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"Sammlung online" - ein Angebot der Hamburger Kunsthalle

Ein Gastbeitrag von Andreas Stolzenburg

Seit dem 28. Januar 2016 sind 15.000 Werke aus dem Kupferstichkabinett und der Bibliothek der Hamburger Kunsthalle online recherchierbar. Der wertvolle Bestand an rund 4.000 Altmeisterzeichnungen sowie 11.000 italienischen Druckgraphiken – darunter ca. 8.000 Graphiken aus Büchern – aus dem Zeitraum von ca. 1450 bis 1850 ist ab sofort im Internet zugänglich.

Eingangsseite von „Sammlung online“ der Hamburger Kunsthalle. Pieter Bruegel d. Ä. (1525-30-1569): Der Sommer. 1568. (Screenshot)
Eingangsseite von „Sammlung online“ der Hamburger Kunsthalle. Pieter Bruegel d. Ä. (1525-30-1569): Der Sommer. 1568. (Screenshot)

Das Besondere an den weltweit zur Verfügung stehenden Bilddaten ist ihre Verknüpfung mit den dazugehörigen wissenschaftlich erfassten Objektdaten. Die Hamburger Kunsthalle stellt damit ihre langjährigen Forschungsergebnisse ins Netz. Mit dem jetzt veröffentlichten Umfang, der Erfassungstiefe und der Qualität der Digitalisate nimmt sie eine Vorreiterrolle unter den deutschen Museen ein.

Einen großen Gewinn für die Forschung stellt vor allem die digitale Veröffentlichung des kompletten Bestandes an Zeichnungen der deutschen, niederländischen und italienischen Schulen dar, der bisher nur über gedruckte Bestandskataloge zur Verfügung stand. Die Bereitstellung der italienischen Druckgraphik eröffnet ebenso eine breite Zugangsmöglichkeit zu Werken, die größten Teils bisher nur in Expertenkreisen bekannt waren.

Eintrag in der „Sammlung online“ der Hamburger Kunsthalle. (Screenshot)
Eintrag in der „Sammlung online“ der Hamburger Kunsthalle. (Screenshot)

Das Kupferstichkabinett der Hamburger Kunsthalle zählt mit seinen ca. 130.000 Werken zu den reichsten Sammlungen seiner Art in Europa. Die digitalen Bild- und Objektdaten sind über die Webseite der Hamburger Kunsthalle ohne Registrierung erreichbar und können in hoher Auflösung angeschaut werden. Auf der Startseite ist eine Freitextsuche per Suchschlitz über alle erfassten Informationen möglich. Über das Menü der erweiterten Suche kann man nach diversen Kriterien, zum Beispiel Künstlernamen, Gattung, Werktitel oder Technik suchen. Eine inhaltliche Erschließung erfolgte über assoziativ vergebene Schlagworte aus der Ikonographie.

Das Digitalisierungsprojekt wurde von der Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg, von der HERMANN REEMTSMA STIFTUNG und dem Förderverein des Kupferstichkabinetts „DIE MEISTERZEICHUNG. Freude des Kupferstichkabinetts e.V.“ unterstützt.

Mit der Präsentation von 15.000 Werken ist der erste Schritt zu einer vollständigen Erschließung des Kupferstichkabinetts und der Bibliothek nun erreicht. Kontinuierlich sollen weitere Bestände digital zur Verfügung gestellt werden. Das Angebot richtet sich an interessierte Kunstfreunde und Forscher. Es soll auch neugierig machen, sich die Originale im Studiensaal vorlegen zu lassen.

Der Autor dieses Gastbeitrags ist Leiter des Bereichs Kupferstichkabinett & Bibliothek in der Hamburger Kunsthalle.

 

 

3 Kommentar(e)

  • Kubusx
    04.05.2016 18:13
    Nützliche Sache

    Das ist natürlich eine schöne Möglichkeit, die Sammlung zugänglicher zu machen. Werde ich sicherlich nutzen. Letztes Wochenende gab es ja die Neueröffnung, die ich ebenfalls mit Interesse verfolgte: http://mwuerfel.blogspot.de/2016/05/kunsthalle-hamburg-neu-eroffnet.html

  • Hubertus Kohle
    14.02.2016 16:40
    trotz aller kritik ...

    ... finde ich es zunächst einmal ausgesprochen begrüßenswert, dass an Hambuger Museen ein neuer Geist der Offenheit weht. Sie sollten sich dort nicht entmutigen lassen, den Weg weiterzugehen - und den einen oder anderen Verbesserungsvorschlag Ernst zu nehmen.

  • Dr. Klaus Graf
    05.02.2016 16:35
    Unkritischer Werbetext

    Darf ich dann in diesem Blog auch Werbung für meine hochwertige Beitragssammlung Archivalia mit über 30.000 Artikeln seit 2003, davon über 90 % nachnutzbar unter CC-BY, machen? Unter den vielen Beiträgen ist auch einer zu dem hier gepriesenen Angebot: http://archivalia.hypotheses.org/53979. Während mir leider der Permalink nicht ins Auge fiel, bleiben die anderen Kritikpunkte gültig: Null Prozent Nachnutzung, keine Sharing-Funktion für Social Media!

    Und wieso kann man verdammt noch mal nicht vom Staedel-Museum lernen, also von dem, was dort in der Digitalen Sammlung gut gelöst ist. Wieso gibt es keinerlei Möglichkeit nach Epochen zu browsen/suchen? In der erweiterten Suche kann man nur ein Entstehungsjahr eintragen, aber kein Intervall. Wieso muss das Rad immer neu erfunden werden und Steuergelder in erheblicher Höhe verschwendet werden?

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