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Atelier "Arno Kersten Sohn Nachfahren" in Altenburg 1867-1938 – Ein Glücksfall!

Fotoatelier Arno Kersten, um 1885
Fotoatelier Arno Kersten, um 1885

Einen seltenen Glücksfall in der Geschichte der Fotografie stellt die Überlieferung der Aufnahmen eines über mehrere Generationen betriebenen frühen Fotoateliers dar. Dazu zählt der Nachlass des Ateliers "Arno Kersten Sohn Nachfahren", das von 1867-1938 in Altenburg bestand. Seine besondere historische Bedeutung beruht auf der beinahe vollständig geschlossenen Überlieferung des Negativbestandes zusammen mit den Geschäftsunterlagen sowie wesentlichen Teilen der Atelierausstattung, wie Fotoapparaten, Möbeln und Hintergründen. Die Auftragsbücher ermöglichen u.a. die Identifizierung der portraitierten Personen und der Auftraggeber. Neben Portraits aus allen sozialen Schichten, von der herzoglichen Familie bis hin zu den Bauern des Umlandes, entstanden auch Aufnahmen wichtiger Ereignisse in Altenburg, wie etwa anlässlich des Besuchs Kaiser Wilhelm II. 1909, und Bilder die das Stadtbild, das Alltagsleben und die Architektur der ehemaligen Residenzstadt dokumentieren. Insgesamt beinhaltet der Nachlass eine Chronik von Stadt und Umland in Fotografien von 1870 bis zum Vorabend des Zweiten Weltkriegs. In Deutschland sind Nachlässe von Fotoateliers in diesem Umfang und von dieser Qualität so gut wie nie erhalten.

Die Erschließung und Digitalisierung des umfangreichen Nachlasses erfolgt durch das Schloss- und Spielkartenmuseum im Residenzschloss Altenburg, das den Nachlass 1992 übernahm. Am Beginn steht die Bearbeitung des Bestandes von rund 20.000 Glasnegativen. Sie werden in Kooperation mit der Deutschen Fotothek in deren Bilddatenbank sukzessiv online gestellt.

Arno Kersten: Ernst von Sachsen-Altenburg und Konstantin, Großfürst von Russland, 1883
Arno Kersten: Ernst von Sachsen-Altenburg und Konstantin, Großfürst von Russland, 1883

 In einem ersten Schritt werden Fotografien der drei Fotografen und Inhaber des Ateliers bearbeitet, des Firmengründers Arno Kersten (1838-1915), seines Sohns Friedrich Otto Kersten (1868-1933) und von dessen Nachfolger Joseph Bernath (1874-1945).
300 Aufnahmen aus der Zeit von um 1870-1914 sind bereits verfügbar, weitere 400 folgen bis Ende September 2016. Es handelt sich dabei zunächst beinahe ausschließlich um Portraitaufnahmen. Das Portfolio der präsentierten Aufnahmen wird nach Fortschritt der Bearbeitung des Nachlasses kontinuierlich erweitert werden

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