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Hubertus Kohle04.03.201320:37 Uhr

Tauben als Kunstrichter

Wer es nicht glaubt, muss es sich wohl genauer ansehen

Der japanische Psychologe Shoregu Watanabe hat Tauben mit Bildern von van Gogh und Chagall konfrontiert. Erweckungserlebnisse lassen sich nicht nachweisen, aber erstaunliche Erkenntnishöhen: Herr und Frau Taube ist es offenbar gelungen, die Künstler im Angesicht von jeweils wechselnden Werken ziemlich treffsicher zu unterscheiden. Auch nicht schlecht eine andere Leistung: Tauben scheinen nämlich auch fähig, zwischen guten und schlechten künstlerischen Leistungen von Schulkindern zu unterscheiden. Zumindestens können sie die entsprechenden Einschätzungen von Kunstlehrern reproduzieren. Die Frage bleibt, ob das eher für die Tauben oder gegen die Kunstlehrer spricht! Wer mehr dazu erfahren will, kann hier nachlesen oder sich die dort genannten Forschungen zu Gemüte führen!

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  • 1 Kommentar(e)
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Sabine Scherz
05.03.2013 16:17 Uhr
Was ist gut, was ist schlecht?

Die Unterscheidung zwischen "gut" und "schlecht" ist ein Geschmacksurteil und damit eine Sache der Interpretation. Wichtig zu wissen wäre, welche Kriterien "gute" und "schlechte" Kinderbilder in diesem Experiment hatten. Bedeutete "gut", dass Objekte differenziert erkennbar waren? Bedeutete "schlecht", dass sie einen taktilmotorischen Charakter hatten, also eher Kritzeleien waren? Waren die Bilder eher flächig gemalt oder mit Stiften gezeichnet? Ich bin sicher, dass man sie in zwei Kategorien einstufen konnte, die dann von den Tauben voneinander unterschieden wurden. Diese Kategorien "gut" und "schlecht" zu benennen - wie in der Originalstudie geschehen - dürfte aber unzutreffend und irreführend sein.

Richtig und wichtig ist, dass Tauben laut Watanabe gewisse visuelle Eigenschaften unterscheiden können. Dazu gehört die Farbinformation, die sie in den Unterscheidungsprozess einbeziehen. Die Differenzierung eines künstlerischen Stils zeigt, dass sie auch komplexe Muster von verschiedenen Kriterien erkennen können. Das ist tatsächlich ein interessantes Ergebnis.

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