Beitrag

Goethe-Ausstellung in der Bonner Bundeskunsthalle (13.04.-15.09.2019)

(Foto: S.G. Cremer, 29.05.2019)
(Foto: S.G. Cremer, 29.05.2019)

Ein Beitrag von Sabine Gertrud Cremer

Goethes Gärten. Grüne Welten auf dem Dach der Bundeskunsthalle (Fotos: S.G. Cremer, 29.05.2019)

Die Bonner Bundeskunsthalle zeigte in zwei Ausstellungen das Leben und das Werk des Universalgelehrten Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832). Unter dem Titel „Goethe. Verwandlung der Welt“ wurden im Erdgeschoss der Bundekunsthalle unterschiedliche Aspekte aus seinem Leben präsentiert: die Anfänge in Frankfurt, seine erste literarischen Erfolge („Die Leiden des jungen Werthers“), seine Auseinandersetzung mit der antiken Kunst am Hof von Weimar sowie seiner ersten Italienreise 1786 mit einem Romaufenthalt unter dem Pseudonym „Filippo Möller“ in Wohngemeinschaft mit dem Maler Johann Heinrich Tischbein. Neben dem literarischen Werk und seiner Tätigkeit als Intendant des Weimarer Hoftheaters wurden auch die historischen Bezüge - wie seine Bedeutung als Jurist und Berater mit dem Titel eines Geheimen Rates des Herzogs Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach (1757-1828) - verdeutlicht. Sein Verhältnis zu den damaligen aktuellen Kunstströmungen war nicht immer stringent. Er zeichnete und malte Zeit seines Lebens selbst. Mit der Farbenlehre beschäftigte sich Goethe intensiv. Zeitweise war er mit Caspar David Friedrich befreundet, lehnte aber den transzendentalen Aspekt seiner Malerei ab. Auch kritisierte er die Kunst der Nazarener sehr. In der Bundeskunsthalle war neben den Lebensstationen seine Wirkung auf Künstler verschiedener Epochen an ausgewählten Beispielen gezeigt worden. Besonders ist auf die Bedeutung des Goethe-Schiller-Denkmals von Ernst Friedrich August Rietschel vor dem Nationaltheater in Weimar hinzuweisen, dass im Rahmen eines Nationalfestes im Jahr 1857 eingeweiht wurde.

(Foto: S.G. Cremer, 29.05.2019)
(Foto: S.G. Cremer, 29.05.2019)

Im zweiten Teil der Goethe-Ausstellung auf dem Dach der Bundeskunsthalle standen „Goethes Gärten“ im Mittelpunkt. Zunächst wohnte er von 1776 bis 1782 in seinem kleinen Gartenhaus im Park an der Ilm. Im Jahr 1794 zog er mit seiner Familie, seiner Frau Christiane und seinem Sohn August, in das heute bekannte Wohnhaus am Frauenplan. Vor Ort kann auch heute noch seine Leidenschaften für die Kunst und seine umfangreiche naturwissenschaftlichen Sammlungen bestaunt werden. Der Garten am Frauenplan bietet zu jeder Jahreszeit ein reiches Farbenspiel unterschiedlicher Blumen und Pflanzen. Der Dachgarten der Bundeskunsthalle war eine sinnvolle Ergänzung, um die Persönlichkeit und Bedeutung Goethes auch auf dem Gebiet der Naturwissenschaften in den Vordergrund zu stellen.

Dr. Sabine Gertrud Cremer, Bergheim, Freiberufliche Kunsthistorikerin

  • Studium an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn in Kunstgeschichte und Archäologie mit mehreren Praktika und einem Volontariat an den Kölner Museen;
  • Magisterarbeit über die Translozierung der Ramersdorfer Kapelle auf den Alten Friedhof in Bonn; Promotion über den Bonner Universitätszeichenlehrer Nicolaus Christian Hohe;
  • Ausstellungskuratorin am Stadtmuseum Bonn und am Siebengebirgsmuseum Königswinter;
  • Wissenschaftliche Veröffentlichungen für verschiedene Vereine;
  • Ausstellungsrezensionen. 

0 Comment(s)

Kommentar

Kontakt

Kommentar

Absenden