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Neue Bildquellen und ein Digitaler Werkzeugkasten für den arthistoricum.net-Bildsuchraum

Der Bildsuchraum von arthistoricum.net
Der Bildsuchraum von arthistoricum.net

Seit einiger Zeit kann im Katalog von arthistoricum.net – neben der medienübergreifenden Suche – auch gezielt nach Bildern recherchiert werden. Im neu geschaffenen Bildsuchraum sorgt eine Ergebnisliste mit Vorschaubildern für schnelle Orientierung. Anfang Juni sind nun die Bestände zweier neuer Datengeber über arthistoricum.net recherchierbar: Foto Marburg und die Bilddatenbank der Bibliotheca Hertziana des Max Planck Instituts für Kunstgeschichte in Rom. Neben der fotografischen Sammlung der Deutschen Fotothek und dem reichhaltigen Bildfundus aus Buchmalerei, Kunst- und Satirezeitschriften in HeidIcon lässt sich nun auch umfangreich nach Malerei, Architektur und Grafik der klassischen Kunstgeschichte recherchieren.

Neu ist zudem ein Digitaler Werkzeugkasten, der ab sofort für die Arbeit am Bild zur Verfügung steht. Basis dessen ist das Bildaustauschformat IIIF (International Image Interoperability Framework), das es ermöglicht Bilddaten über eine einheitliche Schnittstelle abzurufen. Der Digitale Werkzeugkasten von arthistoricum.net basiert auf zwei Open Source Programmen: dem Image Server Cantaloupe sowie dem Image Viewer Mirador, der aufgrund seiner Funktionen zur Bildmanipulation und -annotation auch als Forschungsumgebung verwendet werden kann. Mit dieser Kombination ist es möglich, IIIF-konforme Bilder aus verschiedenen Quellen in einer einzigen Arbeitsumgebung zu sammeln, zu bearbeiten und miteinander zu vergleichen. Weiterhin können Bildbereiche markiert und annotiert werden. Diese Funktion ist derzeit auf die lokale Browsersession beschränkt, perspektivisch soll jedoch ein gemeinsames Annotieren und der Austausch dieser Informationen zwischen verschiedenen Nutzergruppen ermöglicht werden.

Die digitale Bildrecherche setzt, national wie international, zunehmend auf das API-System IIIF, das sich derzeit aufgrund seiner Standardisierung, der zahlreichen Anwender und der großen, internationalen Entwicklercommunity als vielversprechende und vor allem nachhaltige Grundlage digitaler Werkzeuge etabliert. Erste Bildsammlungen, vor allem von Bibliotheken, haben ihre Datenbanken auf IIIF umgestellt, weitere relevante Bildpools werden, so ist zu erwarten, sukzessive folgen. In der momentanen Situation ist es für Forschende allerdings noch eine große Hürde, dass wesentliche Bildrepositorien IIIF noch nicht berücksichtigen und die bereits umgestellten Bildquellen oft nur schwer auffindbar sind. Diesem Umstand begegnet der Digitale Werkzeugkasten von arthistoricum.net mit einer neuen und bisher einzigartigen Lösung: Mittels einer vom arthistoricum-Team entwickelten Middleware werden nicht nur Bildquellen, die bereits selbst IIIF-Manifeste zur Verfügung stellen, im arthistoricum.net-Werkzeugkasten angezeigt, sondern alle im arthistoricum.net-Bildsuchraum nachgewiesenen Bildmedien. Die individuelle Bildauswahl kann außerdem um externe Bildbeispiele aus beliebigen IIIF-Datenquellen per einfachem Drag and Drop der IIIF-Manifeste ergänzt werden. 

Der arthistoricum.net-Mirador mit Bilddaten (links) und vergleichender Bildersammlung (rechts)

Der für arthistoricum.net konfigurierte Image Viewer Mirador ist bequem über die Detailansicht der Bilder erreichbar. Weitere Bilder können parallel per Drag und Drop geöffnet und mit den integrierten Annotations- und Bearbeitungsoptionen innerhalb einer Browsersession weiter bearbeitet werden. Über die bei uns standardisierten IIIF-Metadaten erhalten Sie auf einen Blick alle relevanten Bildinformationen. Für die Arbeit mit dem Digitalen Werkzeugkasten stellen wir Ihnen eine Hilfe zur Verfügung, die den Einstieg in die neue Arbeitsumgebung des arthistoricum.net-Bildsuchraums erleichtert.

Viel Spaß bei der Recherche wünscht Ihnen das arthistoricum.net Team. Anregungen und Kritik richten Sie bitte an katalog@arthistoricum.net.

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