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Research Tools, Data Services - Workshop "NFDI4Culture Explained" - Teil II

Software. Sie ist das Herz der Forschung in den Computational Humanities. Daten: Sie sind ihr Stoff. Gemeinsame Entwicklung von Software aber steht auf dem Programm des geisteswissenschaftlichen NFDI4Culture-Konsortiums im Projekt einer Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI). Hinzu kommen die Registrierung, Evaluierung und Zertifizierung von Software und Programmierschnittstellen. D.h., die Erfassung und Bewertung in Hinsicht einer Kultur vom Gütesiegel begleiten, ergänzen und erweitern die Entwicklungsprozesse. Auf der Agenda befinden sich beispielsweise die Erarbeitung eines Kriterienkatalogs für nachhaltige Software und die Festsetzung von Richtlinien zur kollaborativen Softwareentwicklung.  

Beteiligung der Forschungs- / Fachgemeinde

Nun kommt es ins Spiel, das Partizipative: Denn all jene Punkte begleitend und einigen Punkten strategisch vorausgeschaltet ist die Beteiligung der Forschungs- und Fachgemeinde. Entnehmen Sie eine Aufzählung von Zielen und Diensten aus dem Tätigkeitsfeld "Research Tools and Data Services" des NFDI4Culture-Konsortiums der Darstellung (Abb. 2) im Rahmen des Vortrags von Lisa Dieckmann auf dem Workshop "NFDI4Culture Explained" vom 09.09.2020 (wir haben berichtet: zum Programm der Veranstaltung, Einführung durch Torsten Schrade).

Abb. 1: Vortrag "Research Tools and Data Services / Legal Helpdesk", Lisa Dieckmann (Universität zu Köln), Workshop "NFDI4Culture Explained", 09.09.2020
Titelfolie
Abb. 1: Vortrag "Research Tools and Data Services / Legal Helpdesk", Lisa Dieckmann (Universität zu Köln), Workshop "NFDI4Culture Explained", 09.09.2020
Titelfolie
Abb. 2: Vortrag "Research Tools and Data Services / Legal Helpdesk", Lisa Dieckmann, Workshop "NFDI4Culture Explained", 09.09.2020
Folie "Ziele & Dienste (Task Area 3: Research Tools and Data Services)"
Abb. 2: Vortrag "Research Tools and Data Services / Legal Helpdesk", Lisa Dieckmann, Workshop "NFDI4Culture Explained", 09.09.2020
Folie "Ziele & Dienste (Task Area 3: Research Tools and Data Services)"

     

NFDI4Culture-Konsortium, "Research Tools, Data Services" - Ziele

Man kann die Liste (vgl. Abb. 2) ja einmal Schritt für Schritt durchgehen:
Zunächst ist zu lesen: die "Beteiligung der Community bei der Formulierung von Bedarfen". Diesen als Ziel formulierten Anspruch nennen wir getrost ein ziemliches Novum. Als "Beteiligungsstruktur" hat die nationale Forschungsdateninfrastruktur sich auch bezeichnet. So langsam sickert vielleicht durch, um was es hier gehen soll. Bei all dem wird klar: Das Ganze steht und fällt mit der Art der Beteiligung.

Die "Registrierung und Evaluation von Forschungssoftware" steht als nächster Punkt auf der Liste. Äußerst positiv einzuschätzen ist der Akzent auf der Forschung. Der Bedarf ist groß.

Nun folgt mit der "Entwicklung und Zertifizierung von Software und APIs" ein wichtiger Punkt der Auflistung: Jede/r Wissenschaftler/-in dürfte Desiderate haben. Software und Programmierschnittstellen gestalten die Forschung der Zukunft wesentlich mit. Datengetriebene Forschung bedarf nicht nur geeigneter Software, sondern Grundlagenforschung als Datenforschung generiert fortlaufend Bedürfnisse nach innovativer Software. Geeignete Software erst lässt Daten zu Forschungsgegenständen im Digitalen werden. Und geeignete Schnittstellen erst gliedern Einzelvorhaben ein in das Gemeinsame des Netzes und bilden Anknüpfungsvorlagen.

Die "niederschwellige Bereitstellung von Tools" wird zudem aufgelistet. Diese Angebote dürften die Forschungslandschaft der Zukunft in einigen Bereichen verändern.

Schließlich wird die "Unterstützung bei der nachhaltigen Softwareentwicklung" unter den Zielen des Konsortiums für die Bereiche "Research Tools, Data Services" angeführt. Die NFDI verspricht richtungsweisend zu agieren und bietet Hilfestellung für ambitionierte, am Paradigma der Nachhaltigkeit orientierte Vorhaben.

NFDI4Culture-Konsortium, "Research Tools, Data Services" - Dienste

Ein "Forum Nachhaltige Softwareentwicklung" wird aufgebaut werden (vgl. Abb. 2).

Eine "Beratungsagentur für nachhaltige Forschungssoftware" befindet sich ebenfalls im Aufbau.

Erarbeitet und zur Verfügung gestellt werden auch die schon erwähnten "Richtlinien zur kollaborativen Softwareentwicklung", auf die man besonders aus der Digital Humanities-Perspektive gespannt sein darf.

Eine "fachspezifische Tool- und Diensteregistrierung" wird möglich sein. Bei dem der (Forschungsdaten-) "Infrastruktur" ohnehin anhaftenden Metaphorischen bieten sich hier weitere Vergleiche an: "KFZ Anmeldung", "Autokennzeichen", "TÜV-Siegel", "Abgasplakette", etc. Die Vorteile

  • für die Seite der Entwickler:
    Mehrfach-, Parallelentwicklung von Software und weiterer Technologie wird durch das Schema der Registrierung seltener vorkommen. Zentrale Anlaufstelle, die gewartet wird, Übersichtlichkeit.
  • für die Seite der Anwender:
    Eine zügig aufzurufende Übersicht zu vorhandenen Tools und Diensten erleichtert den Forschungsalltag im Dschungel selbsterklärter, unregelmäßig aktualisierter Info-Plattformen, sie dürfte zugleich informativ und praktisch sein.


Schließlich werden zu den angebotenen Diensten eine "bedarfsgerechte (Weiter-) Entwicklung von Research Tools und Data Services" gehören. Berühren die Punkte der "Dienste"-Liste bislang mehr das Diskursive, die Beratung, die Erfassung, so kommt abschließend das Schöpferische zum Zug. Es entsteht Neues ("Entwicklung"). Verwaisten Halden wird im Sinne von Kollaboration und auch Effizienz im Wissenschaftlichen vorwegzugreifen gesucht ("Weiterentwicklung").

Co-Spokespersons "Research Tools, Data Services": Lisa Dieckmann (Univ. zu Köln) und Daniel Röwenstrunk (Univ. Paderborn)

Den angeführten Bereichen stehen Lisa Dieckmann (Universität zu Köln) und Daniel Röwenstrunk (Universität Paderborn) vor. Lisa Dieckmann kennt man von Prometheus - Das verteilte digitale Bildarchiv und von zahlreichen Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Arbeitskreis Digitale Kunstgeschichte und dem Verband der Digital Humanities im deutschsprachigen Raum, DHd-Verband. Promotion zu "Traumdramaturgie und Selbstreflexion: Bildstrategien romantischer Traumdarstellungen im Spannungsfeld zeitgenössischer Traumtheorie und Ästhetik", Cologne: MAP, 2015 (DOI: http://dx.doi.org/10.16994/bab). Mit Lisa Dieckmann repräsentiert eine Kunsthistorikerin, gemeinsam mit dem Wirtschaftsinformatiker Röwenstrunk, eine strategisch wichtige Stelle im geisteswissenschaftlichen NFDI4Culture-Vorhaben und ich möchte sagen: sein Herz. Erkennt man an die Rolle von Software und die Relevanz der Beschaffenheit von Programmierschnittstellen für das Gedeihen, die Lebendigkeit und die Exzellenz von Digital Humanities (DH)-Forschung, so wird man an dieser Stelle beipflichten. Software als Herz der DH-Forschung - die Leistungen zur Software das Herz einer Forschungsdateninfrastruktur.

Lesen Sie im nächsten Beitrag zum Workshop "NFDI4Culture Explained" zu dem Thema des sagenumwobenen Knowledge Graphs.





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