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Dürer in Kupfer, Eisen und Holz. Druckformen in duerer.online
Ganz im Sinne von Dürers Familienwappen öffnet das virtuelle Forschungsnetzwerk duerer.online für alle Interessierten jeden 3. Donnerstag im Monat, um 13.00 Uhr, seine Türen. Der nächste Termin unserer offenen Sprechstunde „Tür auf! bei duerer.online” widmet sich dem wissenschaftlichen Mehrwert, den die Integration und Verknüpfung von Druckformen im digitalen Raum bietet.
Stand heute sind über 250 Druckformen von und nach Dürer im Forschungsnetzwerk recherchierbar, die über die Jahrhunderte international Eingang in die Bestände von Kultur- und Gedächtnisinstitutionen gefunden haben.
Bestände, Möglichkeiten und Perspektiven nach oben
Während zahlreiche von Formschneidern gearbeitete Holzstöcke erhalten sind – allein zur 1515 gefertigten Ehrenpforte Kaiser Maximilians finden sich knapp 200 Holzstöcke (Birne) in der Albertina in Wien (vgl. Inv.-Nr. HO2006/1-HO2006/169) – sind nur zwei von Dürer selbst in Metall gearbeitete Motive überliefert: Eine radierte Eisenplatte, die „Christus am Ölberg” zeigt (Bamberg, Staatsbibliothek, dort unter der Sign. Kupferplatte 25) und die 1849 mit dem Nachlass des Bamberger Sammlers Joseph Heller (1798–1849) in den Bestand der damals noch Königlichen Bibliothek überging, sowie die Kupferplatte mit dem Bildnis Melanchthons (Gotha, Friedenstein Stiftung, Inv.-Nr. 8,24a), die bereits seit spätestens 1843 im Inventar des Kupferstichkabinetts Gotha nachweisbar ist und aus der Privatsammlung von Ernst II. von Sachsen-Gotha-Altenburg (1745–1804) stammt. Nach seinem Tod 1804 fand man sie, laut einem Inventareintrag aus dem Jahr 1843, im "Tischkasten" des Herzogs (Information Friedenstein Stiftung Gotha).
duerer.online bietet die Möglichkeit, die erhaltenen Druckformen virtuell zugänglich zu machen, Stationen ihrer eigenen (Bearbeitungs-)Geschichte zu erläutern und Abzüge aus den Beständen verschiedener Institutionen zu verknüpfen. Den meisten Druckformen ist es zu eigen, dass sie nicht nur zu Lebzeiten des Künstlers abgezogen wurden, sondern auch posthum. Noch heute ermitteln Forschende an den druckgraphischen Blättern Dürers ihren jeweiligen Druckzustand, indem sie von Eigenheiten des Druckes auf den Zustand der Platte und damit auf den Entstehungszeitraum des Abzuges zurückschließen. Traditionell wird dabei für die Zustandsbestimmung das Standardwerk „Dürer-Katalog: ein Handbuch über Albrecht Dürers Stiche, Radierungen, Holzschnitte, deren Zustände” herangezogen, das der österreichische Kunsthistoriker Joseph Meder bereits 1932 publizierte. Der Autor nahm durch eingehende Autopsie zahlreicher Originale verschiedene Plattenzustände für jedes druckgraphische Werk Dürers auf und ordnete diese chronologisch. So finden sich noch heute in Digitalen Sammlungen besitzender Institutionen nach ihm angegebene Zustände wie „vor Rostflecken”, „Tiefschwarzer Druck”, „rein gewischt” oder „Tonig gewischt, kräftig schwarz, leicht getrübte Stelle unten r. im Stein” (vgl. Meder 1932, S. 74, Nr. 19).
Schwerpunkttermin "Tür auf! bei duerer.online" nach oben
In unserem Schwerpunkttermin möchten wir Ihnen die bisherigen Funktionalitäten rund um die Druckformen in duerer.online vorstellen sowie über Zukunftsperspektiven sprechen. Ob Dürer-Fan, Student:in oder Wissenschaftler:in – fühlen Sie sich herzlich willkommen!
Ziele der Veranstaltung
- Input: Dürer in Eisen, Kupfer und Holz in duerer.online
- User: Fragen & Feedback
- Netzwerk: Erfahrung austauschen & Perspektiven ausloten
Termin: DRUCKFORMEN in duerer.online
Do, 15. Januar 2026
13.00–14.00 Uhr
Raum-Link: https://heiconf.uni-heidelberg.de/9awa-rxha-6xux-m6jm
Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.
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- arthistoricum.net, WissKI, Dürerforschung, Joseph Heller, Digitale Kunstgeschichte, Graphik
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