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Die deutsche digitale Bibliothek

Heute Eröffnung in Berlin

Heute wurde sie eröffnet, die Deutsche Digitale Bibliothek, die als Teil der Europeana die europäische Antwort auf google sein soll. Ich will ja nichts sagen, aber es kommt mir doch vor wie die Ansammlung von lauter Spezialbereichen unter strikter Umgehung alles dessen, was irgendwie im Zentrum steht. Etwas für Jäger und Sammler, aber ein Service für den eruopäischen Kulturinteressierten? Ganz unverständlich: Volltextsuche Fehlanzeige, nur die offiziellen Metadaten sind recherchierbar. Da bringt das verhasste google doch irgendwie mehr auf die Reihe. Am besten: Der allergrößte Anteil stammt aus der Bayerischen Staatsbibliothek. Und warum? Weil man dort mit googles Hilfe schon hunderttausende Bücher digitalsiert hat. So bringt man sich mit google gegen google in Stellung!


 

 

4 Kommentar(e)

  • Gudrun Knaus
    10.12.2012 12:00
    Erwartungen enttäuscht

    Den eher kritischen Einschätzungen der Deutschen Digitalen Bibliothek im oben empfohlenen Praxistest des Deutschlandradios kann ich mich nur anschließen. Gemessen an meinen hohen Erwartungen an die DDB, die durch die vielversprechenden Imagefilme geschürt worden sind, bin ich doch sehr enttäuscht von der Benutzerfreundlichkeit dieser Datenbank. Dass die semantische Verknüpfung von Objekten noch Zukunftsmusik ist, wurde bereits mehrfach erwähnt. Doch sollte wenigstens eine präzise Suche innerhalb der Datenbank möglich sein. Ich habe ebenfalls nach Julius Cäsar gesucht und erhalte 348 Ergebnisse, darunter viele Einträge, die nichts mit dem römischen Kaiser zu tun haben. Leider kann ich diese Ergebnisse mit dem Personenfilter links nicht auf Gaius Julius Cäsar präzisieren. Beginne ich die Suche allerdings mit Cäsar, dann erhalte ich erwartungsgemäß mehr Treffer, nämlich derzeit 3258. Will ich hier den Personenfilter anwenden, wird mir gleich zweimal Gaius Julius Cäsar als neuer Filter vorgeschlagen. Wo ist da der Unterschied? Dies kann nur damit zu tun haben, dass in den zugrundeliegenden Objektdatenbanken der datenliefernden Institutionen der Name Cäsars in verschiedene Felder mit verschiedenen Schreibweisen eingetragen wurde, man sich also nicht auf verbindliche Datenfelder einigen konnte. Lustig finde ich einen Treffer bei meiner Cäsarsuche, der rosa Gummifingerlinge an einer Hand zeigt: http://reader.digitale-sammlungen.de/resolve/display/bsb10995694.html So habe ich auch gelernt habe, wie ich alte Bücher anfassen soll.

  • Georg Hohmann
    05.12.2012 13:39
    Praxistest

    Die Deutsche Digitale Bibliothek im Praxistest:
    http://wissen.dradio.de/internet-die-elektronische-wunderkammer.33.de.html?dram:article_id=229172

  • Hubertus Kohle
    29.11.2012 11:42
    Richtig ...

    ... die sollten mal eine social tagging-Plattform hinzufügen!

  • Georg Schelbert
    29.11.2012 00:36
    Kunst- und Wunderkammer

    Nicht zufällig wurde auf dem heutigen Launch von der Chefin der Europeana, Jill Cousins, die deutsche Tradition der Kunst- und Wunderkammer bemüht (der auf die Europeana aber genauso zutrifft). Material kann ja noch kommen und von der Antwort auf Google redet schon lange niemand mehr. Die Auswahl hat auch viel mit den leidigen Urheberrechtsproblemen zu tun. Mehr stören mich die eindimensionale Präsentation und die fehlenden Partizipationsmöglichkeiten. Aber auch hier bietet die Technik vielleicht noch mehr Entwicklungspotential, als die aktuelle Oberfläche vermuten lässt. Immerhin soll alles über eine offene API laufen, zu der jeder seine eigene App bauen kann.
    Gutes Interview übrigens bei Deutschlandradio Kultur: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/forschak/1934840/

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