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Symposium: Anselm Kiefer. Material, Begriffe, Rezeption (Call for Paper)

Ein Beitrag von Dr. Sebastian Baden

 

Call for Papers
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Symposium: Anselm Kiefer. Material, Begriffe, Rezeption
(12. März 2021; Deadline 31. Januar 2021)

Sonderausstellung „Anselm Kiefer“ in der Kunsthalle Mannheim bis 06.06.2021

 

Anselm Kiefer (*1945) ist einer der bekanntesten deutschen Künstler der Nachkriegszeit. Sein umfangreiches und vielschichtiges Werk setzt sich mit der deutschen Geschichte, der Verbindung von jüdischer und christlicher Tradition und den Medien der Erinnerungskultur auseinander. Die Sonderausstellung „Anselm Kiefer“ in der Kunsthalle Mannheim zeigt Werke aus der Sammlung Grothe, die mehr als 30 Jahre künstlerisches Schaffen repräsentieren. Zu den typischen Werkstoffen des international renommierten Künstlers zählen neben Ölfarbe und Schellack die Materialien Asche, Blei, Beton, Pflanzen und Kunstharz. Die zumeist großformatigen Gemälde und Skulpturen sind in ihrer Dimension und ihrer haptischen Materialität auf Überwältigungseffekte angelegt. Die Ausstellung zeigt neben dem zentralen Frühwerk „Volkszählung“ von 1987-89 rund 17 Arbeiten aus mehr als drei Jahrzehnten wie „Die große Fracht“ (1981/1996), „Frauen der Antike“ (2002), „Palmsonntag“ (2007), oder „Der verlorene Buchstabe“ (2011-2017).

 

Konzept des Symposiums (12.3.2021)
Anselm Kiefer hat für die Gesellschaft und ihre Individuen existenzielle Themen aufgegriffen. Nach seiner intensiven Auseinandersetzung mit der deutschen Nachkriegsgeschichte im Frühwerk entstanden in den letzten Jahrzehnten seit der Übersiedelung nach Frankreich Arbeiten zur Verbindung von jüdischer und christlicher Kultur. Der Künstler zeigt darin sein Interesse an den unterschiedlichen Weltreligionen, der Mystik sowie den Erkenntnissen der Naturwissenschaften. Kiefers Arbeiten sind zeitgenössische Historienbilder, die Geschichte kritisch reflektieren und mit ihrer Ästhetik eine emotionale Wirkung erzielen.

 

Das Werk von Anselm Kiefer wurde in zahlreichen internationalen Ausstellungen gezeigt und von umfangreichen Katalogen begleitet. Verschiedene Publikationen und Monographien widmen sich fokussiert wichtigen Themen im Werk des Künstlers und zeigen die Geschichte der Ateliers, die als künstlerisch umgestaltete Landschaften wie Gesamtkunstwerke erscheinen. Einzelne kunstwissenschaftliche Qualifikationsarbeiten haben Kiefers Werk in unterschiedlichen Kontexten mit anderen zeitgenössischen künstlerischen Positionen verglichen. Die Kunstkritik wiederum hat Beiträge zur öffentlichen Diskussion um die Ästhetik und thematischen Inhalte in den Arbeiten von Anselm Kiefer geleistet. Für sein Werk wurde Anselm Kiefer mehrfach ausgezeichnet und sogar mit Aufträgen für den Louvre oder das Panthéon bedacht.

 

Im Rahmen der Ausstellung in der Kunsthalle Mannheim soll das Symposium Anselm Kiefers Werk aus der Perspektive der jüngsten Forschung beleuchten. Neben der Präsentation der Werke soll die transdisziplinäre Arbeit vergleichender und kritischer Studien aus den Bereichen der Kunstgeschichte, Literatur- und Kulturwissenschaft, Geschichts- und Politikwissenschaft, Erinnerungskultur, Theologie oder Kunstpädagogik vorgestellt werden. Die ausgewählten Referent*innen des Symposiums und die Diskussionen mit dem Publikum sollen einen Beitrag zur aktuellen und internationalen Rezeptionsgeschichte von Anselm Kiefer leisten.
Der Aufruf richtet sich sowohl an etablierte als auch Nachwuchswissenschaftler*innen; gefragt sind Einreichungen aus Qualifikationsschriften, laufenden Forschungsprojekten oder kunstkritische Essays, die nicht länger als fünf Jahre zurückliegen. Das Themenfeld orientiert sich an den ausgestellten Arbeiten und kann folgende Kontexte berücksichtigen:

 

  • Anselm Kiefers Werk im Kontext der Nachkriegszeit und Gedenkkultur
  • Diskurs und Kritik am Werk in der Kunstgeschichte der Gegenwart
  • Die deutsch-französische Perspektive auf die politische Rolle des Künstlers Anselm Kiefer
  • Lyrik und Schrift auf Bildern und Skulpturen
  • Kosmologie und Astronomie zwischen Renaissance und NASA
  • Weltkulturen
  • Genderstudies
  • Jüdische Mystik und Kabbala neu entdeckt
  • Christliche Ikonografie im Wandel
  • Künstlerbücher und Wissenstransfer
  • Kiefers Werk in der Kunstvermittlung und Kunstpädagogik
  • Weitere Vorschläge sind möglich

 

Das Symposium wird von einer Podiumsdiskussion eröffnet.

Teilnehmer*innen des Podiums sind:

  • Prof. Dr. Andreas Beyer, Universität Basel, Kunsthistorisches Seminar, Sprecher Forschungsverbund Bilderfahrzeuge
  • Prof. Dr. Klaus Gallwitz, Karlsruhe, ehem. Direktor des Städelschen Kunstinstituts Frankfurt am Main, hat 1980 Werke von Anselm Kiefer im Deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig gezeigt
  • Dr. Esther Graf, Vorstand der jüdischen Gemeinde Mannheim, wissenschaftliche Mitarbeiterin mit Schwerpunkt Kunstgeschichte am Zentrum für jüdische Studien Heidelberg
  • Dr. Harriet Häußler, freie Kunsthistorikerin, Berlin, 2000-2003 Atelierassistenz bei Anselm Kiefer, Promotion über Anselm Kiefers Werkgruppe „Himmelspaläste“

 

Die Beiträge sollen in Präsentationen von max. 20 Minuten vorgestellt werden. Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch. Aufgrund der derzeitigen Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19 Pandemie wird die Veranstaltung hybrid angelegt und perOnline Streaming übertragen. Vorträge können über eine vom Veranstalter eingerichtete Videochat-Plattform online verfolgt werden.

 

Abgabefrist für die Einreichung der Vorschläge: 31. Januar 2020. Bitte um Abstracts per E-Mail mit max. 2.000 Zeichen und Angaben zum CV. Eine Auswahl der Beiträge erfolgt bis 4. Februar 2020. Kontakt: sebastian.baden@mannheim.de

 

Die Kunsthalle übernimmt die Kosten für die Unterkunft der Referent*innen. Reisekosten können nach vorheriger Absprache bezuschusst werden.

 

Die Ausstellung und das Begleitprogramm werden gefördert von Stiftung Kunsthalle Mannheim, Hector-Stiftungen, Verein 321-2021:1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland e.V. und dem Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat.

 

Kurator der Ausstellung: Dr. Sebastian Baden
Programmkuratorin: Dörte Dennemann
Kunsthalle Mannheim
Friedrichsplatz 4
68165 Mannheim
kuma.art

 

Call for Papers: Symposium: Anselm Kiefer. Material, Begriffe, Rezeption
(12. März 2021; Deadline 31. Januar 2021)
Kontakt: sebastian.baden@mannheim.de

 

 

Call for Papers (ENGLISH VERSION)

 

Symposium: Anselm Kiefer. Materials, Themes, Reception (March 12, 2021; Deadline January 31, 2021)
Special exhibition "Anselm Kiefer" at the Kunsthalle Mannheim
Through 06.06.2021

 

Anselm Kiefer (*1945) is one of the best-known German artists of the post-war period. His extensive and multi layered work deals with German history, the connection between Jewish and Christian tradition and the media of memory culture. The special exhibition "Anselm Kiefer" at the Kunsthalle Mannheim shows works from the Grothe Collection representing more than 30 years of artistic creation. In addition to oil paint and shellac, the internationally renowned artist's typical materials include ash, lead, concrete, plants and synthetic resin. The mostly large-format paintings and sculptures are designed for overwhelming effects in their dimension and haptic materiality.
Starting from the central early work "Census" from 1987-89, the exhibition shows around 17 works from more than three decades, such as "The Great Cargo" (1981/1996), "Women of Antiquity" (2002), "Palm Sunday" (2007), or "The Lost Letter" (2011-2017).

 

Concept of the Symposium (12.3.2021)
Anselm Kiefer has taken up existential themes for society and its individuals. After his intensive examination of German post-war history in his early work, he has produced works on the connection between Jewish and Christian culture in recent decades since moving to France. In them, the artist shows his interest in the various world religions, mysticism, and the findings of the natural sciences. Kiefer's works are contemporary history paintings that critically reflect on history and achieve an emotional effect with their aesthetics.

 

Anselm Kiefer's work has been shown in numerous international exhibitions and was accompanied by extensive catalogues. Various publications and monographs focus on important themes in the artist's oeuvre or show the history of the studios, which appear as artistically shaped landscapes transformed into total works of art. Individual art history studies compared Kiefer's work in various contexts with other contemporary artistic positions. Art criticism, in turn, has provided a public discussion of the aesthetics and thematic content in Anselm Kiefer's works. Anselm Kiefer has received numerous awards and has even been commissioned to create new works for the Louvre or the Panthéon.

 

In the context of the special exhibition at the Kunsthalle Mannheim, the symposium will illuminate Anselm Kiefer's work from the perspective of recent research. In addition to the presentation of the works, the transdisciplinary research of comparative and critical studies from the fields of art history, literature and cultural studies, history and political science, memory culture, theology or art education will be presented. The selected speakers of the symposium and the discussions with the audience should contribute to the current and recent international reception of Anselm Kiefer. The call is addressed to both established and emerging scholars; submissions from qualifying papers, ongoing research projects, or essays on art criticism that date back no more than five years are invited. The proposal may focus on the exhibited works or may consider the following contexts:

 

  • Anselm Kiefer's work in the context of the postwar period and commemorative culture.
  • Discourse and criticism of the work in contemporary art history
  • The German-French perspective on the political role of the artist Anselm Kiefer
  • Poetry and writing in Kiefer’s paintings and sculptures
  • Cosmology and astronomy between Renaissance and NASA
  • World Culture Studies
  • Gender Studies
  • Jewish mysticism and Kabbalah rediscovered
  • Christian Iconography in Transition
  • Artists' books and knowledge transfer
  • Kiefer's work in art education and art pedagogy
  • Further proposals are possible

 

The symposium will be inaugurated by a panel discussion.

Participants of the panel are:

  • Prof. Dr. Andreas Beyer, University of Basel, Department of Art History, Chair of the research network Bilderfahrzeuge.
  • Prof. Dr. Klaus Gallwitz, Karlsruhe, former director of the Städelsches Kunstinstitut Frankfurt am Main, curator of works by Anselm Kiefer in the German Pavilion at the Venice Biennale in 1980.
  • Dr. Esther Graf, member of the board of the Jewish community of Mannheim, academic researcher in art history at the Center for Jewish Studies in Heidelberg
  • Dr. Harriet Häußler, freelance art historian, Berlin, 2000-2003 studio assistant to Anselm Kiefer, PhD thesis on Anselm Kiefer's "Himmelspaläste" (Heavenly Palaces)

 

The proposed presentations should not extend 20 minutes. Conference languages are German and English. Due to the current measures to contain the Covid-19 pandemic, the event will be hybrid and streamed online. Presentations can be accessed online via a video chat platform set up by the organizer.

 

Deadline for proposal submission: January 31, 2020.
Please submit abstracts by email with a maximum of 2,000 characters and CV details. A selection of papers will be made by February 4, 2020. Contact: sebastian.baden@mannheim.de

 

The Kunsthalle will cover the costs of accommodation for the speakers. Travel costs can be subsidized by prior arrangement.

 

The exhibition and the program are sponsored by Stiftung Kunsthalle Mannheim, Hector-Stiftungen, Verein 321-2021:1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland e.V., and the Federal Ministry of the Interior, Building and Community.

 

Curator of the exhibition: Dr. Sebastian Baden
Program curator: Dörte Dennemann
Kunsthalle Mannheim
Friedrichsplatz 4
68165 Mannheim
kuma.art

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