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Preview statt Vernissage. Umwege in Zeiten der Corona-Pandemie

Andreas Blattner: Joseph Hellers Geburtshaus. Aquarellierte Zeichnung, 1898. Staatsbibliothek Bamberg, MvO A I 75
Andreas Blattner: Joseph Hellers Geburtshaus. Aquarellierte Zeichnung, 1898. Staatsbibliothek Bamberg, MvO A I 75

Am 26. April 2020 sollte in der Staatsbibliothek Bamberg die Ausstellung "Joseph Heller und die Kunst des Sammelns" eröffnet werden, um ihren bedeutendsten Mäzen des 19. Jahrhunderts zu ehren. Für die Besucher wollte man damit ein Stück Bibliotheksgeschichte lebendig werden lassen. Charakteristische und kostbare Objekte aus Hellers facettenreicher Sammlung wurden ausgewählt, ihre Arrangements geplant, Flyer, Plakate und Informationstafeln gestaltet, ein Begleitprogramm erdacht und an interaktiven Konzepten getüftelt. Doch: Wie zahlreiche Veranstaltungen weltweit musste auch diese Frühjahrsausstellung im Zuge der Einschränkungen unserer Leben durch die Corona-Pandemie weichen.

 

Anstelle der Vernissage, die in gesundeten Zeiten nachgeholt werden wird, präsentiert die Staatsbibliothek Bamberg nun eine Preview in Form einer interaktiven Begleitpublikation.

 

Diese Kooperation mit dem Lehrstuhl für Neuere und Neueste Kunstgeschichte der Otto-Friedrich-Universität Bamberg erschien jüngst bei der University of Bamberg Press. Wissenschaftliche Beiträge stellen den Sammler, die Sammlungsgenese und das DFG-Projekt "Die Graphiksammlung Joseph Hellers in der Staatsbibliothek Bamberg – Visualisierung und Vernetzung einer Sammlungsstruktur" vor. Anschließend werden Absicht und Aufgabe des Heller-Nachlasses erläutert. Am Beispiel von ausgewählten Objekten beleuchten derzeitige und ehemalige Bamberger Studentinnen, die im Wintersemester 2019/20 an einem kunsthistorischen Seminar zur Sammlung teilnahmen, diverse Forschungspotenziale.

 

Insgesamt bietet die frei verfügbare digitale Version des Begleitbands Joseph Heller und die Kunst des Sammelns. Ein Vermächtnis im Herzen Bambergs mehr als einen Vorgeschmack auf die Ausstellung von zu Hause aus. Bild- und Literaturquellen führen die Leserschaft direkt in die digitalen Sammlungen. Wie bei einem Ausstellungsrundgang wählen Sie selbst die Route: Jeder Klick eröffnet einen Nebenweg zu objektspezifischen Informationen oder – bei Interesse – einen Umweg in weiterführende Literatur.

 

Das Projekt- und Ausstellungsteam der Staatsbibliothek Bamberg möchte Sie mit einem Eintrag aus Hellers Stammbuch, den ein Nördlinger Freund am Neujahrstag 1826 schrieb, zum Schmökern, Staunen und/oder Forschen einladen:

Dreimal beglückt ist der Sterbliche, welcher die Weisheit sich zur Führerin wählt, und zur Gefährtin die Kunst. Würde verleiht die eine dem Leben, Freude die andere, jene sichert den Schritt, diese verschönert den Pfad.

 

In diesem Sinne – bleiben Sie viel zu Hause, bleiben Sie gesund und nutzen Sie die Umwege.

 

 

Kontakt
Dr. Franziska Ehrl
Staatsbibliothek Bamberg
Neue Residenz
Domplatz 8
96049 Bamberg

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