren, Adolf Miethe und Erich Stenger.

Provenienz

Die Digitalisierung stützt sich dabei auf einen Bestand, der die Sammlungsaktivitäten mehrerer historischer Institutionen mit unterschiedlichem inhaltlichen Fokus widerspiegelt, die 1999 unter dem Dach der SLUB zusammengeführt wurden. Zum einen begann die Universitätsbibliothek Dresden als Bibliothek der Königlich-Sächsischen Bildungsanstalt bereits kurz nach ihrer Gründung Publikationen zur Fototechnik und Fotochemie zu erwerben, weil sie für die universitäre Lehre und Forschung relevant wurden. Der älteste Band der Volltextkollektion, eine 1843 erschienene Abhandlung über die erst ein paar Jahre zuvor erfundene Daguereotypie, lässt sich anhand der Besitzstempel dieser Bibliothek zuordnen. Die ebenfalls in Dresden beheimatete Königliche Öffentliche Bibliothek und spätere Landesbibliothek konzentrierte sich auf den Erwerb von Überblicksdarstellungen zur Fotografiegeschichte, Zeitschriften und Ratgebern zu fotografischen Verfahren und Techniken, die sich auch bei Amateurfotografen und organisierten Fotozirkeln großer Beliebtheit erfreuten. Seit dem Aufkommen des neuen Bildgenres des Fotobuchs wurden ergänzend zahlreiche der heute teils zu Ikonen der künstlerischen Fotografie gewordenen Publikationen beschafft. Mit der ideologischen Neuausrichtung nach dem Zweiten Weltkrieg, der Zuweisung des Sammelschwerpunkts bildende Kunst 1966 sowie der Eingliederung der Deutschen Fotothek in die Bibliotheksstruktur kamen weitere Veröffentlichungen insbesondere auch zur Arbeiterfotografenbewegung oder zur Heimatfotografie hinzu. Zum epochen- und themenübergreifenden Charakter der Sammlung tragen auch Angebotskataloge zur Fototechnik und regionale und überregionale Fotografenregister bei, die sich infolge der langen Tradition von Fototechnik und Kameraherstellung in der sächsischen Industrielandschaft sowie der landesbibliothekarischen Ausrichtung mit Saxonica-Schwerpunkt im Bestand erhalten haben.

Ausblick

Im Rahmen von arthistoricum.net werden die historischen Veröffentlichungen zur Fotografie systematisch digitalisiert und die digitale Volltextkollektion sukzessive erweitert. In Anlehnung an virtuelle Sammlungsportale wie Fotografie als angewandte Wissenschaft. Fotografische Handbücher 1839 bis 1882 des Kunsthistorischen Instituts der Universität zu Köln und der USB Köln ist es geplant, das digitale Angebot an rechtefreier bzw. lizenzierbarer historischer Fotoliteratur aus den Magazinen der SLUB Dresden auf arthistoricum.net in den kommenden Jahren weiter auszubauen. Highlights aus der digitalen Kollektion sowie weitere Neuzugänge werden wir spotlight-artig in den nächsten Wochen und Monaten über die verschiedenen Social-Media-Kanäle von arthistoricum.net näher vorstellen.
 

Hier geht’s zur Sammlung Fotoliteratur digital

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news-13442 Tue, 29 Jun 2021 18:50:38 +0200 Neues Portal für vergriffene Werke /beitrag/2021/06/29/neues-portal-fuer-verwaiste-werke
weitergeleitet von Frank von Hagel, Institut für Museumsforschung Berlin

Die Beobachtungsstelle des Amtes der Europäischen Union für Geistiges Eigentum (EUIPO) ist ein Netzwerk von Sachverständigen und fachlichen Interessenvertretern. Vertreter*innen aus dem öffentlichen und privaten Sektor arbeiten hier zusammen. Die Beobachtungsstelle dient als Plattform für ein breites Spektrum von Interessenträgern, die mit Hilfe ihrer fachlichen Fähigkeiten, ihrer Erfahrung und ihrem Fachwissen Rechte des geistigen Eigentums schützen und fördern, Damit unterstützen sie diejenigen Akteure, die unmittelbar mit der Durchsetzung dieser Rechte befasst sind.Es gibt vier Arbeitsgruppen (Geistiges Eigentum in der digitalen Welt, Sensibilisierung der Öffentlichkeit, Druchsetzung, Wirtschaft und Statistik) sowie sechs Sachverständigengruppen (Öffentlichkeitsarbeit,Rechtsfragen, Auswirkungen von Technologien, Zusammenarbeit mit Vermittlern, Internationale Zusammenarbeit).

 

Vergriffene Werke sind Werke, die zwar noch dem Urheberrecht unterliegen, aber nicht mehr im Handel erhältlich sind. Dazu gehören Musik, Bücher, Zeitungs- oder Zeitschriftenartikel und Filme. Sie gehören häufig zu Sammlungen, die sich in europäischen Bibliotheken, Museen, Archiven, im Bereich des Film- und Tonerbes tätigen Institutionen und öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten befinden.

Verwaiste Werke sind Werke, die zwar noch dem Urheberrecht unterliegen, deren Urheber oder andere Rechteinhaber aber nicht bekannt sind oder nicht ausgemacht werden können. Die fehlende Information zu den Rechteinhaber*innen verhindert häufig die Digitalisierung und Bereitstellung über Portale.

Die Datenbank zu vergriffenen Werken bietet Informationen in Bezug auf Werke, die in den oben aufgeführten Eirichtungen des Kulturerbes gesammelt, erschlossen und aufbewahrt werden. Das Portal richtet sich sowohl an diejenigen, die ihre Bestände digitalisieren und zugänglich machen wollen, wie an die Rechtinhaber.

 

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news-13064 Fri, 21 May 2021 07:30:00 +0200 In langer Tradition. Dürers 550. Geburtstag /beitrag/2021/05/21/in-langer-tradition-duerers-550-geburtstag Die Geburt Albrecht Dürers (1471–1528) jährt sich am 21. Mai 2021 zum 550. Mal und zahlreiche Verehrer*innen erinnern. Das Germanische Nationalmuseum feiert den Geburtstag des Nürnberger Ausnahmekünstlers mit einem digitalen Gesprächsmarathon. In dem vielseitigen Programm werden Talk-Tandems verschiedenste Kontexte beleuchten, in denen sich Interesse rund um die Person, Kunst und Rezeption Dürers entfaltet.

Jtem nach Christi gebũhrt 1471. Jahr in der
Sechsten stũndt, an St: Prũdentientag, an
einen Erichtag, in der Creũzwochen, gebahr
mir mein haũßfraũ Barbara, mein anderen
Sohn, Zũ dem war gevatter Anthonj Ko=
bũrger, ũnd nant Jhme Albrecht nach mir.

 

(Zur Geburt Dürers aus einer Abschrift der sogenannten Familienchronik, 2. Hälfte 17. Jh., Sign. Will Nor III 916 fol, 3v, Nürnberg, Stadtbibliothek im Bildungscampus.)

 

Die Geburt Albrecht Dürers (1471–1528) jährt sich am 21. Mai 2021 zum 550. Mal und zahlreiche Verehrer*innen erinnern. Das Germanische Nationalmuseum feiert den Geburtstag des Nürnberger Ausnahmekünstlers mit einem digitalen Gesprächsmarathon. In dem vielseitigen Programm werden Talk-Tandems verschiedenste Kontexte beleuchten, in denen sich Interesse rund um die Person, Kunst und Rezeption Dürers entfaltet.

Die Veranstaltung steht in langer Tradition. Seitdem Dürer am 6. April 1528 mit nur 56 Jahren starb, werden seine Geburts- und Todestage zum Anlass genommen, ihm auf unterschiedliche Art zu gedenken. Viele der heute populären Denkmale in Bild und Text entsprangen den Jubiläumsjahren. Beispielsweise prägte man 1628 Münzen auf den ‚deutschen Apelles‘, verfasste 1728 ein gedechtniß der ehren eines derer vollkom[m]nesten künstler seiner und aller nachfolgenden zeiten oder legte 1828 den Grundstein für Christian Daniel Rauchs (1777–1857) berühmtes Standbild, das noch heute auf dem nachfolgend so benannten „Albrecht-Dürer-Platz“ in der Sebalder Altstadt in Nürnberg zu finden ist. Eine ebensolche Erinnerungskultur etablierte sich für die überlieferten Stationen seines Lebens. So jährte sich 2020/21 die niederländische Reise des Künstlers zum 500. Mal. Durch zwei Abschriften des sogenannten Reisetagebuchs detailliert tradiert, findet sie diesjährig in Ausstellungen und Katalogen international Aufmerksamkeit.

Das ehrende Gedenken begünstigt gleichzeitig die Erhaltung. Ein eindrückliches Beispiel hierfür ist das Haus, in dem der Künstler bis zu seinem Tod lebte und arbeitete. Im Jahr 1826, also als sich der 300. Todestag Dürers näherte, kaufte der Verleger Friedrich Campe (1777–1846) als „Mitglied des Magistrats” das legendäre Fachwerkhaus am Tiergärtnertor für die Stadt (vgl. Campe 1828, S. 185). Pünktlich zum Dürer-Jahr 1828 diente es als Künstlermuseum und Feststätte. Anlässlich der Feierlichkeiten zu Dürers 400. Geburtstag im Jahr 1871 wurde die Albrecht-Dürer-Haus-Stiftung e.V. gegründet, die sich der erneuten Instandsetzung und dauerhaften Erhaltung des Hauses annahm. Seither können der Geburtstag Dürers und die Geburtsstunde der Stiftung im Gleichklang gefeiert werden. 1928 zeigten zahlreiche Museen international Albrecht-Dürer-Ausstellungen, darunter das Germanische Museum (heute Germanisches Nationalmuseum). Von einigen dort ausgestellten Gemälden ließ die Stadt Nürnberg, die spätestens seit dem 17. Jahrhundert zahlreiche Werke an regierende Dürer-Anhänger verloren hatte, Kopien der zeitweise als Exponate zurückgekehrten anfertigen (vgl. Schauerte 2012). Während die Originale heute in Florenz, Lissabon, Madrid, New York oder Paris zu suchen sind, repräsentieren die Kopien im Dürerhaus ein Stück Rezeptionsgeschichte.

Jubiläen wirkten zudem über Jahrhunderte wie ein Katalysator für die Forschung. Aufgrund der langen Tradition der Feiern und der durch sie entstandenen Memoria veröffentlichte beispielsweise Matthias Mende im Gedenkjahr 1971 einen Ausstellungskatalog alleine über die Nürnberger Dürerfeiern 1828–1928 sowie eine 700-seitige Dürer-Bibliographie. 50 Jahre später arbeiten die Universitätsbibliothek Heidelberg, die Kunstsammlungen der Stadt Nürnberg und die Albrecht-Dürer-Haus-Stiftung e.V. gemeinsam an dem DFG-Projekt duerer.online - Virtuelles Forschungsnetzwerk Albrecht Dürer und interagieren mit den vielseitigen Forschungsansätzen der Gedenkjahre 2020/21.

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news-12972 Mon, 10 May 2021 19:52:14 +0200 Save the Date: „Experimente“ im Rahmen der vDHd 2021 /beitrag/2021/05/10/experimente-vdhd2021

Der Arbeitskreis Digitale Kunstgeschichte organisiert im Rahmen der vDHd 2021 das Projekt „Experimente“
Termin: Do., 10.06. – Fr., 11.06.2021
Anmeldung bis 8. Juni 2021
Weitere Info:  https://vdhd2021.hypotheses.org/295

 

Wie lassen sich die Landschaften der Digitalen Kunstgeschichte durch digitale Repräsentationen und Visualisierungen besser erschließen und vernetzen?

Das ist die zentrale Frage des Arbeitkreises Digitale Kunsgeschichte, der die Inhalte und Ziele der zweitägigen Veranstaltung wie folgt beschreibt:

 


Das Feld der Digitalen Kunstgeschichte wird sowohl durch eine Vielfalt digitaler Verfahren und Konzepte, als auch durch die über lange Zeit gewachsenen personellen und institutionellen Zusammenhänge einer geisteswissenschaftlichen Disziplin getragen. Dabei bilden sich fortwährend Überschneidungen und Verflechtungen zu weiteren disziplinären Feldern der Digital Humanities. Das hier gewählte Bild der Landschaft deutet sowohl die Vielgestalt und Unübersichtlichkeit an, wie auch die grundsätzlichen Potentiale von Visualisierungen im Sinn von Kartierung und Netzwerk-Darstellung.


Ziel der Veranstaltung ist es, für solche Visualisierungskonzpete ein robustes und fortschreibbares Datenmodell zu finden und mit Nachnutzungen zu experimentieren. Als Ausgangsbasis dient uns hierfür Wikidata, eine offene, kollaborative, persistente Datenplattform. Aufbauend auf ersten Arbeitsschritten, Erkundungen der Landschaft und Modellierungen der Daten (Workshop-Tag 1) werden Visualisierungsstrategien und weitere Möglichkeiten zur Auswertung der Daten konzipiert (Workshop-Tag 2). Im zeitlich jeweils anschließenden offenen Labor werden die entwickelten Konzepte versuchsweise umgesetzt, getestet und disktuiert.
Wir freuen uns auf ein zahlreiches Erscheinen von Anfänger*innen auf dem Gebiet der Digital Humanities bis hin zu Fortgeschrittenen und Spezialist*innen. Die Veranstaltung dient auch dem Kennenlernen und Wiedersehen in Zeiten der Pandemie. Da die Veranstaltung nicht durchgängig besucht werden muss, ist jede/r, der/die auch nur kurz vorbeikommt, herzlichst eingeladen.

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news-12940 Mon, 10 May 2021 10:00:00 +0200 Bildrechte in der kunsthistorischen Praxis – ein Leitfaden /beitrag/2021/05/10/bildrechte-in-der-kunsthistorischen-praxis-ein-leitfaden

Der Verband Deutscher Kunst­historiker stellt seinen neuen Weg­weiser zu Bild­rechts­fragen in Open Access auf ART-Dok zur Verfügung.

 

Im Fach Kunstgeschichte stellt die Klärung von Bildrechten einen ebenso alltäglichen wie zeitraubenden Teil der Arbeitspraxis dar. Nicht wenige der Probleme oder Sorgen zu Bildrechtsfragen lassen sich darauf zurückführen, dass die rechtlichen Vorgaben für Laien schwer zu durchschauen sind.

 

Der Verband Deutscher Kunsthistoriker legt daher einen Leitfaden für jene Fragen und Fallszenarien vor, die in der kunsthistorischen Praxis besonders relevant sind.

 

Ziel der Handreichung soll es sein, Grundzüge und wesentliche Begriffe der relevanten Teile des Urheberrechts zu vermitteln. Vor allem aber soll der Leitfaden dabei helfen, bei konkreten Fragen rasch die entscheidenden Informationen zu finden, um zu einer verlässlichen Lösung zu gelangen.

 

Der Leitfaden wurde von einem Arbeitsausschuss des Verbandes konzipiert und in Auftrag gegeben. Verfasserin ist die auf Urheberrecht spezialisierte Juristin Dr. Veronika Fischer unter Mitarbeit von PD Dr. Dr. Grischka Petri. Der Verband macht den Leitfaden auf der Publikationsplattform ART-Dok zugänglich.

 

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news-12875 Thu, 06 May 2021 18:00:00 +0200 Max Halberstadt. Der vergessene Hamburger Fotograf - Eine Ausstellung im Museum für Hamburgische Geschichte, 7. Mai 2021 bis 3. Januar 2022 /beitrag/2021/05/06/max-halberstadt-der-vergessene-hamburger-fotograf-eine-ausstellung-im-museum-fuer-hamburgische-geschichte-7-mai-2021-bis-3-januar-2022

Max Halberstadt (1882-1940) galt in den 1920er Jahren als einer der bekanntesten Porträtfotografen Hamburgs. Seine Popularität verdankte sich nicht zuletzt den Aufnahmen seines Schwiegervaters Sigmund Freud, die zu den bis heute weltweit publizierten Porträts des Begründers der Psychoanalyse zählen. Doch auch wenn seine Freud-Porträts fortwährende Verwendung finden, ist der Name Max Halberstadt heute fast vergessen. In den einschlägigen Fotografenlexika sucht man ihn vergeblich. Die von dem Hamburger Publizisten Wilfried Weinke kuratierte Ausstellung Der Fotograf Max Halberstadt. "‚... eine künstlerisch begabte Persönlichkeit." im Museum für Hamburgische Geschichte möchte ihm die gebührende Würdigung und den verdienten Platz in der Fotogeschichte Hamburgs verschaffen.

1882 in Hamburg geboren, hatte sich Halberstadt nach seiner Lehrzeit im renommierten Atelier von Rudolf Dührkoop 1907 als Fotograf in der Hansestadt niedergelassen. Dank seines Erfolgs als Porträt- und Landschaftsfotograf betrieb er bereits 1912 in der Hamburger Innenstadt ein eigenes Atelier. Nach dem Ersten Weltkrieg zählte Max Halberstadt zu den Gründungsvätern der „Gesellschaft Deutscher Lichtbildner“, der heutigen „Deutschen Fotografischen Akademie“. Halberstadts Bilder erschienen in verschiedenen Presseorganen wie Fachzeitschriften. Dazu gehörten vor allem die illustrierten Beilagen Hamburger Tageszeitungen, die seine Porträtaufnahmen sowie seine Collagen und Fotomontagen druckten. Nach der Machtübertragung an die Nationalsozialisten im Jahr 1933 und der damit einhergehenden antisemitischen Ausgrenzungs- und Verfolgungspolitik erfuhr Max Halberstadt sehr bald eine dramatische Verschlechterung seiner wirtschaftlichen und sozialen Lebenssituation. Führende Industriefirmen zogen sich wegen seiner jüdischen Herkunft als Kunden zurück. Nach dem erzwungenen Verkauf seines Ateliers emigrierte er 1936 nach Südafrika. Im Exil gelang ihm zwar die Neugründung eines Ateliers, doch war es ihm nicht vergönnt, seine Karriere auch nur annähernd erfolgreich fortzusetzen. Max Halberstadt starb im Alter von nur 58 Jahren in Johannesburg.

Das Leben Max Halberstadts steht beispielhaft für die Zwangslage jüdischer Bürger im Nationalsozialismus, in ihrer Heimat nicht mehr leben zu können und sich nur durch die Emigration der Bedrohung und Verfolgung entziehen zu können. In der Ausstellung werden neben Porträts von Hamburger Künstlern und Mitgliedern der Jüdischen Gemeinde atmosphärische Einblicke in das Stadtleben Hamburgs der 1920er Jahre gezeigt. Ein museumspädagogisches Begleitprogramm zur Ausstellung für Jugendliche und Erwachsene soll die Themen der deutschen Judenverfolgung, der Emigration und des erzwungenen Exils thematisieren.

 

In einer digitalen Einführung zur Ausstellung geben der Kurator Wilfried Weinke, die Museumsdirektorin Bettina Probst und Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda Einblicke in die facettenreiche Präsentation von Leben und Werk eines aufgrund seiner Verfolgung und Vertreibung vergessenen Fotografen.

Autor: Matthias Seeberg, Pressesprecher der Stiftung Historische Museen Hamburg. Stand: 06/2021

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news-12906 Tue, 04 May 2021 19:51:11 +0200 Online-Symposium „Ist das Museum noch zu retten? Oder welche Chance bietet der Neustart? Wie könnte die Zukunft der Museen aussehen?“ /beitrag/2021/05/04/online-symposium-ist-das-museum-noch-zu-retten-oder-welche-chance-bietet-der-neustart-wie-koennte-die-zukunft-der-museen-aussehen

von Katja Schöppe-Carstensen (Hegenbarth-Sammlung, Berlin)

Was als einstündige Online-Abendveranstaltung im kleinen Kreis geplant war, fand am 14. April 2021 als digitales Tagessymposium der Hegenbarth Sammlung Berlin mit über 90 Gästen, 5 Workshopmoderator*innen und 7 Referent*innen statt.

Bewusst provokant und zugespitzt war der Titel des Online-Symposiums und entsprechende Kritik und Nachfragen gab es dazu im Vorfeld: Wenn das Museum gerettet werden müsse, befände es sich ja in einer Krise! Was genau gilt es zu retten? Was, wenn diese Krise nur der Anfang ist? Der Anfang von was? Und überhaupt: Gibt es ein krisenfestes Museum?

Trotz kritischer Rückfragen waren wir überrascht, wie viele Expert*innen dann doch verschiedene Problemlagen im Museums- und Ausstellungsbetrieb, vor allem im Bereich der Kunstmuseen, aufzeigten und skizzierten. Es wurden aber auch Lösungsansätze und mutmachende Konzepte vorgestellt. Das Publikum nutzte die Gelegenheit und stellten rege Rückfragen an die Referent*innen.

Mit einer Umfrage wurden alle Anwesenden zu Beginn auf die Tagung eingestimmt: Gefragt wurde nach dem letzten Museumsbesuch vor Ort und mit welchen Worten sich dieser Besuch zusammenfassen ließe.

Am Vormittag hatten alle die Wahlmöglichkeit, an den ersten Vorträgen oder einem Workshopzirkel teilzunehmen.

Der Workshopzirkel (organisiert in Breakout-Rooms mit der World-Café-Methode) fand in fünf kleinen Gruppen und diente dem kreativen Austausch über vergangene und künftige Museums- und Theaterbesuche oder verortete die Beteiligten zeichnerisch im Hier und Jetzt. Angeleitet wurden sie von Moderatorinnen, die beruflich im künstlerischen, theaterwissenschaftlichen sowie im kunst- und museumsvermittelnden Bereich tätig sind.

In den Vorträgen am Vormittag wurde der Blick von Dr. Martina Padberg auf den sich wandelnden Ausstellungsbetrieb gelenkt und wie dieser künftig anders laufen sollte. Harriet Meyer und Zsuzsanna Aszodi stellten im zweiten Beitrag das Young Professionals Netzwerk vor, in dem sich die junge Museumsgeneration frei von hierarchisch strengen Regeln auch über unbequeme Fragen austauschen und einander beraten kann. Wie man mit kleinem Budget und dem eigenen Smartphone Ausstellungen oder Sammlungen jedweder Fachrichtung online ins Netz bringt, wurde von Ilona Aziz vorgestellt. Vor der Mittagspause forderte Nikolaus Bernau am Beispiel der geöffneten Bibliotheksmagazine in einem brennenden Plädoyer von den Museen: Macht die Depots auf!

Nach der Mittagspause öffnete Dr. Thomas Köhler eine wahre Fundgrube mit kreativen, digitalen Vermittlungsformaten, die während der Pandemie an unterschiedlichen Orten zum Einsatz kamen. Komprimiert analysierte Prof. Dr. Beate Reifenscheid erwartbare langfristige Einschnitte der Pandemie im Museumsbereich. Abschließend skizzierte sie, worin die künftigen Aufgaben der Museen liegen. Dieser Faden wurde im Gespräch mit Notker Schweikhardt aufgenommen, der nach der Rolle und Verantwortung der (Kultur-)Politik befragt wurde.

In einer Schlussumfrage baten wir die Gäste um Begriffe, die die Veranstaltung am besten beschreiben.

Fazit: Zugegeben, die Diskussionsrunde kam zu kurz, nach sechs Stunden digitalem Input nicht verwunderlich. Geplant ist künftig eine einstündige Veranstaltungsreihe am Abend mit wechselnden Expert*innen und Diskussionsrunde.

Mehr über die Hegenbarth Sammlung Berlin - Kunst auf Papier!

 

 

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news-12821 Mon, 26 Apr 2021 15:42:46 +0200 Aufbruchstimmung beim 3. Vernetzungstreffen Open Access in den Künsten am 21. April 2021 /beitrag/2021/04/26/aufbruchstimmung-beim-3-vernetzungstreffen-open-access-in-den-kuensten-am-21-april-2021-1
von Margret Schild (Theatermuseum + Filmmuseum Düsseldorf)

In Kunst- und Museumsbibliotheken gewinnt OA an Bedeutung. Neben der Bereitstellung von digitalen bzw. elektronischen textorientierten Ressourcen verwalten diese Bibliotheken schon lange analoge Sondersammlungen – so Bildarchive, grafische Sammlungen, Künstlerbücher, Ephemera, Autografen und Nachlässe. Die Beschäftigung mit OA in den Künsten kann als Schritt bei der digitalen Transformation, als Erweiterung des Sammlungsprofils und des Informationsangebots angesehen werden.  

Anika Wilde (Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch) und Friederike Kramer (Universität der Künste Berlin), die Gründerinnen des Netzwerkes, hatten zu einem virtuellen Treffen eingeladen und freuten sich über knapp 40 Teilnehmende.  Die Impulse zur anschließenden lebhaften Diskussion setzte Dietmar Kammerer, einer der Koordinatoren von NFDI4Culture, mit seiner Präsentation des Konsortiums.

Die Nationale Forschungsdaten-Infrastruktur for Culture ist ein bundesweites Projekt, mit dem ein Konsortium aufgebaut wird, das sich an die Geistes- und Kulturwissenschaften richtet, anschlussfähig an andere geisteswissenschaftliche NFDI-Konsortien (Text+, Memory, Objects) sowie die Natur- und Sozialwissenschaften. Zum Konsortium gehören eine Vielzahl von Partnern (Universitäten, Akademien und Institutionen des Kulturerbes, Bibliotheken, Galerien, Archive und Museen) sowie Fachgesellschaften. Auf diese Weise werden Forschung, Expertise und Bestände, aber auch die entsprechenden Akteure und Adressaten zusammengeführt.

Nachhaltigkeit und Qualität bei der Erschließung, die Sicherung, Zugänglichkeit und Vernetzung sind die wesentlichen Ziele. Das Konsortium entwickelt anhand des Bedarfs der Forschungsgemeinde digitale Ressourcen, Tools und Serviceangebote, stellt diese inklusive beratender Dienstleistung bereit. Dazu gehört die Implementierung langfristiger Modelle für die garantierte Verfügbarkeit und Veröffentlichung der Forschungsdaten. NFDI4Culture setzt sich zudem mit der im Umgang mit Kulturgut komplexen Rechtslage auseinander, so Fragen zu Provenienz oder Urheberrechten.

 

In der anschließenden Diskussion wurden viele Themen angesprochen: Wie sich kleine und mittlere Einrichtungen einbringen können, vergleichbare Initiativen im Ausland, die Einbindung von künstlerischen Produktionen und künstlerischer Forschung, der Dschungel der Zuständigkeiten, Auswirkungen (beispielsweise auf Prüfungsordnungen) und der häufig als exotisch bezeichnete Status wegen der Vielfalt oder Komplexität der Medien und Objekte – auch in kleineren Einrichtungen, häufig mit wenig Personal. Die Lösungsvorschläge waren vor allem pragmatisch: sich über die Webseite und Mailingliste des Konsortiums informieren, Verbündete suchen, bereits im Vorfeld Rat bei den potentiellen Fördereinrichtungen suchen und bei der Finanzplanung neue Aufgaben mitdenken. Aber auch: einfach mal fragen, mit Selbstbewusstsein das Besondere der eigenen Bestände und Arbeit vertreten, die Vielfalt, Aufgeschlossenheit sowie Kreativität und Neugierde in den Mittelpunkt stellen, Best Practice-Beispiele und Problem-/Sonderfälle sammeln und bei Workshops oder den Beratungsangeboten vorbringen.

Den Abschluss des Gesprächs bildete die Frage nach dem Fortbildungsbedarf.  Das Netzwerk wurde über persönliche Kontakte zum Vorstand innerhalb der AKMB als Fachgruppe integriert und präsentiert sich dort auf eigenen Unterseiten. Dort findet man auch Hinweise auf weitere Materialien und Informationen!

 

 

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news-12776 Wed, 21 Apr 2021 21:04:43 +0200 Citizen Science in den Kulturwissenschaften /beitrag/2021/04/21/citizen-science-in-den-kulturwissenschaften Am Institut für Kunstgeschichte der LMU findet in diesem Semester eine Vortragsreihe zur Citizen Science in den Kulturwissenschaften statt.

  • Dienstag, 11. Mai 2021, 18 Uhr c.t.
    Susanne Gesser, Historisches Museum Frankfurt
    Herausforderung Partizipation: Das Stadtlabor Frankfurt
  • Dienstag, 8. Juni 2021, 18 Uhr c.t.
    Mia Ridge, British Library London
    Crowdsourcing in Cultural Heritage
  • Montag, 5. Juli 2021, 19 Uhr c.t.
    Winfried Schulze, Bochum/ München
    Citizen Science (im Rahmen der Reihe Zukunft der Kunstgeschichte)

Näheres zu den zoom-Zugangsdaten unter https://www.kunstgeschichte.uni-muenchen.de/veranstaltungen/lecture-series_dikuge/index.html

  

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news-12751 Mon, 19 Apr 2021 16:26:28 +0200 „Das digitale Bild – Die  soziale Dimension, politische Perspektiven und ökonomische Zwänge“ /beitrag/2021/04/19/das-digitale-bild-die-soziale-dimension-politische-perspektiven-und-oekonomische-zwaenge-1 Das Schwerpunktprogramm „Das digitale Bild“ lädt Sie sehr herzlich zur Teilnahme an der kommenden international ausgerichteten Tagung mit dem Titel „Das digitale Bild – Die  soziale Dimension, politische Perspektiven und ökonomische Zwänge“ vom 28. bis 30. April 2021 ein. 

 

Wie verändern Deep Fakes die Rolle von Repräsentation in digitalen Bildern? Was sagen virtuell generierte Influencer*innen über unser Schönheitsideal aus? Und warum stellen wir uns dauernd die Frage, ob Künstliche Intelligenz kreativ sein kann? Zur Beantwortung dieser und weiterer Fragen konnten wir Wissenschaftler*innen wie die Literaturkritikerin und Posthumanistin Nancy Katherine Hayles, den niederländischen Medienwissenschaftler Geert Lovink, verschiedene Designer*innen, Unternehmer*innen und weitere Expert*innen aus Theorie und Praxis gewinnen. Unter den Stichworten „Die soziale Dimension, politische Perspektiven und ökonomische Zwänge“ diskutieren 17 geladene Gäste gemeinsam mit den Forscher*innen des Schwerpunktprogrammes sowie der Öffentlichkeit Aspekte des Visuellen im Digitalen.

 

Das vollständige Programm samt Abstracts sowie die Möglichkeit, sich zur Tagung anzumelden, finden Sie auf unserer Homepage:

https://www.digitalesbild.gwi.uni-muenchen.de/tagung_april_2021/

 

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news-12714 Mon, 19 Apr 2021 08:00:00 +0200 Die Museumsbibliothek – ein Raum im Wandel der Zeit /beitrag/2021/04/19/die-museumsbibliothek-ein-raum-im-wandel-der-zeit
von Martin Zangl (LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster)

Seit 1908 gibt es Räume für die museumseigene Büchersammlung des LWL-Museums für Kunst und Kultur. Museumsbibliothekar Martin Zangl nimmt uns mit auf eine Zeitreise zu verschiedenen Stationen seit der Gründung bis in die Gegenwart. Wer mehr wissen möchte, kann eine ausführlichere Fassung als PDF herunter laden!

Am Anfang war die „Pantoffelbibliothek“ – gleich neben dem Direktorenzimmer, mit direkter Zugänglichkeit des Magazins, großen Tischen, Bild- und Textquellen an einem Ort.   

 

Wie Eintrittskarten für das Museumsgebäude aus der Zeit zwischen Oktober 1938 und Frühjahr 1941 zu entnehmen ist, gab es damals einen öffentlichen Lesesaal mit äußerst publikumsfreundlichen Öffnungszeiten: von 9 bis 13 Uhr und 15 bis 22 Uhr.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das zerstörte Gebäude bis 1950 wieder so hergestellt, dass ein Lesesaal in deutlich einfacherer Ausstattung zur Benutzung zur Verfügung stand. Die Ausstattung erinnert an einen Klassenraum und die Bestände wurden magaziniert – die Kathederbibliothek. 

Mit der Eröffnung des neuen Gebäudekomplexes im Jahr 1974 wurde auch ein neuer Bibliothekslesesaal eingerichtet. Ein Ausstellungsraum wurde (zunächst) provisorisch als öffentlicher Lesesaal genutzt. Nichts ist dauerhafter als ein Provisorium: die Bibliothek blieb 34 Jahre an diesem Ort, geriet aber wegen der Platznot, ihrer ungünstigen Lage und der relativ späten Einführung der EDV bei externen Benutzer/innen mehr und mehr in Vergessenheit.

Während der Abriss- und Neubauphase des Museums zwischen 2008 und 2014 war die Bibliothek komplett ausgelagert und auf verschiedene Standorte verteilt. Die Nutzung der Bestände war nur intern möglich und wurde vor allem für die Planung der neuen Dauerausstellung und die Erarbeitung der Publikationen zur Neueröffnung genutzt.

Mit der Neueröffnung des Museums im September 2014 hat die Museumsbibliothek eine direkte Anbindung an das zentrale Foyer und ist viel sichtbarer in der Öffentlichkeit. Auch die Ausstattung wurde modernisiert und dem veränderten Nutzerverhalten angepasst. Die Bibliothek bietet nun umfangreiche Recherchemöglichkeiten, die nicht nur vor Ort, sondern auch von zu Hause aus über den OPAC genutzt werden können: über oder über den Link auf der Webseite des Museums.

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news-12652 Mon, 12 Apr 2021 09:48:53 +0200 Zukunft der Kunstgeschichte /beitrag/2021/04/12/zukunft-der-kunstgeschichte Im kommenden Semester wird am Institut für Kunstgeschichte der LMU München eine Veranstaltung zu Perspektiven einer zukünftigen Kunstgeschichte stattfinden. Einzelheiten hier. Es ist eine Registrierung hier notwendig

 

 

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news-12491 Tue, 23 Mar 2021 16:34:21 +0100 Virtuelle Ausstellung - Scientists 2010-2021. Portraits of Fellows of the Royal Society - Porträtfotografien von Anne-Katrin Purkiss /beitrag/2021/03/23/virtuelle-ausstellung-scientists-2010-2021-portraits-of-fellows-of-the-royal-society-portraetfotografien-von-anne-katrin-purkiss

Die gebürtige Chemnitzerin Anne-Katrin Purkiss lebt und arbeitet seit 1984 als freie Fotografin in Großbritannien. Ihre Arbeiten wurden in britischen und internationalen Zeitungen wie The Guardian, der New York Times, Die Zeit und Nature veröffentlicht und waren bislang in England, Deutschland und der Schweiz in Einzelausstellungen zu sehen. Purkiss Werke befinden sich zudem in den Sammlungen der National Portrait Gallery, der Royal Academy Library und National Art Library sowie im Archiv der Royal Society, dem Tate Archive und dem Henry Moore Institute, Leeds.

 

Neben Kunst und Natur bilden Porträts einen Schwerpunkt innerhalb des Werkes der Fotografin. Abseits ihrer Auftragsarbeiten ist sie stets auch auf der Suche nach der Begegnung mit Menschen, die sie inspirieren und ihr neue Blickwinkel eröffnen. Seit mehr als dreißig Jahren porträtiert Purkiss durch das Objektiv ihrer Kamera aber vor allem erfolgreiche Künstler*innen und Wissenschaftler*innen, die mit ihrer Arbeit und Kreativität inspirieren und deren Forschungen neue Wege eröffnen. Dabei legt Purkiss in ihren Arbeiten ein besonderes Augenmerk auf die Kontextualisierung von Mensch und Umgebung, indem sie das direkte Arbeitsumfeld der Porträtierten in hohem Maße mit einbezieht. Durch die Wiedergabe der Porträtierten an ihrem jeweiligen Arbeitsplatz, der räumlichen und inspirierenden Quelle ihres schöpferischen Wirkens, generieren Purkiss Arbeiten eine über die physiognomische und emotionale Charakterisierung hinausgehende erweiterte Bezugs- und Deutungsebene und bilden zugleich gesellschaftliche Prozesse ab. 

Die in der virtuellen Ausstellung Scientists 2010-2021: Portraits of Fellows of the Royal Society gezeigten Porträts stellen Auszüge aus einem noch laufenden Langzeitprojekt dar, in welchem Purkiss bislang über einen Zeitraum von mehr als drei Jahrzehnten hinweg Fellows der Royal Society in ihrem Arbeitsumfeld fotografierte. Die aktuelle digitale Ausstellung wurde von der Fotografin mit Unterstützung von Katherine Marshall und Ellen Embleton (The Royal Society) kuratiert. Sie schließt an eine vorangegangene Ausstellung von 2010/11 an und zeigt 29 aktuelle Bilder aus der mittlerweile über 100 Porträts umfassenden Sammlung. 

Das Projekt zeigt nicht nur den Wandel der äußeren Rahmenbedingungen wie Gebäude, Geräte und Arbeitsräume auf, sondern lässt auch die veränderten sozialen Räume und Geschlechterverhältnisse hervortreten. So zeigen die Fotos der aktuellen Ausstellung, die alle seit 2010 aufgenommen wurden, einen deutlich gestiegenen Frauenanteil innerhalb der Fellows.

Link zur Ausstellung:
https://artsandculture.google.com/exhibit/fellows-of-the-royal-society-2010-2021/YQJC8Galthk4IA

Einblick in die bislang von Purkiss zwischen 1985 und 2020 angefertigte Porträtserie gibt zudem ein Online-Katalog:

https://issuu.com/anne.purkiss/docs/scientistsportraits19852020photographsbyannekatrin

Weitere Information zu den Arbeiten und laufenden Projekten von Anne-Katrin Purkiss finden sich auf ihrer Website: 
http://www.purkiss-images.eu/

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news-12391 Tue, 16 Mar 2021 09:15:00 +0100 Auktionskataloge als kunsthistorische Quelle für Druckgraphik /beitrag/2021/03/16/auktionskataloge-als-kunsthistorische-quelle-fuer-druckgraphik Die Universitätsbibliothek Heidelberg hat über 10 000 Auktionskataloge in ihrem Bestand, die sie unter anderem im Zuge von Projekten digital bereitstellt. Nicht selten sind Exemplare handschriftlich mit informativen Notizen, wie Preisen oder gar den Namen von Käufern versehen. Ursprünglich dienten diese Annotationen HändlerInnen und SammlerInnen dafür, den aktuellen Wert eines Kunstwerks auf dem Markt einschätzen und die eigenen Gebote in späteren Auktionen anpassen zu können.

Die Universitätsbibliothek Heidelberg hat über 10 000 Auktionskataloge in ihrem Bestand, die sie unter anderem im Zuge von Projekten digital bereitstellt. Nicht selten sind Exemplare handschriftlich mit informativen Notizen, wie Preisen oder gar den Namen von KäuferInnen versehen. Ursprünglich dienten diese Annotationen HändlerInnen und SammlerInnen dafür, den aktuellen Wert eines Kunstwerks auf dem Markt einschätzen und die eigenen Gebote in späteren Auktionen anpassen zu können.


Bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts notierte der Bamberger Sammler Joseph Heller (1798–1849) Zuschlagspreise, ja er recherchierte sie sogar rückwirkend durch den Erwerb bereits annotierter Kataloge, die lange vor seiner Zeit als aktiver Käufer entstanden. Die Preisentwicklung über mehrere Jahrzehnte publizierte er dann beispielsweise in seinem ab 1827 erschienenem Werkverzeichnis Albrecht Dürers (1471–1528). Bei dem Kupferstich Adam und Eva nennt er Auktionspreise von 1757 bis 1821. Dieses Vorgehen professionalisierte und etablierte sich im Laufe des folgenden Jahrhunderts unter anderem mit dem Erscheinen kunstspezifischer Periodika. Die 1930 gegründete Weltkunst veröffentlichte gar Preisberichte. Zum Eintragen in den Katalog.
Zu den gedruckten Objekt-Anpreisungen in Form knapper Katalogbeschreibungen gehört die Nennung namhafter Provenienzen, also ehemaliger BesitzerInnen, deren Sammlungen für Erstklassigkeit stehen. Bei nicht unikalen Kunstwerken aus dem Bereich der Druckgraphik, geben genannte Charakteristika indirekt Auskunft über Auflagenhöhen und liefern Indizien, um den Weg bestimmter Exemplare nachzuvollziehen.


Der Berliner Galerist und Kunsthändler Paul Cassirer (1871–1926) versteigerte 1918 die bedeutende Sammlung an Kupferstichen und Holzschnitten von Meistern des 15. bis 18. Jahrhunderts, die der Freiburger Sammler Vincent Mayer (1831–1918) zusammengetragen hatte. Als im ersten Teil Werke von Albrecht Dürer (1471–1528) in Auktion gingen, boten neben einigen PrivatsammlerInnen, zahlreiche KunsthändlerInnen, aber auch bis heute namhafte Museen, um ihre Dürer-Sammlungen zu vervollständigen. Ein Exemplar des Auktionskatalogs, das sorgfältig per Hand mit Preisen und KäuferInnen versehen ist, nennt unter anderem das Rijksprentenkabinet Amsterdam, das dänische und schwedische Nationalmuseum in Kopenhagen und Stockholm, aber auch inländische Sammlungen, wie das Kupferstichkabinett München, das Germanische Nationalmuseum Nürnberg sowie die Kunsthalle Hamburg. Nicht selten übertrafen die Gebote die vorab im Auktionskatalog angegebenen Schätzpreise.


Das Rijksprentenkabinet erwarb den laut Katalog „einzigen Zustand“ von Dürers sechstem Knoten (Inv.-Nr. RP-P-1919-1975), die Münchener Graphische Sammlung Das Schweißtuch von einem Engel gehalten. Letzteres befand sich Cassirers Beschreibung zufolge vormals in namhaften Sammlungen, darunter diejenige des Frankfurter Sammlers Heinrich Anton Cornill-D’Orville (1790–1875), die 1900 in Stuttgart versteigert wurde. Auch in diesem Katalog ist wiederum die Vorgängersammlung genannt. Ein Exemplar von Dürers Sebastian am Baume, das sich heute in den Kunstsammlungen der Stadt Nürnberg befindet (Inv.-Nr. St.N. 16735), stammt aus der Sammlung Mayers, wie der rückseitig aufgebrachte Sammlerstempel belegt. Dieser Kupferstich wurde jedoch nicht direkt aus Cassirers Auktion erworben, sondern erst 10 Jahre später bei einem Münchner Kunsthändler. Sogar ‚Ladenhüter’ können mithilfe von Auktionskatalogen ausgemacht werden. So zum Beispiel ein „vorzüglicher Abdruck” von Dürers um 1499 gefertigtem Kupferstich Der heilige Sebastian an der Säule aus der Sammlung Richard Fisher, der mit nahezu deckungsgleicher Beschreibung zwischen 1904 und 1911 immer wieder in Katalogen von Amsler & Ruthardt angeboten wurde.


Auktionskataloge, ob annotiert oder nicht, sind schon länger ein schätzbares Instrument für WissenschaftlerInnen, doch steigern sich Potenzial und Quellenwert mit fortschreitender und vertiefender digitaler Erschließung zusehends.
 

Kontakt
Dr. Franziska Ehrl
Universitätsbibliothek Heidelberg

Link zum Themenportal
Albrecht Dürer

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news-12397 Mon, 15 Mar 2021 18:03:00 +0100 Bitte um Mitwirkung bei der Befragung "Migration und Vielfalt in Museen" /beitrag/2021/03/15/bitte-um-mitwirkung-bei-der-befragung-migration-und-vielfalt-in-museen Weitergeleitet von Dieter Osses, Arbeitskreis Migration im Deutschen Museumsbund

Kultureinrichtungen sind  mit verschiedenen Formen des demographischen Wandels konfrontiert. Darin spielen die zunehmende Vielfalt der familiären Hintergründe bei jungen Menschen, aber auch die Alterung der Gesellschaft eine zentrale Rolle. Andererseits wirken auch die gesellschaftlichen Debatten um Migration und Vielfalt in die Kultureinrichtungen hinein.

Die Befragung soll einer Bestandsaufnahme dienen, inwieweit und in welcher Form die Themen Flucht, Migration und Diversität als Thema in den Museen in Deutschland präsent sind und die Arbeit in den letzten Jahren verändert haben. Die Ergebnisse der Umfrage sollen dazu dienen, wissenschaftliche Erkenntnisse zu diesem Thema zu gewinnen, die bisher kaum vorliegen.

Die Befragung ist Teil des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsprojekts „KultMIX - Kulturproduktion in der Migrationsgesellschaft“ an der Universität Osnabrück und richtet sich an alle Museen in Deutschland (es gibt parallele Befragungen auch der Kulturämter und der öffentlichen Theater). Kooperationspartner für diese Befragung ist der Arbeitskreis Migration im Deutschen Museumsbund. Ein zentrales Ziel der Befragung ist es, aus den Ergebnissen relevante Empfehlungen für die Museumspraxis und die Kulturpolitik zu formulieren.

Die Umfrage läuft bis zum 1. April und ist über diesen Link zu erreichen! Herzlichen Dank für  Ihre Unterstützung!

Kontakt und Projektkoordinator: Dr. Jens Schneider, Institut für Migrationsforschung interkulturelle Studien an der Universität Osnabrück

 

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news-12331 Mon, 08 Mar 2021 15:43:00 +0100 Symposium - Kosmos Kiefer: Material, Begriffe, Rezeption /beitrag/2021/03/08/symposium-kosmos-kiefer-material-begriffe-rezeption

Symposium - Kosmos Kiefer: Material, Begriffe, Rezeption
Freitag, 12.03.21, 10-15 Uhr (Online dt.-engl.)

 

Beitrag von Sebastian Baden


Anselm Kiefer (*1945) ist einer der bekanntesten deutschen Künstler der Nachkriegszeit. Sein umfangreiches und vielschichtiges Werk setzt sich mit der deutschen Geschichte, der Verbindung von jüdischer und christlicher Tradition und den Medien der Erinnerungskultur auseinander. Die Sonderausstellung „Anselm Kiefer“ in der Kunsthalle Mannheim zeigt Werke aus der Sammlung Grothe, die mehr als 30 Jahre künstlerisches Schaffen repräsentieren. Zu den typischen Werkstoffen des international renommierten Künstlers zählen neben Ölfarbe und Schellack die Materialien Asche, Blei, Beton, Pflanzen und Kunstharz. Die zumeist großformatigen Gemälde und Skulpturen zeigen Kiefers intensive Auseinandersetzung mit existenziellen Fragestellungen, menschlichen Katastrophen und der Möglichkeit der Versöhnung.

 

Im Rahmen der Ausstellung in der Kunsthalle Mannheim wird das Symposium Anselm Kiefers Werk aus der Perspektive der jüngsten Forschung beleuchten. Neben der Präsentation der Werke soll die transdisziplinäre Arbeit vergleichender und kritischer Studien aus den Bereichen der Kunstgeschichte, Literatur- und Kulturwissenschaft, Geschichts- und Politikwissenschaft, Erinnerungskultur, Theologie oder Kunstpädagogik vorgestellt werden. Mittels eines Open Calls konnten sowohl etablierte als auch Nachwuchswissenschaftler*innen ausgewählt werden, die somit einen Beitrag zur aktuellen und internationalen Rezeptionsgeschichte von Anselm Kiefer leisten.

 

Programm:

 

9:45 Uhr  Einloggen & Rezeption

 

10:00 Uhr  Begrüßung: Johan Holten, Direktor der Kunsthalle Mannheim, Dr. Sebastian Baden, Kurator der Ausstellung „Anselm Kiefer“, Dörte Ilsabe Dennemann, Programmkuratorin

 

10:15 Uhr  „Untergehen, das heißt: zum Höchsten aufsteigen“ Fragmente geladener Vergangenheit im Werk von Anselm Kiefer und Tadeusz Kantor. Dr. Klaus Dermutz

 

10:45 Uhr  Mud, ashes and cosmos: Anselm Kiefer’s books and the monumental. Dr. Isabelle Le Pape Head of Art Department, Bibliothèque nationale de France, Paris

 

11:15 Uhr  Anselm Kiefer. Material, Begriffe, Rezeption. Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Andreas Beyer, Universität Basel, Prof. Dr. Klaus Gallwitz, Karlsruhe, ehem. Direktor des Städelschen Kunstinstituts Frankfurt am Main, Dr. Esther Graf, Judaistin, Mitinhaberin der Agentur für jüdische Kultur und Mitglied des Vorstandes der jüdischen Gemeinde Mannheim sowie Dr. Harriet Häußler, freie Kunsthistorikerin, Berlin

 

12:15 Uhr  Pause

 

13:00 Uhr  Résurrection à La Tourette − Bildtheologische Perspektiven. Dr. Kristin Riepenhoff & Carolin Hemsing M. A., Katholisch-Theologische Fakultät, Arbeitsstelle für Christliche Bildtheorie, Theologische Ästhetik und Bilddidaktik Westfälische Wilhelms-Universität Münster.

 

13:30 Uhr  On artistic interpretation of literary heritage: the case of the exhibition “Anselm Kiefer – for Velimir Chlebnikov”. Nina Danilova, PhD Candidate in Culture Studies, The Lisbon Consortium / The Catholic University of Portugal, Lisbon

 

14:00 Uhr  „So much history!“ Zum Kiefer-Hype in den USA anlässlich der Ausstellungstournee 1987/88 (Arbeitstitel). Prof. Dr. Hans Dickel (Erlangen/Berlin)

 

14:30 Uhr  Ende und Ausblick

 

Die Ausstellung und das Begleitprogramm werden gefördert von Stiftung Kunsthalle Mannheim, Hector-Stiftungen, Verein 321-2021:1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland e.V. und dem Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat.

 

Kurator der Ausstellung: Dr. Sebastian Baden

Programmkuratorin: Dörte Dennemann

Kunsthalle Mannheim
Friedrichsplatz 4
68165 Mannheim

 

kuma.art

Link zum Symposium:https://shop.kuma.art/#/product/event/274 

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news-12333 Mon, 08 Mar 2021 14:13:35 +0100 Umstrukturierung im V & A Museum London – als Folge der Covid-19-Pandemie /beitrag/2021/03/08/umstrukturierung-im-v-a-museum-london-als-folge-der-covid-19-pandemie

von Margret Schild (Theatermuseum Düsseldorf)

 

Nicht nur die Kulturbranche leidet unter den Folgen der Pandemie - sie hat auch gravierende Auswirkungen auf die Einrichtungen, die das immaterielle Kulturerbe sammeln und zugänglich machen. 2003 wurde das Unesco-Übereinkommen zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes verabschiedet. Es trat im Frühjahr 2006 nach der Ratifizierung durch 30 Staaten in Kraft. Inzwischen sind 178 Staaten beigetreten und über 500 kulturelle Ausdrucksformen, Traditionen und Branchen eingetragen.  Tanz, Theater und Musik gehören dazu – sowohl im deutschsprachigen Raum als auch weltweit ist die Zahl der Museen, Sammlungen, Archive und Dokumentationszentren zu den darstellenden Künsten überschaubar:  das Deutsche Bühnenjahrbuch 2020 weist 42 Einrichtungen im deutschsprachigen Raum nach, die TheSiD (Theatersammlungen in Deutschland) hat 27 korporative und die internationale Vereinigung SIBMAS (Société internationale des bibliothèques, des musées, archives et centres de documentation des arts du spectacle) knapp 100 Mitglieder.

Das Victoria & Albert Museum (V & A) wurde 1852 als South Kensington Museum gegründet und beherbergt die größte Sammlung von Kunstgewerbe und Design der Welt. Das britische Theatermuseum wurde als Abteilung des V & A 1974 in Covent Garden eröffnet. Zu dessen Bestand gehören Objekte zur Geschichte der darstellenden Künste in Britannien seit dem 16. Jahrhundert mit all ihren Sparten und gilt als  größte Sammlung zu diesem Thema weltweit. Kostüme, Bühnenbild- und Kostümentwürfe, Manuskripte, Literatur, Videoaufnahmen, Plakate und Gemälde rekonstruieren vergangene und zeitgenössische Produktionen sowie die Biografien der Personen, die in diesem Metier tätig waren und sind. Das Museum wurde 2006 aus finanziellen Gründen geschlossen, kehrte 2007 als Abteilung Theatre Collection in die Räumlichkeiten des V & A zurück und beteiligte sich danach aktiv  an den dortigen  Ausstellungen. Ab März 2009 wurde ein Ausstellungsbereich im V & A  eingerichtet (Theatre & Performance Department). Objekte aus der Sammlung werden für Wanderausstellungen sowie im Rahmen der Ausleihe  weltweit zur Verfügung gestellt.

Bedingt durch die Pandemie gingen die Besucherzahlen im V & A um 85 % zurück. Da diese nicht so schnell wieder das alte Niveau erreichen werden, muss das Museum erhebliche finanzielle Verluste ausgleichen. Im September 2020 wurden die Verantwortlichen beauftragt, die Summe von 10 Millionen Britischen Pfund jährlich einzusparen und haben ein Strategiepapier erarbeitet. Im letzten Schritt dieses mehrstufigen Prozesses sollen die bisherigen komplexen und historisch gewachsenen Strukturen reformiert werden. In Zukunft soll die Aufteilung  in Sammlungen (Mode, Theater & Darstellende Künste, Architektur, etc.) zugunsten von multidisziplinären Teams aufgelöst werden. Fachliche Kompetenzen aus den Bereichen Kunst, Design, Mode und darstellende Kunst sollen zusammengeführt, andere Bereiche (Medienkunst und –design, Architektur und Städteplanung) ausgebaut werden. Auch die eigene Forschungsabteilung, die nationale Kunstbibliothek und die Archive des V &A sollen zentralisiert werden.

Die SIBMAS betrachtet die Entwicklung (vor allem in Hinblick auf die Abteilung Theater & Darstellende Künst) mit Besorgnis: sie setzt sich nicht nur für die Sicherung der Stellen und die Weiterbeschäftigung des spezialisierten, engagierten Personals in diesen unsicheren Zeiten ein, sondern möchte auch die dauerhafte Zugänglichkeit zu diesem weltweit einzigartigen Archiv in Zukunft sichergestellt wissen. Eine vom SIBMAS-Präsidenten Alan Jones initiierte Protestpetition wurde innerhalb von wenigen Tagen [Stand: 8. März 2021] von mehr als 10.000  Personen unterschrieben.  

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news-12207 Mon, 01 Mar 2021 00:14:00 +0100 Wohin damit? – Platzmangel in Kunst- und Museumsbibliotheken /beitrag/2021/03/01/wohin-damit-platzmangel-in-kunst-und-museumsbibliotheken Platz ist knapp in Kunst- und Museumsbibliotheken - welche Ansätze gibt es, um mit diesem Problem umzugehen? Antje Gegenmantel (Museum für Moderne Kunst in Frankfurt am Main) berichtet über Beispiele für (geplante) Lösungen.

von Antje Gegenmantel (Museum für Moderne Kunst, Frankfurt am Main)

Über Geschenke freut sich jeder. Wirklich jeder? Da gibt es eine kleine Berufsgruppe, die tut sich oft etwas schwer damit. Häufig klagen Bibliothekar*Innen über Platzmangel, der die Annahme von Buchgeschenken fast unmöglich macht. Eine Kollegin stapelt ihren Neuzugang platzsparend in Umzugskisten. Eine andere bietet Bestände über ELTAB an und nimmt im Schriftentausch keine neuen Titel an.

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Zum Beispiel: Schweiz

Ein Blick über die Grenze zeigt, dass die Schweizer deutlich weniger Raumprobleme haben. Bei der Studienreise der AKMB  2019 besuchten wir u.a. das Medien- und Informationszentrum der Züricher Hochschule der Künste. Aus 39 verschiedenen Standorten wurden 2014 im Toni-Areal, einer ehemaligen Milchfabrik, die verschiedensten Fachrichtungen zusammen geführt und haben viel Platz. Ähnlich ist die Situation der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften in Winterthur. In der ehemaligen Halle 87 der Dieselmotorenfabrik Sulzer ist 2015 ein moderner Medien-, Informations- und Lernort entstanden, eben auch mit reichlich Platz. Die Biblioteca dell’Accademia di architettura in Mendrisio muss sich über zu wenig Raum auch keinerlei Sorgen machen. Im Februar 2021 zog die Bibliothek in ihre neuen Räume in den Palazzo Turconi und nun hat 1.500m² zur Verfügung. Auch bei unserem Kollegen Thomas Rosemann, Leiter der Bibliothek des Kunsthaus Zürich, gibt es kein Kopfzerbrechen über den Standort von neuen Medien, denn die Kunst wird  in naher Zukunft in einen Neubau ziehen und die Bibliothek darf sich im „alten“ Kunsthaus ausbreiten. Neben den individuellen Raumlösungen gibt es in der Schweiz seit 2016 eine kooperative Speicherbibliothek. Hier werden die Publikationen unter optimalen klimatischen Bedingungen in Hochregalen gelagert und voll automatisiert verwaltet. Durch einen Kurierdienst steht die Literatur den Benutzern weiterhin zur Verfügung. Ein Teil der Zeitschriften geht in den Besitz der Speicherbibliothek über. Nur das beste physische Exemplar wird behalten, aber nicht mehr ausgeliehen, sondern ausschließlich digital zur Verfügung gestellt.

... und in Deutschland

 Einen Speicherverbund findet man auch in Deutschland. So haben sich die SuUB Bremen, SUB Hamburg, die TIB Hannover, die UB Kiel, das MIZ Lüneburg und die UB Rostock zu dem „Speicherverbund Nord“ zusammengeschlossen. Mehrfach vorhandene, aber wenig genutzte Medien werden abgebaut, die Archivierung verteilt und die Bereitstellung gemeinsam gesichert. 

 

bw Last Copies

Der Gedanke, Mehrfachexemplare zu reduzieren, spielt auch bei „bw Last Copies“, einem Projekt im Rahmen des Förderprogramms „Wissenschaftliche Bibliotheken gestalten den digitalen Wandel (BW-BigDIWA)“ die entscheidende Rolle. Das Konzept besteht darin, Printmedien durch Kooperation auszusondern und dennoch die Literaturversorgung sicher zu stellen. Das Projekt wird zwischen September 2019 und August 2021 umgesetzt. Ziel ist die Etablierung eines kooperativen Bestandsmanagements in baden-württembergischen Bibliotheken. Dafür sollen gefährdete Titel im Verbundkatalog sichtbar gemacht werden, um so eine Aussonderung seltener Bestände zu verhindern. Es soll eine Lastenverteilung bei der Archivierung und eine Unterstützung beim Aussonderungsworkflow geben. Dazu gibt es standardisierte Verfahren und der Bedarf der jeweiligen Einrichtung wird berücksichtigt. Im Fokus stehen bisher Monographien, die älter als 10 Jahre sind.

Ein ausführlicher Bericht dazu ist für Heft 2/2021 der AKMB-news geplant. Wir dürfen gespannt sein und freuen uns, dass das Problem „Raumnot“ angegangen und möglicherweise zeitnah gelöst wird. Schließlich kann das Projekt auch Vorbild für Bibliotheken sein, die nicht in Baden-Württemberg sind.

 

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news-12231 Fri, 26 Feb 2021 15:52:29 +0100 Ein Einstieg: Kopf-Gesicht-Antlitz-Icon-Abbild-Konterfei-Bildnis-Porträt-Selfie /beitrag/2021/02/26/ein-einstieg-kopf-gesicht-antlitz-icon-abbild-konterfei-bildnis-portraet-selfie

Die visuelle Selbstdarstellung im Porträt gehört zu den grundlegendsten künstlerischen Ausdrucksformen der Menschheit – unabhängig von Geschlecht, Sozialisation oder Kultur und unabhängig von den sich wandelnden Paradigmen wie Realismus, Naturtreue und Ähnlichkeit. Ihre Präsenz hat im Zeitalter von Social Media einen Höhepunkt erreicht, der zugleich zur Reflexion über die anhaltende Wirkmacht nachdenken lässt und zur Auseinandersetzung anregt.

 

In den vergangenen Monaten sind wir wie kaum zuvor in den sozialen Netzwerken, beim Homeschooling und im Home-Office, in virtuellen Meetings und Konferenzen mit unserem eigenen Gesicht und den Gesichtern unserer Mitmenschen in einer künstlich inszenierten Form konfrontiert worden. Als Icon gerahmt, treffen wir im virtuellen Raum aufeinander, um miteinander zu kommunizieren. Kaum jemand, der sich dabei wohl keine Gedanken gemacht hat, wie er/sie sich am vorteilhaftesten positioniert, ausleuchtet und inszeniert, welche Hintergründe zu wählen sind, die genau das richtige Maß an Information und positiver (Selbst)Darstellung bieten, ohne dabei Peinliches oder Unerwünschtes preiszugeben.

Damit unterscheiden wir uns kaum von unseren Vorfahren, die insbesondere in Zeiten der Illiteralität auf die visuelle Wirkmacht der Porträtkunst setzten. Als Prestige- und Propagandamedium unterliegen Porträts bis heute einer gezielten Inszenierung und Instrumentalisierung und beinhalten eine spezifische Zeichensprache, die eingeweihten Zeitgenossen vertraut, für nachfolgende Generationen jedoch oftmals verschlüsselt bleibt. Stets wurden sie über die zur Verfügung stehenden medialen Kanäle verbreitet und popularisiert. Als individuelle künstlerische Annäherungen können sie zu psychologisierenden Spiegelbildern werden, die ebenso einfühlsame wie schonungslose Einblicke in menschliche Charaktere liefern.

Als Kunsthistorikerin, die sich seit Jahrzehnten der Faszination des Mediums Porträt verschrieben hat, möchte ich dieses Blog nutzen, um in lockerer Folge Informationen zur Porträtforschung quer durch alle Medien und Jahrhunderte zu teilen – über Ausstellungen, physische und virtuelle Sammlungen, Publikationen, Online-Ressourcen, Konferenzen und Netzwerke. Über Anregungen, Kommentare und Hinweise würde ich mich sehr freuen!

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news-12153 Tue, 23 Feb 2021 11:30:00 +0100 Erster Open Space hat sein Ziel erreicht /beitrag/2021/02/23/erster-open-space-hat-sein-ziel-erreicht

Arbeitskreis Digitale Kunstgeschichte

Unser Anliegen und Ziel: “Wir wollen neue Erkenntnisse teilen, gemeinsam unser Methodenrepertoire schärfen und neue Wege diskutieren.”

Die inaugurale, virtuelle Veranstaltung “Open Space des Arbeitskreises Digitale Kunstgeschichte” hat ihr Ziel erreicht: Mit über 160 Anmeldungen und ca. 120 gleichzeitigen Teilnehmer:innen sowie einer großen Anzahl über den Tagesverlauf in wechselnden Zuschaltungen beteiligter Personen wurde eine große Zahl an Interessierten angesprochen. Sie bildeten ein breites Spektrum ab, das von der etablierten Digital Humanities-Expertin bzw. Experten bis hin zu zahlreichen Early Careers und thematischen Neueinsteiger:innen versammelte, die sich über das Feld informieren wollten und Kontakte sowie Anküpfungspunkte suchten. Nach einem Auftakt mit acht kurzen Pitches, die auf den Call des Arbeitskreises für Digitale Kunstgeschichte eingegangen sind (s. u.), wurden noch weitere Themen gesammelt und auf drei Diskussionszyklen mit drei bis fünf parallel stattfindenden Räumen verteilt. Zusätzlich strukturiert wurde der Tag durch eine Vorstellung der Aktivitäten des Arbeitskreises vor der Mittagspause und einem abschließenden Plenum, in dem die Gruppen von ihrem Austausch berichtet haben. Als weiteres Angebot wurden für die Pausen und als Ausklang eine virtuelle Umgebung zum Netzwerken angeboten (wonder.me). Alle Formate waren vom Arbeitskreis als Angebot gedacht, den thematischen Einstieg in das Themenfeld vor allem aber die Vernetzung zu befördern. Diese Möglichkeit wurde nach unserer Beobachtung sehr gut angenommen.
Dementsprechend wurde ein Diskussionsraum mit Tipps und Tricks für den Beginn des ersten “digitalen” Forschungsprojekts von einer weitgespannten Runde besucht, die spontan Anfänger:innen und Forscher:innen mit viel Erfahrungen zusammengeführt hat. Gemeinschaftlich arbeiteten sie an einem Best-practice-Dokument. Die thematisch engeren Diskussionsräume hatten zwar kleinere Teilnehmerzahlen, waren jedoch ebenso heterogen besucht. Als großer Erfolg können die vielen angeregten Diskussionen gewertet werden, die aus verschiedenen Projekten und Expertisen kommend auf verbindende und fortführende Einsichten gerichtet waren. Sie waren für alle Teilnehmer:innen eine große Bereicherung und ließen die jeweils auf eine gute Stunde begrenzte Diskussionszeit fast regelmäßig als zu knapp bemessen erscheinen. Ein Vorteil des spontanen Tagungsformates war es sicher, dass so nur Themen besprochen wurden, die aktuell durch die Anwesenden Zuspruch fanden und auf Diskussionsbedarf trafen. Zuzüglich zum geläufigen Zoom-Chat und Twitter (#openspaceDKG2021) gab es einen Slack-Channel mit Tipps und Hilfestellungen zum Tagungsformat. Ein kollaboratives virtuelles Board (miro) wurde nach den einleitenden pitches spontan und vielfältig von den Gruppen genutzt, um ihr Thema und ihre Diskussionspunkte auf dem interaktiven Board festzuhalten.
(Dokumentation: Angela Dressen und Holger Simon)

Projektentwicklung: Vom Schuhkarton zur Datenbank

Initiiert und dokumentiert von Catrin Blanke
Die Gruppe öffnete mit der Frage: Wie kann strategische Projektentwicklung aussehen, wenn die physischen Sammlungsobjekte erst einmal erfasst und dann in eine digitale Infrastruktur nach neuestem Stand aufgenommen werden sollen?
Festgestellt wurde, dass die Komplexität der Aufgabe und Herausforderung auf der technischen Ebene (digitale Kunstgeschichte) oft den Blick verstellen. Wie bei allen Projekten fragen wir jedoch auch hier als erstes nach Projektziel und Möglichkeiten: Wohin? Welche Daten? Wer macht was, wo, wie, wann und wieso? Organisches Arbeiten und Entwicklung “on the fly” helfen, Lösungen schrittweise zu entwickeln. Man beginnt mit einfachen Prozessen und nutzt das explizite Formulieren implizit verwendeter Prozessabläufe (mit Powerpointpräsentation, Zeichnung etc.) und iteratives Vorgehen bis zur Entscheidung über die digitale Infrastruktur. Eine offene Kommunikation zu Schwierigkeiten und Hürden, Irrwegen und Erfolgen ist notwendig.
Kunsthistoriker:innen, so bestätigte die Erfahrung der Diskussionsrunde, wünschen sich Unterlagen zum Einstieg in die digitale Kunstgeschichte und Empfehlungen (Handreichungen) für die Erarbeitung des notwendigen Know-hows.
Das Fazit der gemeinsamen Überlegungen kann wie folgt zusammengefasst werden: Sich nicht von der technischen Herausforderung abschrecken lassen und mit konsequentem Projektmanagement Schritt für Schritt vorarbeiten. Die Projektplanung iterativ gestalten und dabei Mut zur Lücke und zum “failing forward” haben. Insbesondere soll auf implizit vorhandenes Wissen zurückgegriffen werden können - in der Besprechung somit nicht nur sprechen, sondern auch zuhören. Gerade bei interdisziplinären Forschungsprojekten muss genau verstanden werden, wer was mit welchen Begriffen meint (z. B. stellt sich der Begriff “Design” für Kunsthistoriker:innen und Interface Designer:innen als zwei verschiedene Paar Schuhe heraus). Unbedingt zu berücksichtigen ist, welcher Teil des Projekts auf das Sammeln und Organisieren von Material und Informationen, und welcher auf das tatsächliche Forschen mit digitalen Daten abzielt.

Beyond Ontology

Initiiert und dokumentiert von Jacqueline Klusik-Eckert
Trotz unterschiedlicher Perspektiven auf die Frage der Datenmodellierung und Datenbankstrategien gab es in dem Raum einen Konsens. Wenn es um Daten geht, verfolgen wir das gleiche Ziel. Wir möchten unsere Forschungsdaten miteinander vernetzen, sie austauschbar und erweiterbar halten. Wir zielen auf Transparenz und Interoperabilität. In der Gruppe wurde, angeregt durch das Forschungsprojekt Beyond Ontology von Jacqueline Klusik-Eckert, diskutiert, ob die in der Theorie angelegte Interoperabilität durch Ontologien wie CIDOC-CRM und LIDO in der Praxis umsetzbar ist. Als Fallbeispiel wurde über die Modellierung von Objektbeziehungen nachgedacht. Dabei wurde festgestellt, dass Werkbeziehungen aus unterschiedlichen Gründen noch nicht in den großen Onlinesammlungen angelegt werden. Darüber hinaus wurde sich über aktuelle Projekte ausgetauscht, die nach einer Standardisierung der Datenmodellierung für unser Kulturgut arbeiten und sich eher im Gedanken der Meta-Datenbank verpflichtet sehen. Doch hier hat sich gezeigt, dass eine Vernetzung der unterschiedlichen Communities noch aussteht. Parallel hat der Raum über Twitter angeregt, Projekte zu sammeln.

Semantische Daten und Linked Open Data

Initiiert und dokumentiert von Linda Freyberg, Sabine Günther, Thomas Hänsli, Florian Kräutli und Stephanie Santschi
Im Open Space versammelten sich Interessierte zum Thema semantische Daten und Linked Data, dabei bildeten zwei Projekte die Diskussionsgrundlage. Sabine de Günther und Linda Freyberg stellten Restaging Fashion vor, Florian Kräutli das Projekt Bilder der Schweiz Online (BSO). Beide Projekte bereiten Daten aus unterschiedlichen Quellen für die kunsthistorische Forschung auf. Gemein sind beiden Projekten ein Fokus auf Bilddaten und Datenvisualisierung. Restaging Fashion generiert zudem digitale Rekonstruktionen historischer Kleidung als 3D Daten, während BSO ein besonderes Augenmerk auf geografische Daten legt. Ein Grundpfeiler von Linked Data ist die Beschreibung von Daten mittels Links auf existierende Referenzdaten. Bei historischen Forschungsprojekten stellt sich aber immer die Frage, ob überhaupt direkte Beziehungen zu existierenden Taxonomien hergestellt werden können. Hier bietet es sich an, schwächere Beziehungen zu wählen (z.B. skos:closeMatch, statt skos:exactMatch oder owl:sameAs), oder existierende Thesauri zu erweitern. Auf der technischen Ebene wurden geeignet Linked Data Plattformen und Tools zur Datensammlung angesprochen, u.a. Omeka S, WissKi, ResearchSpace und Metaphacts Open Platform.

Zeitschrift zur Rezension von Forschungssoftware und Datenservices

Initiiert und dokumentiert von Lisa Dieckmann, Maria Effinger und Anne Klammt
Der Open Space hat zur Profilierung eines neuen Formats ‒ Construction Kit: a review journal for research tools and data services in the humanities ‒ für Rezensionen von Forschungssoftware und digitalen Services geführt. Beigetragen haben dazu sowohl Forscher:innen, die das Thema aus dem Blickwinkel der Anwendung und des Einsatzes von Software und Services betrachten, als auch solche, die diese entwickeln. Für die Anwendung wurde besonders der Bedarf nach Besprechungen hervorgehoben, aus denen sich ein umfassendes Bild zu den Use Cases und dem Aufwand zur Implementierung und dem Erlernen einer angemessenen Anwendung ergibt. Für die Research-Software-Engineers sind die differenzierte Beschreibung der technischen Parameter der Software und ihrer Dokumentation wichtige Merkmale einer aussagekräftigen Rezension. Die Veröffentlichung solcher Reviews über ein Open-Access-E-Journal, das über arthistoricum.net gehostet werden soll (Nutzung von Open Journal Systems [OJS]) und entsprechend von einer etablierten Infrastruktur mit bibliothekarischer Katalogisierung, Datenrepositorium und der Anbindung an den arthistoricum.net-Blog profitieren kann, wurde von der Gruppe als zielführend eingeschätzt. Positiv begrüßt wurde die Verbindung mit der Task Area 3 Research Tools and Data Services von NFDI4Culture, die von 2021 an eine Registry von Software und Services aufbauen wird. Auch in diesem Kontext werden einige Rezensionen entstehen, die in der neuen Zeitschrift veröffentlicht werden können.

Computervision

Initiiert und dokumentiert von Peter Bell und Fabian Offert
Der Einstieg in die Diskussion über das künstliche Sehen (Computer Vision) wurde durch eine Präsentation der Bildähnlichkeitssuche imgs.ai vollzogen und entfachte sich insbesondere um die Validität und teilweise Banalität oder Unerwartetheit der Ergebnisse. Dabei wurde sogar infrage gestellt, ob überhaupt von Ergebnissen gesprochen werden sollte, da darin schon eine sehr subjektive Erwartungshaltung enthalten ist, während die präsentierte Ähnlichkeitsverhältnisse lediglich statistische Sichten auf das Material sind, die sich mit jedem Modell ändern. Begrüßt wurde der ‘Verfremdungseffekt’ und die kritische Praxis, die im Umgang mit der Maschine gepflegt wird und ein Beitrag der digitalen Kunstgeschichte als Bildwissenschaft sein könnte. Unterstrichen wurde auch, dass obwohl große Fortschritte im Gebiet zu verzeichnen sind, weiterhin viel Grundlagenforschung zu leisten ist, die ein tiefergehendes Bildverständnis ermöglichen. Handschriften wurde in ihrer doppelten Bedeutung diskutiert, indem die Fortschritte im Bereich der Texterkennung (OCR) betont wurden, aber auch die Sonderstellung von illuminierten Handschriften herausgestellt wurden, deren Untersuchung sich durch Bild-Textrelation, Seitengestaltung und sequenzieller Bilderzählung anbieten würde.

Jetzt endlich Wikidata!

Initiiert und dokumentiert von Michael Müller und Georg Schelbert
In der Diskussionsrunde haben wir festgestellt, dass Wikidata bereits in einem ganzen Spektrum von Funktionen zum Einsatz kommt - als identifier, zur Daten-Anreicherung und zur Dokumentation von Daten aus eigenen Projekten und Sammlungen. Allerdings war auch erkennbar, dass dies noch eher sporadische Beispiele sind.
Es war im Raum spürbar ein großes Interesse vorhanden, Wikidata mehr und intensiver einzusetzen. Ebenso groß ist der Bedarf an passenden Werkzeugen und Best-practice-Beispielen. Die globale Community hat bereits zahlreiche Tools entwickelt, die zentral gesammelt werden (https://www.wikidata.org/wiki/Wikidata:Tools). Es bleibt ein Desiderat, die konkreten Anwendungsmöglichkeiten anhand von Beispielen zu diskutieren und gerade auch Werkzeuge, die in der Kunstgeschichte eingesetzt werden könnten, bekannter zu machen. Auch wäre es hilfreich, zu identifizieren, wo es typischerweise “hakt” und sich darüber systematisch auszutauschen.
Es hat sich aus dem Open Space heraus eine Arbeitsgruppe gebildet, die diese Themen angehen und nicht zuletzt zu einem besseren Austausch der sehr unterschiedlichen Kenntnisse beitragen möchte. Weitere Interessierte sind jederzeit herzlich dazu eingeladen. Sie finden Zugang über einen Slack-Channel namens Wikidata des Arbeitskreises Digitale Kunstgeschichte (weitere Informationen zum Zugang unter https://digitale-kunstgeschichte.de/).

Zwischen den Stühlen? Forschungsförderung für Projekte der Digitalen Kunstgeschichte

Initiiert und dokumentiert von Jacqueline Klusik-Eckert
Jede*r, die/der in einem interdisziplinären Bereich forscht, kennt das Problem, dass man mit seinen Anträgen „zwischen den Stühlen“ sitzt. In kleiner Gruppe konnte dies von allen bestätigt werden. Darum haben wir darüber gesprochen, wie man geschickt mit den unterschiedlichen Labeln umgehen kann, wie die Erfahrungen mit fachfremden Reviewer:innen bislang gewesen ist und ob es Nachteile gibt, diese In-Between-Stellung weiter voranzutreiben. Als Ergebnis wurde festgestellt, dass wir aktiv an einer positiveren und unterstützenden Fachkultur arbeiten müssen, um Konkurrenzdruck und missgünstiges Gutachtertum entgegenzuwirken. Wünschenswert wäre eine Öffnung etablierter Strukturen und einer größeren Bereitschaft, Ergebnisse wie auch Daten offen zu teilen. Eine aktive Lobbyarbeit gegenüber Fördergebern als auch eine Forcierung der Förderung von Projekten ohne utopische Versprechungen könnte hier zu einem Mentalitätswechsel führen.

Digitale Viewer und Visualisierungen

Initiiert und dokumentiert von Linda Freyberg, Sabine Günther, Thomas Hänsli, Florian Kräutli und Stephanie Santschi
In diesem Raum fand anhand der vorgestellten Forschungsprojekte Raoul Hausmann, Art of the March (UCLAB Potsdam), beide realisiert mit dem Open Source Vikus Viewer, und Bilder der Schweiz Online (SARI) eine spannende Diskussion zum Zusammenhang zwischen Bild und Wissen statt. Sowohl epistemologisch, in dem gefragt wurde, welchen Wert das (digitale) Bild, das auch die Visualisierung beinhaltet, als Erkenntnismedium hat, wie auch instrumental, nämlich ob digitale Viewer und Datenvisualisierungen eher zum Kuratieren (Darstellung) oder zum Recherchieren (Forschungsinstrument) dienen. Visualisierungen können als Brücken zwischen Makro- und Mikroperspektiven dienen, bei der Überprüfung der eigenen Arbeit helfen, der Exploration eines bisher unbekannten Datensets dienen und zudem didaktisches Werkzeug sein. Zum digitalen Bild als Erkenntnismedium wurde festgestellt, dass Visualisierungen stark davon abhängig sind, was Forschende und Endnutzende sehen respektive nicht darstellen möchten. Jeder Visualisierung liegt somit ein rhetorischer Wert zugrunde. Der Diskurs zum Umgang mit Unschärfen in Daten (Abbildung von Zeiträumen, geografischen Entitäten etc.) innerhalb von Visualisierungen soll unbedingt fortgeführt und verstärkt werden. Es ist zu wünschen, dass kunsthistorische Forschungsprojekte die Visualisierungen als Teil des Prozesses verwenden am Projektende nicht nur erfolgreiche Visualisierungsstrategien, sondern auch Informationen zum Lern- und Nachlernprozess publizieren: Zwischenergebnisse, Lücken und die iterative Veränderung im Spannungsfeld visuelles Kuratieren vs. Recherchieren mittels Visualisationen ist ein wichtiger wissenschaftlicher Bestandteil.

Qualitätssicherung – Replikation von inkorrekten Informationen, kritischer Umgang mit Daten und Möglichkeiten der Korrektion bereits etablierter Fehler

Initiiert und dokumentiert von Charlotte Oertel
Was passiert, wenn Quellenkritik nicht nur ein Beiprodukt guter Forschung ist, sondern zum Fokus wissenschaftsreflektiver Analyse wird? Kunsthistorische Arbeit baut regelmäßig auf früheren Publikationen auf. Zu häufig existieren allerdings Fehlinformationen, welche in Zitationsketten unreflektiert reproduziert werden. Durch Automatisierung können mittlerweile ganze Metadaten-Sets blind kopiert werden. Allerdings bieten technische Methoden auch Möglichkeiten, Diskrepanzen aufzuspüren und Ursprungsquellen zugänglicher zu machen. Die Existenz etablierter Fehlinformationen war allen Teilnehmern an der Diskussion in verschiedenen Formen bekannt, und das Format der freien Diskussion half, sich der komplexen Problematik zu nähern. Ein besseres Bewusstsein in Forschung und Lehre sowie Implementation korrektiver Systemprozesse wurden als zentrale Voraussetzungen besserer Praxis vorgeschlagen. Ein ergänzender Impuls wurde von Teilnehmern aus der Provenienzforschung gesetzt: Hier können informationsgebende Institutionen ein Interesse haben, Quellen zu verzerren. Dennoch wurden besitzende Institutionen von Kulturgütern und etablierte Instanzen am ehesten als verantwortlich gesehen, Informationen zu prüfen und Kontrollprozesse finanziell zu berücksichtigen - ohne als Autorität im Sinne des Monopols gelten zu dürfen.

Übersicht Pitches

 

  1. Stephanie Santschi, Florian Kräutli und Thomas Hänsli: Strategien zur Projektentwicklung in den Digital Humanities
  2. Sabine de Günther und Linda Freyberg: Restaging Fashion - Digitalisierung, Inhaltserschließung und Visualisierung vestimentärer Quellen
  3. Fabian Offert, Peter Bell und Oleg Harlamov: imgs.ai. A Fast, Dataset-Agnostic, Deep Visual Search for Digital Art History
  4. Michael Müller und Georg Schelbert: Jetzt endlich Wikidata!
  5. Florian Kräutli, Stephanie Santschi und Thomas Hänsli: Visuelle Daten im semantischen Raum – Bilder der Schweiz Online
  6. Elisa Roßberger: Babylonische Siegel(ungen) mit Knoten und Kanten
  7. Jacqueline Klusik-Eckert: Beyond Ontology?
  8. Lisa Dieckmann, Maria Effinger und Anne Klammt: Rezensionszeitschrift Forschungssoftware und Services
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news-12165 Thu, 18 Feb 2021 10:19:44 +0100 #vKG2021 - Digitale Erfahrungen und Strategien - Programm und Anmeldung /beitrag/2021/02/18/vkg2021-digitale-erfahrungen-und-strategien-programm-und-anmeldung

Digitale Erfahrungen und Strategien in der Kunstgeschichte nach einem Jahr Corona-Pandemie

Online-Konferenz am 26. und 27. März 2021

Das Programm der Tagung und die Anmeldung finden Sie auf arthistoricum.net.

Eine Anmeldung zur Online-Konferenz des Verband Deutscher Kunsthistoriker e.V., des
Ulmer Verein – Verband für Kunst- und Kulturwissenschaften e.V. und des Arbeitskreises Digitale Kunstgeschichte ist nun möglich.
Bitte besuchen Sie die Anmeldeseite und registrieren Sie sich kostenlos bis zum 19.3.2021 über das Anmeldefenster.

Außerdem ist das Programm der Konferenz nun ebenfalls online und kann auf den Seiten von arthistoricum.net eingesehen werden:
Programm: Freitag, den 26. März 2021
Programm: Samstag, den 27. März 2021

 

Termin: 26.-27. März 2021
Anmeldefrist: 19. März 2021
Informationen zur Konferenz

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