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Koloniale Kontexte in Bibliotheken – Neuer Leitfaden für die Praxis

Herausgegeben von dbv und VÖB, erarbeitet vom Netzwerk Koloniale Kontexte, erschien der Leitfaden im Juni 2026 als Open-Access-Publikation.

 

Bibliotheken bewahren nicht nur Wissen, sie prägen auch dessen Ordnung. Ein neuer Leitfaden hilft, koloniale Verflechtungen in Beständen und im Arbeitsalltag sichtbar zu machen.

 

Drei Ziele

Der Leitfaden verfolgt drei zentrale Anliegen: Aufmerksamkeit schaffen für Materialien aus kolonialen Kontexten, Verantwortung in der bibliothekarischen Arbeit anerkennen und Strategien für den Umgang mit entsprechenden Beständen entwickeln. Dabei geht es nicht nur um historische Objekte – Bücher, Handschriften, Fotografien, Filme, Tonaufnahmen –, sondern ebenso darum, wie koloniale Perspektiven in heutige Erwerbungs-, Erschließungs- und Präsentationspraktiken weiterwirken.

 

Inhaltliche Schwerpunkte

Im Fokus stehen mehrere Handlungsfelder, darunter Provenienzforschung, Erwerbung, Bestandspräsentation, digitale Bereitstellung und Metadaten. Der Leitfaden bietet für jedes Feld konkrete Handlungsempfehlungen, die praxisnah und direkt umsetzbar formuliert sind. Jedes Kapitel beginnt mit Eingangsfragen zu typischen Problemstellungen, zentrale Aussagen werden als Take-away-Messages hervorgehoben, ergänzt durch Infoboxen zu Schlüsselbegriffen sowie Best-Practice-Beispiele aus der Praxis.

 

Hintergrund

Seit 2024 entstand der Leitfaden kollaborativ mit Bibliotheken, Museen und Forschungsinstituten im deutschsprachigen Raum. Begleitet wurde die Entwicklung unter anderem von der ETH Zürich, der dbv-Kommission Provenienzforschung und Provenienzerschließung, Fachinformationsdiensten sowie der Staatsbibliothek zu Berlin.

 

Resumée

Kompakt, praxisnah, offen für Feedback: Der Leitfaden versteht sich als Startpunkt, nicht als Abschluss. Für Bibliothekar*innen, Kulturmanager*innen und alle Personen, die sich mit postkolonialer Verantwortung in Wissensinstitutionen befassen.

 

Ein ausführliche Beitrag über die Publikation von Yvonne Schürer, Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig  / Bibliothek (Autorin dieses Blogbeitrags), wird in Heft 2 / 2026 der AKMB-news veröffentlicht.

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