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	<title>blog.arthistoricum.net &#187; Kunsthandwerk</title>
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		<title>Die geträumte Antike</title>
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		<pubDate>Sun, 13 Feb 2011 14:31:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hubertus Kohle</dc:creator>
				<category><![CDATA[Architekturgeschichte]]></category>
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		<description><![CDATA[Wer in diesen Tagen nach Paris kommt, ist vom Ausstellungsangenot schier erschlagen. &#8220;Mondrian und de Stijl&#8221; im Pompidou, &#8220;Cranach und seine Zeit&#8221; im Luxembourg, &#8220;Tony Cragg&#8221;, &#8220;Franz Xaver Messerschmidt&#8221; und &#8220;L&#8217;Antiquitė revėe. Innovations et rėsistances au XVIIIe siecle&#8221; im Louvre. Aus alter Verbundenheit war ich in letzterer. Die Gattungen sind alle vertreten. Malerei, Plastik, Zeichnung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer in diesen Tagen nach Paris kommt, ist vom Ausstellungsangenot schier erschlagen. &#8220;Mondrian und de Stijl&#8221; im Pompidou, &#8220;Cranach und seine Zeit&#8221; im Luxembourg, &#8220;Tony Cragg&#8221;, &#8220;Franz Xaver Messerschmidt&#8221; und &#8220;L&#8217;Antiquitė revėe. Innovations et rėsistances au XVIIIe siecle&#8221; im Louvre. Aus alter Verbundenheit war ich in <a href="http://www.louvre.fr/llv/exposition/detail_exposition.jsp?pageId=0&amp;baseIndex=0">letzterer</a>.<br />
Die Gattungen sind alle vertreten. Malerei, Plastik, Zeichnung und auch ein wenig Kunsthandwerk. Die ausgestellten Stücke &#8211; wie es sich für den Louvre gehört &#8211; durchwegs exquisit, mit einem Schwerpunkt auf England, Italien und Frankreich. Dabei keine Marathonausstellung, sondern eher nach dem Motto &#8220;klein aber fein&#8221; organisiert.</p>
<div id="attachment_3549" class="wp-caption alignleft" style="width: 366px"><a href="http://194.95.145.75/wp-content/uploads/2011/02/thumb_a716358096.jpg"><img class="size-full wp-image-3549" style="margin-top: 5px;margin-bottom: 5px;border: 5px solid black" src="http://194.95.145.75/wp-content/uploads/2011/02/thumb_a716358096.jpg" alt="" width="356" height="229" /></a><p class="wp-caption-text">Gavin Hamilton, Achill betrauert den toten Patroklus</p></div>
<p>Der innovative Aspekt der Ausstellung soll sich wohl im Untertitel zeigen. &#8220;Erneuerung und Widerstand&#8221;. Gemeint ist, ganz im Sinne des revisionistischen Zeitgeistes, dass das traditionelle lineare Schema einer teleologischen Entwicklung vom Rokoko zum Neoklassizismus falsch ist und viel differenzierter gesehen werden muss. Da ist man natürlich besonders auf die rėsistances gespannt. Das sind die Neobarocken (worunter hier auch der Erzklassizist und Winckelmann-Freund Anton Raphael Mengs mit seinem &#8220;Thronenden Petrus&#8221; fällt, daneben natürlich Tiepolo, Fragonard etc.), die Neomanieristen (ein paar mehr oder weniger unbekannte Italiener) und die Sublimen (Füssli und Konsorten). Mir hat dieses überall mit großem Applomb daher kommende revisionistische Programm noch nie so richtig eingeleuchtet, vor allem, wenn damit der Anspruch verbunden ist, die traditionelle &#8220;historistische&#8221; Kunstgeschichte über den Haufen werfen zu wollen. Einerseits werden Selbstverständlichkeiten verkündet: es ist ja nicht so, dass man die Eigenheiten eines Füssli nicht längst gesehen und unter Begriffen wie &#8220;protoromantische Aufklärung&#8221; gefasst hätte. Andererseits traut man sich keine Verallgemeinerungen mehr zu, die man ja auch ohne den Holzhammer vornehmen kann. Frei nach dem Motto: Wenn ich nur nahe genug rangehe, sehe ich den Wald vor lauter Bäumen nicht. Im übrigen bleibt es auch und gerade hier bei den Stereotypen. Denn wenn ich angeblich unklassizistische Werte wie das Sublime in die Rėsistance-Bewegung auslagere, kann ich sie im Klasizismus nicht mehr sehen und Maler wie David ganz traditionell (und unzutreffend) als einen schlichten Moralapostel deklarieren. Was hier genau passiert.<br />
Trotzdem: Aufgrund der gezeigten Werke eine absolut lohnende Ausstellung!</p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fblog.arthistoricum.net%2Fdie-getraumte-antike%2F&amp;title=Die%20getr%C3%A4umte%20Antike" id="wpa2a_4"><img src="http://blog.arthistoricum.net/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Ein neuer, barocker Klang</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Dec 2010 15:12:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Höppl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Architekturgeschichte]]></category>
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<p><a href="http://194.95.145.75/wp-content/uploads/2010/12/Kloster-Schäftlarn-Abteikirche-St.-Dionys-u.-Juliana-Chorraum-Messgerät-am-Gewölbefuß.jpg"> </a></p>
<p>Als sich im Jahre 2000 einzelne Stuckteile losgelöst hatten musste die Abteikirche Dionys und Juliana im Kloster Schäftlarn vorübergehend geschlossen werden, ehe sie mit einem Sicherungsnetz im Langhaus wieder geöffnet werden konnte. Nach Voruntersuchungen zur Instandsetzung wurde 2003 eine Haushaltsunterlage-Bau beim bayerischen Landtag über fast sieben Mio. Euro eingereicht. Im Jahr darauf erfolgte der Bauauftrag und es konnte mit dem ersten Bauabschnitt zur <strong>statischen Sicherung</strong> begonnen werden. Nach und nach verschwanden die Fassade und der Innenraum hinter Gerüsten. Unter grundsätzlicher Beibehaltung des barocken Bausystems wurde 2005/06 insbesondere der Dachstuhl statisch abgesichert, wobei vorhandene Provisorien zurückgebaut wurden. Mit hydraulischen Hebevorrichtungen versucht man den deformierten Dachstuhl wieder in die Form zu bringen. 2007 erfolgte die Wiederherstellung von Turm und Fassade in der alten Fassung (zu den Daten vgl. Dipfl. Ing. FH Alfred Floßmann über die <a href="http://www.abtei-schaeftlarn.de/kircherestaurierung.htm">Bau-, Ausstattungs- und Restaurierungsgeschichte</a>).</p>
<p><a href="http://194.95.145.75/wp-content/uploads/2010/12/Kloster-Schäftlarn-Abteikirche-St.-Dionys-u.-Juliana-Innenraum.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3248" src="http://194.95.145.75/wp-content/uploads/2010/12/Kloster-Schäftlarn-Abteikirche-St.-Dionys-u.-Juliana-Innenraum.jpg" alt="" width="233" height="175" /></a><a href="http://194.95.145.75/wp-content/uploads/2010/12/Kloster-Schäftlarn-Abteikirche-St.-Dionys-u.-Juliana-Chorraum-Messgerät-am-Gewölbefuß.jpg"> <img class="size-full wp-image-3249    " src="http://194.95.145.75/wp-content/uploads/2010/12/Kloster-Schäftlarn-Abteikirche-St.-Dionys-u.-Juliana-Chorraum-Messgerät-am-Gewölbefuß.jpg" alt="Photo Martin Höppl" width="234" height="175" /></a></p>
<p>Kloster Schäftlarn, Abteikirche St. Dionys und Juliana, Innenraum sowie Chorraum, Messgerät am Gewölbefuß oberhalb des Gesimses &#8211; Photos Martin Höppl</p>
<p>Die Planungs- und Baugeschichte der Abteikirche liest sich wie ein <strong>Who&#8217;s Who der  Barockkunst</strong>. Neben Giovanni Antonio Viscardi, der 1707 die Pläne lieferte, sowie Francois Cuvilliés d. Ä., der den Bau 1733-40 begann, finden sich die illustren Namen Johann Baptist Gunetzrhainer und Johann Michael Fischer, die den Bau 1751-60 vollendeten. Kloster Schäftlarn gehört somit zu denjenigen Bauten, in denen der bayerische Spätbarock seine finale Blüte erreichte. Dazu kommt noch die vortreffliche Innenausstattung durch den Maler und Stukkateur Johann Baptist Zimmermann (1754-56). Johann Baptist Straub lieferte bis 1764 Altäre und die Kanzel. Diese Meister ihrer Zunft formten ein spätbarockes Gesamtkunstwerk, dem die Generalsanierung der letzten Jahre gegolten hat. Zur Geschichte des (Prämonstratenser-)Klosters, das 762 gegründet und 1040 erneuert wurde, vgl. die <a href="http://www.abtei-schaeftlarn.de/kunststart.htm">Seite der Abtei</a>.</p>
<p>Auf die Sicherungsarbeiten folgte seit 2008 der zweite Bauabschnitt mit der <strong>Innenrestaurierung</strong>. Nachdem man eine Musterachse im Chorraum angelegt hatte, stellte man sukzessive das Erscheinungsbild des gesamten Kirchenraumes wieder her. An Weihnachten war nun auch wieder der Klang der Barockorgel zu vernehmen, die nach wie vor teilweise eingerüstet ist. Das Instrument stammt von Anton Bayr (1716-1792), der über 150 Orgeln baute, u. a. auch für die Klöster Tegernsee, Neustift bei Freising und Raitenhaslach (vgl. die Seite <a href="http://www.orgelgalerie.de/index062.html">Orgelgalerie</a> mit Bildern der eingerüsteten Kirche und der Orgel). Auch das Altarretabel ist mittlerweile nicht mehr durch ein Duplikat verhängt. An den Wandpfeilersockeln im  Langhaus und in den Abseiten sind zudem Kabelschächte der ehemaligen Elektrifizierung zu erkennen. In diesem Bereich werden noch Putzarbeiten anfallen. Mit der Restaurierung hielt Hightech in der Klosterkirche einzug. So wurden am Gewölbefuß, oberhalb des Gesimses hoch sensible Messgeräte installiert, die ständig die Gewölbestatik überprüfen und etwaige Bewegungen registrieren.</p>
<p><a href="http://194.95.145.75/wp-content/uploads/2010/12/Kloster-Schäftlarn-Abteikirche-St.-Dionys-u.-Juliana-Orgelempore-eingerüstete-Orgel.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3252" src="http://194.95.145.75/wp-content/uploads/2010/12/Kloster-Schäftlarn-Abteikirche-St.-Dionys-u.-Juliana-Orgelempore-eingerüstete-Orgel.jpg" alt="Photo Martin Höppl" width="241" height="180" /></a><a href="http://194.95.145.75/wp-content/uploads/2010/12/Kloster-Schäftlarn-Abteikirche-St.-Dionys-u.-Juliana-Wandpfeiler-Sockel-Mauerwerk.jpg"> <img class="alignnone size-full wp-image-3253" src="http://194.95.145.75/wp-content/uploads/2010/12/Kloster-Schäftlarn-Abteikirche-St.-Dionys-u.-Juliana-Wandpfeiler-Sockel-Mauerwerk.jpg" alt="Photo Martin Höppl" width="241" height="180" /></a></p>
<p>Westempore mit teilweise eingerüsteter Orgel, sowie unverputzter Sockel der nördlichen Abseite (Wandpfeiler) &#8211; Photos Martin Höppl</p>
<p>Bis Sommer werden die letzten Restaurierungsarbeiten abgeschlossen sein. Schon jetzt erstrahlt der Innenraum in neuem Glanz. Wie immer nach Renovierungskampagnen an spätbarocken Raumschalen, verblüffen die <strong>Helligkeit und Buntfarbigkeit</strong> der gereinigten Fresken und vergoldeten Rocaillen. Vielerorts müssen sich Ortsansässige erst daran gewöhnen, dass ihre vormals in gedeckten Tönen gehaltene Kirche nun wie Marzipan und Lametta glänzt. Ein vergleichbarer Effekt war auch nach der Wiedereröffnung der Dresdner Frauenkirche zu beobachten, bei der nicht die Farbigkeit des frühen 20. Jahrhunderts, sondern annäherungsweise die Fassung der Erbauungszeit (1726-43) rekonstruiert worden war. Jede Restaurierung ist eben auch zu einem Teil eine Rekonstruktion, wenngleich man heute glücklicherweise meist nicht mehr versucht, einen purifizierten Ursprungszustand zurückzugewinnen.</p>
<p><a href="../wp-content/uploads/2010/12/Kloster-Sch%C3%A4ftlarn-Abteikirche-St.-Dionys-u.-Juliana-Hauptfassade-mit-Infotafel-zur-Restaurierung.jpg"><img src="../wp-content/uploads/2010/12/Kloster-Sch%C3%A4ftlarn-Abteikirche-St.-Dionys-u.-Juliana-Hauptfassade-mit-Infotafel-zur-Restaurierung.jpg" alt="Photo Martin Höppl" width="232" height="309" /></a><a href="../wp-content/uploads/2010/12/Kloster-Sch%C3%A4ftlarn-Abteikirche-St.-Dionys-u.-Juliana-Infotafel-zur-Restaurierung.jpg"></a><a href="../wp-content/uploads/2010/12/Kloster-Sch%C3%A4ftlarn-Abteikirche-St.-Dionys-u.-Juliana-Infotafel-zur-Restaurierung.jpg"> <img src="../wp-content/uploads/2010/12/Kloster-Sch%C3%A4ftlarn-Abteikirche-St.-Dionys-u.-Juliana-Infotafel-zur-Restaurierung.jpg" alt="Photo Martin Höppl" width="232" height="309" /></a></p>
<p>Hauptfassade und Infotafel &#8211; Photos Martin Höppl</p>
<p>Auf der Tafel zur „Instandsetzung der Klosterkirche St. Dionys und Juliana in Schäftlarn“, die vor einigen Jahren neben der Hauptfassade aufgestellt wurde, finden sich die <strong>Basisdaten</strong> zur aktuellen Kampagne: Als Bauherr wird das Bayerische Staatsministerium für Untericht und Kultus genannt, als Nutzer die Benediktinerabtei Schäftlarn. Die technische und geschäftliche Oberleitung liegt beim Staatlichen Bauamt München 1. Außerdem beteilitgten sich zahlreiche Planungs- und Ingenieursbüros sowie Restauratoren und das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege. Zahlreiche private Spender, die für einzelne Teilstücke der Malereien gewissermaßen Patenschaften übernommen haben, haben die Restaurierungsarbeiten möglich gemacht.</p>
<p><a href="http://194.95.145.75/wp-content/uploads/2010/12/Kloster-Schäftlarn-Abteikirche-St.-Dionys-u.-Juliana-Spendentafel.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3254" src="http://194.95.145.75/wp-content/uploads/2010/12/Kloster-Schäftlarn-Abteikirche-St.-Dionys-u.-Juliana-Spendentafel.jpg" alt="Photo Martin Höppl" width="242" height="180" /></a><a href="http://194.95.145.75/wp-content/uploads/2010/12/Kloster-Schäftlarn-Abteikirche-St.-Dionys-u.-Juliana-Hauptfresko1.jpg"> <img class="alignnone size-full wp-image-3255" src="http://194.95.145.75/wp-content/uploads/2010/12/Kloster-Schäftlarn-Abteikirche-St.-Dionys-u.-Juliana-Hauptfresko1.jpg" alt="Photo Martin Höppl" width="241" height="180" /></a></p>
<p>Spendentafel und Hauptfresko &#8211; Photos Martin Höppl</p>
<p><strong>Ausflugstipp</strong>: Für alle Barockfans bietet sich im Frühjahr und Sommer ein Ausflug zum Kloster Schäftlarn an. Man erreicht es einfach per S-Bahn. Von der Haltestelle Ebenhausen-Schäflarn aus benötigt man zu Fuß etwa 20 Minuten. Der <a href="http://maps.google.de/maps?q=kloster+sch%C3%A4ftlarn&amp;oe=utf-8&amp;rls=org.mozilla:de:official&amp;client=firefox-a&amp;um=1&amp;ie=UTF-8&amp;sa=N&amp;hl=de&amp;tab=wl">Fußweg</a> zweigt am nördlichen Ortsausgang (B11/Wolfratshausener Str.) vom Rodelweg ab und stößt gegenüber der Kirche auf die Klosterstraße. An dieser Stelle steht auch ein altes Schulgebäude für das bisher (offensichtlich) die Gelder zur notwendigen Instandsetzung gefehlt haben.</p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fblog.arthistoricum.net%2Fein-neuer-barocker-klang%2F&amp;title=Ein%20neuer%2C%20barocker%20Klang" id="wpa2a_8"><img src="http://blog.arthistoricum.net/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Berlusconi verschenkte Canova</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Sep 2009 09:35:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian M. Geyer</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Rezeption]]></category>

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		<description><![CDATA[Der italienische Ministerpräsident Berlusconi schenkte Anfang Juli beim G8-Gipfel in Aquila jedem der anwesenden Regierungschefs ein handgefertigtes, 24 Kilo schweres Buch über den Bildhauer Antonio Canova, mit dem Titel "L’invenzione della belleza".]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der italienische Ministerpräsident Berlusconi schenkte Anfang Juli beim G8-Gipfel in Aquila jedem der anwesenden Regierungschefs ein handgefertigtes, 24 Kilo schweres Buch über den Bildhauer Antonio Canova, mit dem Titel &#8220;L’invenzione della bellezza&#8221;.<span id="more-1929"></span></p>
<div id="attachment_1933" class="wp-caption alignleft" style="width: 194px"><img class="size-thumbnail wp-image-1933" src="http://194.95.145.75/wp-content/uploads/2009/09/262-31-150x150.jpg" alt="Berlusconi, das Canova-Buch und Obama" width="184" height="184" /><p class="wp-caption-text">Berlusconi, das Canova-Buch und Obama</p></div>
<p>Angesichts einer zunehmend schlechteren wirtschaftlichen Position Italiens sollte berühmte italienische Kunst als Werbung für &#8220;made in Italy&#8221; und Italiens Schönheit dienen. <a href="http://www.marilenaferrari-fmr.it/it/opere-casa-darte/canova-linvenzione-della-bellezza/canova-linvenzione-della-bellezza.html">Das Buch</a> wurde vom Verlag FMR produziert, den die neue Eigentümerin 2004 von dem exzentrischen Verleger Francesco Maria Ricci übernommen hatte.</p>
<p>Der Canova-Experte Gianni Venturi kritisierte am 17.7.2009 in einem<a href="http://www.patrimoniosos.it/rsol.php?op=getarticle&amp;id=59057"> Leserbrief  </a>an <em>La Repubblica</em> das protzig Neureiche dieses Geschenkes und verglich die kitschige Marmorreproduktion der tanzenden Grazien auf der Titelseite mit den Schlagersternchen, welche die Abende und die Fernsehprogramme des Medien-Tycoons Berlusconis verschönern.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: left">Als typisch für die Ignoranz der Regierung gegenüber der Kultur beklagte Venturi, daß die Gesamtausgabe der Canova-Schriften, die ein wirkliches Kulturgut sei, seit zwei Jahren nicht mehr von den zuständigen Ministerien gefördert würde.</p>
<p>Es wäre zu billig, sich nur über diese Eskapade des nach eigener Aussage „besten Regierungschefes Italiens“ zu amüsieren. Man kann sich leicht vorstellen, was die hier sichtbare Spitze des Eisbergs für Rückschlüsse auf die Rahmenbedingung für Kunstgeschichte, Museen und Ausstellungen in Italien zulässt. Und man erinnert sich beunruhigt daran, daß auch anderenorts in Europa bei höchsten Regierungsstellen mehr Begeisterung für lukrativen Glanz und Glamour als Erkenntnis fördernde Projekten besteht.</p>
<p>Nicht zuletzt betrübt, daß Canova, ein in Deutschland weithin unterschätzter Bildhauer, hier in schlechte Gesellschaft gerät, was eine werkgerechte Rezeption nicht erleichtern dürfte.</p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fblog.arthistoricum.net%2Fberlusconi-verschenkte-canova%2F&amp;title=Berlusconi%20verschenkte%20Canova" id="wpa2a_10"><img src="http://blog.arthistoricum.net/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
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