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Schlaglicht: Der Flügel einer Blauracke

Hans Hoffmann: Der Flügel einer Blauracke. Aquarell- und Deckfarben auf Pergament, 1513. Staatsbibliothek Bamberg, I A 13h
Hans Hoffmann: Der Flügel einer Blauracke. Aquarell- und Deckfarben auf Pergament, 1513. Staatsbibliothek Bamberg, I A 13h

Aus der Sammlung Joseph Hellers ging ein von Hans Hoffmann (1530–1591) nach Albrecht Dürer (1471–1528) gezeichneter Flügel einer Blauracke in den Bestand der damals noch Königlichen Bibliothek (heute Staatsbibliothek) Bamberg über. Diese Zeichnung, die Heller zunächst noch für das heute in der Albertina in Wien aufbewahrte Originaldes Nürnberger Meisters hielt, gelangte nachweislich durch den Frankfurter Kunsthändler Carl Wilhelm Silberberg in seinen Besitz.

Als Heller mit knapp 20 Jahren seine zunächst zaghaften Sammelambitionen intensivierte, begann er mit namhaften Sammlern, Kunsthändlern und Auktionatoren zu korrespondieren. An Silvester des Jahres 1820 schrieb er an Silberberg:

Haben Sie wohl noch die Zeichnung von Dürer, einen Flügel vorstellend, und welches wäre der nächste Preis?

(vgl. Konzept eines Briefes von Heller an Silberberg, dat. 31.12.1820)


Nur eine Woche später traf die Antwort in Bamberg ein, mit der Silberberg zugleich über die Provenienz seines Blaurackenflügels informierte:

Die Zeichnung von [Dürer], einen Flügel vorstellend […], habe ich noch, […]. Ich acquirierte sie a° 1797 von einem Freunde, der sie aus Holland mitbrachte, und dem ich 8 Karol. dafür zahlte. Sie ist auf Pergament, nachher aber auf holländ. Papier aufgezogen.

(vgl. Brief von Silberberg an Heller, dat. 06.01.1821)


Heller konnte ihm die Zeichnung für 66 Gulden abkaufen (vgl. Brief von Silberberg an Heller, dat. 10.01.1822). Obgleich er im Jahr 1827 bereits nachweislich von zwei Blaurackenflügeln wusste, dachte er zunächst noch, dass sein Exemplar dasjenige sei, das aus der Sammlung der Nürnberger Patrizierfamilie Imhof stammte (vgl. Heller 1827, S. 33). Heller strebte bereits damals einen Vergleich der Zeichnungen an (vgl. Heller 1827, S. 118).

Im sogenannten Heller’schen Kupferstich-Verzeichniß, das die Heller-Sammlung zum Zeitpunkt des Übergangs an die Bibliothek 1849/50 beschreibt, ist das Blatt aufgelistet und ein Schätzwert von 200 Gulden notiert (vgl. Heller'sches Kupferstich-Verzeichniß, Bl. 2v).

 

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Dr. Franziska Ehrl
Staatsbibliothek Bamberg
Neue Residenz
Domplatz 8
96049 Bamberg

 

 

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