Nürnberger Hausbücher
15. Apr 2009 | von Sabine Häußermann | 1.718 views
Ablasser, Fingerhutmacher oder Zuckersieder. Die sogenannten Hausbücher der Mendelschen und Landauerschen Zwölfbrüderhausstiftungen der Stadtbibliothek Nürnberg sind eine unermeßliche Quelle sämtlicher vom 15. bis 19. Jahrhundert ausgeübter Berufe. Die Brüder sind in qualitativ herausragenden Miniaturen bei der Ausübung ihres Handwerks portraitiert und durch einen zum Teil recht deftigen Text charakterisiert, der auch vor Krankheiten, wie z.B. Hörschwäche oder Alkoholismus, nicht halt macht.
Die Nürnberger Zwölfbrüderbücher wurden als Chroniken und Totenbücher im ausgehenden Mittelalter angelegt und bis zum Ende der reichsstädtischen Selbständigkeit im Jahr 1806 geführt. Die Bücher mit ihren 1.300 Miniaturen sind nun digital zugänglich und detailliert erschlossen. So ist neben einer Freitext- und Detailrecherche auch das Blättern nach Berufsgruppen, Arbeitsgeräten, Erzeugnissen oder Krankheiten möglich. Das Projekt entstand in Zusammenarbeit der Stadtbibliothek Nürnberg und des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg.
Tags: Buchmalerei, Handwerk, Illumination, Illustration

2 Antworten auf “Nürnberger Hausbücher”
von Georg Hohmann auf Jun 26, 2009 | Antworten
Vielen Dank für diese Meldung, da ich selbst verpasst habe, hier etwas dazu zu schreiben.
von Ioana Herbert auf Jun 30, 2009 | Antworten
Wer hätte gedacht, dass in diesen Büchern so viele Porträts zu sehen sind!?! Das ist ja eine einzigartige Porträtgalerie! Die Gedenkfunktion des Porträts über Jahrhunderte hinweg einfach per Mausklick belegt.