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#arthistoCast Folge 23: Doppelgänger mit Datenmodell – Digital Twins im Kulturerbe
Zwilling, aber doch nicht gleich? Digitale Zwillinge von Objekten können Dinge, die reale Objekte nicht können. Doch sie entstehen nicht von Geisterhand. Über die technischen und organisatorischen Herausforderungen von 3D-Digitalisierung als Daueraufgabe:
In dieser Folge spricht Jacqueline Klusik-Eckert mit Tom Meißner über den Begriff des Digital Twin und seine Übertragung vom Ingenieurwesen in den Bereich des kulturellen Erbes. Während digitale Zwillinge in der Industrie vor allem zur Simulation technischer Abläufe dienen, liegt im Kulturbereich der Fokus auf der möglichst detailgetreuen Repräsentation historischer Objekte und Architekturen. Doch wo verläuft die Grenze zwischen einem Digital Twin und einem 3D-Scan? Und welche Kriterien machen einen digitalen Zwilling tatsächlich zum „Zwilling“?
Im Gespräch wird deutlich, dass es dabei nicht nur um Visualisierung geht. Digitale Zwillinge können genutzt werden, um Alterungsprozesse, Umwelteinflüsse oder Materialverhalten zu simulieren – und eröffnen damit neue Formen der Analyse, ohne das Originalobjekt zu gefährden. Darüber hinaus sind sie ein wichtiges Werkzeug für die Vermittlung. Objekte werden vorzeigbar, die aus konservatorischen Gründen im Depot bleiben müssen. Kleines kann ganz groß gezeigt werden oder fernes sehr nah.
Gleichzeitig stellen sich methodische und technische Herausforderungen: Wie lassen sich beschädigte oder unvollständige Objekte digital erfassen? Wie wird zwischen wissenschaftlicher Genauigkeit und praktischer Umsetzbarkeit abgewogen? Und was bedeutet diese Technologie für die digitale Bewahrung und Erforschung kultureller Objekte?
Tom Meissner gibt einen Einblick in eine Digitialisierungsabteilung, die das Erfassen von Kulturgut als Daueraufgabe erkannt hat. Neben den logistischen und technischen Herausforderungen wird man dabei täglich auch mit Fragen nach wissenschaftlicher Sinnhaftigkeit, Repräsentation von Kulturgütern und Verantwortung für das kulturelle Erbe konfrontiert.
Tom Meißner M.A. ist Projektmanager im Team Digitales Kulturerbe, Abt. Digitales Kultur- und Sammlungsmanagement, an der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek (ThULB) in Jena.
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Die Abteilung Digitales Kultur- und Sammlungsmanagement (DKSM) der ThULB ist das Kompetenz- und Servicezentrum für die Digitalisierung, Erschließung und Präsentation des historischen Kulturgutes an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der Kultureinrichtungen im Freistaat Thüringen. Die Abteilung DKSM unterstützt den regionalen GLAM (Galleries, Libraries, Archives, Museums)-Sektor bei folgenden Aufgaben:
- konzeptionell-technischer Auf- und Ausbau von Sammlungsdatenbanken und Realisierung von Inventarisierungsprojekten
- Objektdigitalisierung in 2D und 3D sowie (Forschungs-)Datenmanagement
- Konzeption, Akquise, Realisierung und Nachbereitung von Drittmittelprojekten und Auftragsforschung sowie Projektdokumentation
- Entwicklung von Forschungsdatenbanken, Präsentationsportalen, digitalen Ausstellungen und vielfältigen Formen digitaler Teilhabe.
mehr unter https://www.thulb.uni-jena.de/thulb/organisation/digitales-kultur-und-sammlungsmanagement
Christusfigur aus dem frühen 17. Jhd., Museum Schloß Burgk
Büste von Ernst Haeckel, Bronze, Gust Herold 1903, FSU Jena
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- Tags: 3D, Digital Twin, Digitalisierung
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